05.04.2026 / Buchauszug
Auferstehung ins Leben
Was bedeutet Auferstehung? Auszug aus dem Gedichtband „Und dann stirbt Gott“ von Matthias Drodofsky.
Auferstehung – das passiert doch erst am Ende aller Zeiten, könnte man meinen. Wenn alles vorbei ist. Doch die Auferstehung ist mehr als das: Sie geschieht im Hier und Jetzt und bewirkt Neuanfänge mitten im Leben.
Matthias Drodofsky, geb. 1988, ist Pastor in Berlin und promoviert derzeit an der Universität Oldenburg. In seinem Gedichtband „Und dann stirbt Gott“ nähert er sich literarisch dem Herz des christlichen Glaubens an: Passion, Kreuz und Auferstehung. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der Neukirchener Verlage ein Gedicht aus seinem Buch.
Auferstehung ins Leben
Die Erde bebte, Felsen zerbarsten, Gräber öffneten sich
und die Leiber vieler gottesfürchtiger Männer und Frauen,
die schon längst verstorben waren, wurden von den
Toten auferweckt. (Matthäus 27,52)
In der Ostergeschichte
Heißt es vollmundig:
Die Gräber wurden leer.
Auferstehung
Ist eine Auferstehung der Vielen:
Der Jüngerinnen und Jünger.
Der Menschen.
Aber, mag man einwenden,
Die Jüngerinnen und Jünger,
Waren doch gar nicht tot?!
Doch,
Zumindest wie tot
Zerbrochene Leben, Träume, Gottesbilder, Selbstbilder, Weltbilder
Alles begraben.
Alles zerstört.
Alles tot.
Vor ihren Augen gestorben,
Als Jesus starb.
Und manche von ihnen
Trugen ihren Anteil daran.
Durch Feigheit oder Verrat.
Durch Ostern werden diese
Deprimierten Gestalten
Neu zum Leben erweckt.
Aus ihnen war das Leben gewichen
Und dann kommen sie neu zum Leben.
Das Leben kommt zu ihnen.
Gott reißt heraus aus der Todesnacht.
In der Begegnung mit Jesus
Findet für die Jüngerinnen und Jünger
Eine eigene Auferstehung statt.
Ihr Leben beginnt neu
Wird anders.
Auferstehung meint:
Neu ins Leben finden.
Da, wo im Leben Todesnacht
Und Dunkelheit
Und Hoffnungslosigkeit
Raum eingenommen hat.
Da braucht es eine rettende Kraft.
Da, wo das Leben vor sich hindümpelt,
Perspektivlos geworden ist,
Kraftlos,
Mutlos,
Da braucht es eine auferweckende Kraft:
Auferstehung.
Auferstehung heißt:
Das Leben finden.
Mit Gott.
Und gefunden werden,
Wo man verloren war.
Auferstehung ist nicht etwas,
Was am Ende aller Zeiten geschieht,
Sondern mittendrin
Zum Neuanfang wird.
Ostern beschreibt einen Weg
Aus der Dunkelheit der Nacht
In das Licht des Ostermorgens.
Ohne Ostern
Wäre Jesu Tod
Nur eine tragische Geschichte,
Ein Getöteter mehr oder weniger.
Karfreitag ist,
Einmal mehr,
Ein Schauspiel der Dunkelheit dieser Welt.
Traurig und tragisch.
Dann aber,
Ändert sich alles:
Ein Neubeginn.
Totes wird auferweckt.
Und nichts ist wie zuvor.
Aus: Matthias Drodofsky, Und dann stirbt Gott. Auf der Spur von Passion und Ostern. © 2026 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, S. 111-113.
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