Andacht Lesezeit: ~ 7 min

Eines Tages werde ich sterben (1/2)

Gott hat einen Ausweg aus der Sackgasse unseres Todes.


Der Tod gehört zum Leben – so heißt es. Aber ist das wirklich so? Sicher: Einerseits kann ich die Tatsache nicht ignorieren, dass jeder Mensch dem Tod entgegengeht. Seinem eigenen Tod. Aber andererseits ist der Tod doch nicht einfach ein natürlicher Bestandteil meines Lebens, oder? Der Tod vernichtet mein Leben. Gott hat einen Ausweg aus unserem Dilemma. Und der ist absolut ermutigend und eröffnet eine völlig neue Perspektive, die meine kühnsten Träume bei weitem übersteigt.
 

Verdrängter Dachschaden

Es war Anfang des Jahres. Ich gehe morgens zum Auto und will zur Arbeit fahren. Da treffe ich unseren Nachbarn: „Morgen Steffen. Habt Ihr das schon gesehen? Auf eurer Gartenhütte ist ein Stück von der Dachpappe lose.“ „Oh“, sage ich. „Nein. Das haben wir noch gar nicht gemerkt. Ist das Loch groß?“ „Ja schon, so ein, zwei Quadratmeter sind es bestimmt.“

Der Garten neben uns liegt ein ganzes Stück höher als unserer. Deshalb können die Nachbarn auch prima auf das Dach unserer Gartenhütte schauen. Viel besser als wir. Was war passiert? In der Nacht vom 09. zum 10. Februar ist Sabine durch unseren Garten getobt. Ich meine jetzt nicht unsere Nachbarin auf der anderen Seite. Nein. Ich spreche von dem Sturmtief Sabine, das an diesen Tagen über Europa hinweggefegt ist. Und ein Teil unserer alten Dachpappe konnte den Kräften des Orkans nicht standhalten. Das Problem: Das Holzdach ist jetzt natürlich undicht. Und auf Dauer würde so auch das komplette Dach durchfaulen.

Die ganze Sache passt mir jetzt so gar nicht in den Kram. Ich habe ohnehin schon genügend andere Baustellen. Gesundheitlich bin ich ein bisschen angeschlagen. Jetzt auch noch das Dach der Hütte neu abdichten? Oh neee. Deshalb versuche ich einfach, das Problem zu verdrängen. Und weil es in diesem Jahr wieder sehr wenig geregnet hat, kann ich das auch ganz gut durchhalten.

Ich mache in den nächsten Wochen und Monaten einen großen Bogen um die Hütte. Und da bin ich absolut konsequent. Monatelang habe ich nicht einmal nachgesehen, wie groß das Loch denn eigentlich ist. Aber dadurch löst sich das Problem ja nicht.
 

Gott hat eine Antwort auf meinen Tod – und die ist absolut ermutigend

Warum erzähle ich das? In vier Wochen endet das Kirchenjahr mit dem Totensonntag oder Ewigkeitssonntag. Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen mit dem Tod genau dasselbe machen wie ich mit dem Loch in der Dachpappe unserer Gartenhütte. Dass sich der Tod in unser Leben drängt, ist eine unbestreitbare Tatsache. Aber wie oft dränge ich alle Gedanken daran zurück. Und versuche, einfach nicht hinzusehen.

Ich versuche, der Tatsache aus dem Weg zu gehen, dass der Tod eine vollkommen reale und zugleich ganz persönliche Wirklichkeit ist in unserer Welt. Und ich meine, das geht nicht nur mir so; sondern vielen anderen auch.

Da finde ich es ganz schön mutig, dass Christen in vielen Teilen der Welt daran festhalten, wenigstens einmal im Jahr daran zu erinnern: Jeder Mensch wird einmal sterben. Jeder von uns – Sie und ich – wir sind endlich. Unser Leben vergeht. Und es stellt sich unwillkürlich die Frage: Was kommt danach?

Um es vorwegzunehmen: Gott beantwortet diese bange Frage „Was kommt nach dem Tod?“. Und seine Antwort darauf ist klar. Ich finde es so absolut ermutigend, was Gott zu dem leidvollen Thema Tod sagt. Deshalb meine ich, Sie sollten sich Gottes Antwort dazu auf keinen Fall entgehen lassen. Denn Gott eröffnet uns eine unsagbar hoffnungsvolle Perspektive, wie es nach dem Tod weitergehen kann. Für mich. Und für Sie auch.

Ein bekanntes Sprichwort zum Thema Tod sagt: „Der Tod gehört zum Leben.“ Ob das so wirklich stimmt, will ich mir jetzt mit Ihnen zusammen genauer ansehen und es mit einem Satz vergleichen, den Jesus einmal gesagt hat. Aber zunächst einmal fällt mir sofort auf. Das Sprichwort: „Der Tod gehört zum Leben“ stellt sich in jedem Fall der Tatsache, dass der Tod eine Wirklichkeit ist. Eine Realität, die ich nicht einfach verdrängen kann. Hier wird der Tod nicht einfach ignoriert. Und ich meine, es ist ein guter Schritt, den Tod als Tatsache zu akzeptieren.

Andererseits habe ich bei diesem Sprichwort auch immer ein komisches Gefühl. Es klingt hier für mich schon fast so, als seien Tod und Leben gute Freunde, die eben auch untrennbar zusammengehören. Ich meine, dass das aus Gottes Sicht so nicht stimmt. Daher will ich mir jetzt zum Vergleich ansehen, was Jesus zum Tod und zum Sterben sagt.

Ich bin die Auferstehung und das Leben.“, so Jesus. Und weiter: „Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das? (Johannes 11,25-26).

 

Was unterscheidet dieses Statement von Jesus von der Aussage des Sprichworts „Der Tod gehört zum Leben“? Und warum ist das, was Jesus hier über Leben und Tod sagt, so wichtig? Sind seine Worte zu diesem Thema wertvoller als alle anderen, die Menschen oder sonst wer über den Tod machen?

Warum können die Worte von Jesus uns tatsächlich trösten und uns eine ganz neue und wirkliche Hoffnung geben? Ist das, was Jesus hier zu sagen hat, mehr als ein paar leere Worte eines religiösen Menschen? Und wenn das so ist, woher kann ich wissen, dass tatsächlich stimmt, was er sagt?
 

Die furchtbare Macht des Todes selbst erfahren

Was gibt dem Statement von Jesus über den Tod und die Auferstehung so viel Gewicht? Was macht seine Aussage dazu so wertvoll? Und so glaubwürdig? Weil Jesus die ungeheure Macht des Todes kennt. Und zwar aus eigener Erfahrung. Er hat die furchtbare Wucht des Todes selbst erlebt und kennt den ganzen Schmerz und die Trauer, die der Tod - jener grimmige Gevatter – über uns bringt, wenn er Menschen mit einem Mal aus unserer Mitte reißt.

Jesus sagt jenen Satz „Wer an mich glaubt, wird leben, selbst wenn er stirbt.“ Er sagt jenen Satz nicht als billigen frommen Trost eines Pastors, der ja schließlich dafür bezahlt wird, anderen tröstliche Worte zu sagen. Jesus spricht diesen Satz auch nicht als Theologe, der sich an seinem Schreibtisch kluge und tiefsinnige Formulierungen einfallen lässt.

Jesus spricht diesen Satz als Betroffener. Er hat selbst gerade einen lieben Menschen verloren. Einer seiner besten Freunde ist gestorben: Lazarus aus Bethanien. Vier Tage ist das her. Und nun ist er auf dem Weg zu dessen Grab. Unterwegs kommt ihm Marta entgegen, Lazarus‘ Schwester. Mitten in ihr Leid und ihre Trauer um den geliebten Bruder hinein macht Jesus ihr neuen Mut: „Dein Bruder wird auferstehen. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“

Jesus weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, dass ein geliebter Mensch mit einem Mal nicht mehr da ist. Liebevoll spricht er zu der trauenden Schwester Marta: „Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt.“

Manche von Ihnen trauern heute vermutlich. Um Ihren Mann, Ihre Frau, Ihre Schwester, um Ihren Freund. Und Jesus spricht auch in Ihre Trauer hinein: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

 

Das letzte Wort hat Jesus – nicht der Tod

Doch es gibt noch einen zweiten Grund, weshalb die Aussage von Jesus so viel mehr ist, als ein billiger Trost. Seine Worte über den Tod und die Auferstehung können uns wirklich eine völlig neue Hoffnung geben. Denn Jesus demonstriert hier ein für alle Mal, wer in Wahrheit das letzte Wort hat; wer das letzte Wort spricht in unserem Leben. Und das ist nicht der Tod mit seiner unfassbar brutalen Macht, mit der er unser Leben zerstört.

Auch wenn wir dem Tod auf Dauer kein Schnippchen schlagen können; auch wenn wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten vor der schrecklichen Macht des Todes eines Tages kapitulieren müssen.

Es gibt einen, dessen Macht reicht unendlich viel weiter als jene Macht, die der Tod über uns hat. Und dieser eine ist Jesus. Er ist stärker als der Tod.

 

Doch davon redet Jesus nicht nur. Er demonstriert seine Macht über den letzten Feind unseres Lebens – seine Macht über den Tod. Was dazu in der Bibel steht, ist kein frommes Märchen. Ausdrücklich betont der Schreiber Johannes, dass er Augenzeuge dieses Ereignisses ist. Und dass viele andere Augenzeugen dabei sind. Der Bericht im Johannesevangelium, den ich Ihnen hier nahebringen will – dieser Bericht erhebt den Anspruch, tatsächliche Ereignisse zu beschreiben. Wer sich den Berichten in der Bibel über Jesus stellt, der merkt recht bald: Dieser Anspruch ist tatsächlich berechtigt.

Wenn Jesus nur fromm reden würde; wenn er nur große Worte machen würde, ohne dass wirklich etwas dahinter ist – dann würde ich mich mit seinen Aussagen nicht weiter beschäftigen. Dann wären seine Worte nicht mehr als die vielen anderen schönen Reden, die sich dann doch nur als leere Worte erweisen. Was können schöne Sonntagsreden schon helfen? Sie helfen nur dann, wenn sie die Wahrheit sind. Und dann folgen ihnen Taten. Und beides ist bei Jesus der Fall. Was er sagt, hat Hand und Fuß.

Jesus sagt: Ich, ich in Person, bin das Leben und die Auferstehung. Und Jesus lässt Taten folgen. Er klopft nicht nur fromme Sprüche. Sondern spricht dann zu Lazarus, seinem verstorbenen Freund: „Lazarus komm heraus!“ (Johannes 11,43). Und Lazarus kommt aus seinem Grab – nach vier Tagen. Die Verwesung hat längst eingesetzt. Nicht umsonst warnt Lazarus‘ Schwester, als Jesus anordnet, das Grab zu öffnen: „Herr, der Geruch wird unerträglich sein! Er ist doch schon vier Tage tot!“ (Johannes 11,39).

Aber Lazarus lebt wieder. Er kann sofort wieder gehen. Und Jesus muss dazu nur drei Wörter sagen: „Lazarus komm heraus!“ Damit ist die Macht des Todes gebrochen, überwunden, besiegt. Vor vielen Augenzeugen demonstriert Jesus seine Macht über den Tod. Ein für alle Mal.
 

Dieser Artikel wird in einem zweiten Teil fortgesetzt.



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