22.06.2019 / Zum Schwerpunktthema

In Mitleidenschaft

Faszination Schöpfung - Warum Staunen und Schützen zusammengehören.

„Umweltschutz ist eine Ersatzreligion; die Menschheitsgeschichte zielt doch ohnehin auf einen neuen Himmel und eine neue Erde“ – sagen manche Christen. Ihre Logik klingt zunächst bestechend: Was nützt es dem Menschen, wenn er tagtäglich seine Umwelt in Ordnung bringt, aber nicht mit Gott in Ordnung kommt und seine Seele verliert?

Ich glaube, wir müssen trotzdem etwas tun – zusätzlich zur Sache mit der Seele. Denn wenn sich ausgerechnet diejenigen, die mit dem Begriff „Schöpfung“ das Vertrauen auf Gott als Schöpfer verbinden, bei der Bewahrung ebendieser Schöpfung ausklinken, dann ist das absurd. Gerade Bibelkenner müssen sich fragen lassen: Sind Pflanzen und Tiere dem Menschen laut Schöpfungsbericht auf den ersten Seiten der Bibel nicht zur verantwortlichen Pflege anvertraut? Ich wüsste nicht, dass Gott diese Verantwortung des Menschen für die Schöpfung seitdem zurückgenommen hat.

Das Neue Testament formuliert dazu eine tiefere Einsicht, die menschlichen Umweltschutzorganisationen verborgen bleibt (Römerbrief, Kapitel 8): „Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, allerdings ohne etwas dafür zu können ... sie wird von der Last der Vergänglichkeit befreit werden und an der Freiheit teilhaben, die den Kindern Gottes mit der künftigen Herrlichkeit geschenkt wird. Wir wissen allerdings, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch unter ihrem Zustand seufzt, als würde sie in Geburtswehen liegen.“

Christen sind deshalb überzeugt: Die Menschheitsgeschichte zielt auf eine Art Geburt – die Wiederherstellung von Gottes guter Schöpfung. Einen neuen Himmel und eine neue Erde. Nur kann man diese Hoffnung auf einen „neuen Himmel“ und eine „neue Erde“ nicht hochhalten und gleichzeitig die „alte“ Erde menschlicher Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit und Profitgier zum Fraß vorwerfen. Man kann nicht mit dem Schöpfer in Frieden leben und mit dessen Schöpfung im Krieg. Ich meine: Solange die neue Welt Gottes noch nicht da ist, lassen Sie uns pfleglich mit dem Vorgängermodell umgehen.

Wir bleiben in Verbindung!

Ihr
Dr. Jörg Dechert


Autor/-in: Dr. Jörg Dechert

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