Navigation überspringen
© skaska_i / stock.adobe.com; C. Meier / ERF

08.03.2022 / Zum Schwerpunktthema / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Nina Kopp

Befreit von Gott

Ein Leben mit Gott ist für Nina Kopp wie eine Wandertour: Manchmal bleibt man stehen, um sich neu zu orientieren. Aber dann geht’s weiter.


Nina Kopp rechnete nicht mit Gott – dann erlebt sie ihn auf besondere Weise. Heute macht sie Mut, Gott zu suchen. Denn sie ist überzeugt: Er lässt sich finden.
 

ERF: Nina, wie findest du heute Gott im Alltag?

Nina Kopp: Im normalen Alltag am liebsten in der Bibel. Immer wieder nehme ich mir Zeit, um darin zu forschen. Dabei kann ich mich verlieren. Manchmal entdecke ich einen roten Faden: Ich lese in der Bibel, einen Artikel oder unterhalte mich mit jemandem – und immer begegnet mir das gleiche Thema. Jeweils mit einem neuen Aspekt oder Ansatz. So etwas mag ich besonders und ich sage mir: Hey, da will Gott mir etwas sagen!
 

ERF: Vor einiger Zeit hast du dich gar nicht mit Gott beschäftigt. Wie sah dein Alltag aus?

Nina Kopp: Mein Leben war ganz anders. Ich wusste nicht mal so recht, was eine Bibel ist. Damals habe ich Drogen konsumiert. Ich bin also aufgestanden und habe einen Joint geraucht. Dann eine Bong, musste irgendwie die Schule bewältigen. Oft bin ich gar nicht erst zum Unterricht erschienen. Später wieder kiffen, Freunde treffen und so weiter.
 

ERF: Irgendwann hast du besondere Pilze konsumiert – und bist in einem Horrortrip stecken geblieben. Was hast du da erlebt?

Nina Kopp: Ich steckte vor allem in einem Verfolgungswahn. Ich habe überall die Polizei vermutet und gedacht, sie hört mich ab. Als es sich zugespitzt hat, habe ich gedacht, der Teufel will mich umbringen, gleichzeitig spürte ich, dass Gott mir das Leben schenken will. Da kam zum ersten Mal der Gedanke an Gott auf. Was abstrus ist – denn mit ihm hatte ich ja gar nichts am Hut.
 

ERF: Und trotzdem hast du Gott wahrgenommen. Wie war das?

Nina Kopp: Das ist schwer zu beschreiben. Da war nicht dieser weiße Mann mit dem Vollbart, der dann vor mir stand. Ich habe das eher gefühlt. Da war so eine Geborgenheit, eine Annahme. Mir wurde zugesprochen, dass ich schön bin, dass ich geliebt bin. Und dass ich gut bin, so wie ich bin. Ich habe gemerkt, da ist jemand, der an mir wirkt – und mir nicht nach dem Leben trachtet.
 

ERF: Später bist du zu einem Gottesdienst eingeladen worden – und du hast wirklich zugesagt?

Nina Kopp: Zuerst dachte ich, dass ich in einem Gottesdienst überhaupt nichts verloren habe. Trotzdem hat mich etwas hingezogen. Denn an diesem Morgen bin ich aufgewacht und habe eine Stimme gehört: „Nina, wenn du wirklich gesund werden willst, dann komm!“ Ich wusste sofort, wer zu mir spricht.


ERF: Wie hast du Gott in diesem Gottesdienst erlebt?

Nina Kopp: Es kam mir so vor, als wäre jedes Wort der Predigt persönlich auf mein Leben zugeschnitten. Zum Schluss wurde die konkrete Einladung ausgesprochen: Wer von den Ketten des Bösen befreit werden will, der kann jetzt für sich beten lassen. Und ich dachte: Genau das will ich. Ich will raus aus diesem Horrortrip! Die Menschen haben dann für mich gebetet – und es war für mich, als würde ein Kettenglied nach dem nächsten gesprengt werden. Ich war mit einem Mal frei und geheilt, das war ein gigantischer Moment.


ERF: Du hast auch danach noch Befreiung erlebt, beispielsweise vom Rauchen. Wie siehst du das Ganze im Rückblick: Hat dich in dieser ganzen Zeit eher Gott gesucht und gefunden – oder hast du dich auf die Suche gemacht?

Nina Kopp: Am Anfang war es tatsächlich Gott, der mich gesucht hat. Er hat mich gefunden. Später und bis heute ist es beides. Ich kenne jetzt die Stimme, die mich ruft, und weiß, wo ich suchen muss, um Gott zu finden. Ich mache mich immer wieder auf, um Zeit mit ihm zu verbringen. Eine Beziehung funktioniert nicht ohne gemeinsame Zeit.
 

ERF: Gott ist dir einzigartig begegnet. Und trotzdem: Wenn sich jemand auf die Suche nach Gott machen will, wo könnte diese Person anfangen?

Nina Kopp: Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. So individuell wie meine Geschichte mit Gott ist, so individuell begegnet Gott jedem persönlich. Der eine wird über einen charismatischen Gottesdienst angesprochen, der nächste vielleicht durch einen traditionellen Radio-Gottesdienst oder einen der ERF Workshops oder TV-Sendungen. Nach dem ersten Kontakt bin ich einfach neugierig geworden und habe angefangen, die Bibel zu lesen. Ich wollte immer mehr von Gott erfahren. Ich denke: Jeder darf entdecken, was ihm liegt. Das ist das Schwierige, aber auch das Schöne.
 

ERF: Die Bibel und Gottesdienste können also ein Anfang sein?

Nina Kopp: Es kommt auch auf meine Bereitschaft und Offenheit an. Ich würde also sagen: Wenn du dich aufmachst und mit offenem Herzen Bibel liest und dabei betest und sagst „Hier, Gott, ich suche dich und ich möchte dich finden. Bitte rede zu mir!“, wirst du Gott finden. Also Gebet und Bibel, in dieser Kombination. Und dann einfach mal abwarten, was passiert.
 

ERF: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren