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09.07.2015 / Impuls kurz vor den Sommerferien / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Karin Goll

Lunchpaket vom Himmel

Elia ist mehr als reif für die Insel. Was wir von seiner Geschichte für unseren Urlaub lernen können.


Elia ist ein Mann Gottes. Ein Prophet. Das ist mehr als ein gewöhnlicher Job: Elia hat viele Feinde, er muss den Menschen Gottes Sicht auf die Dinge erklären. Aber die wollen das gar nicht immer hören. Elia aber bleibt hartnäckig. Er kämpft, powert sich aus. Doch dann schickt Isebel,  die Frau des Königs, einen Boten, der Elia ausrichtet, dass sie ihn umbringen will. Das ist zu viel für Elia. Er kann nicht mehr und er versteht die Welt nicht mehr: Er hat sich so sehr für Gott eingesetzt und das soll der Dank sein? Ich weiß nicht, ob man Elia als selbstmordgefährdet bezeichnen kann, aber er hatte auf jeden Fall einen Burnout.

Jetzt, so kurz vor dem Sommerurlaub, fühlen viele Menschen sich reif für die Insel. Nicht immer ist es so dramatisch wie bei Elia, aber wenn Sie sich erschöpft, ein bisschen frustriert oder ausgelaugt fühlen, sind Sie bestimmt nicht alleine.

Elias Strategie ist Rückzug. Er geht in die Wüste und will sterben. In der Einsamkeit legt er sich nieder. Vor Gott kann er sich allerdings nicht verstecken. Gottes Herz blutet, als er sieht, wie fertig Elia ist. Deshalb schickt er einen Engel mit Essen und frischem Wasser vorbei. Der Engel weckt den entmutigten Propheten sanft auf und gibt ihm Nahrung. Elia schläft weiter, bis er ein zweites Mal vom Engel geweckt wird. Wieder bekommt Elia Essen und Trinken – und fühlt sich dieses Mal deutlich besser. Er ist sogar so erfrischt, dass er bereit ist für Gottes Auftrag. Er hat wieder Kraft zum Weitergehen.

Ich finde es beeindruckend, dass Gott genau weiß, was Elia braucht. Elia muss nicht funktionieren, er muss nicht weitermachen, obwohl er nicht mehr kann. Gott gönnt ihm Ruhe und Erholung. Und wenn dieser große Prophet mit seiner wichtigen Aufgabe Zeit für eine Erholungspause bekommt, muss das doch auch für mich möglich sein. Gott gönnt mir Pausen, Gott gönnt mir einen erfrischenden Urlaub. Danach bin ich auch wieder in der Lage, weiterzumachen.

 Karin Goll

Karin Goll

  |  Moderatorin und Redakteurin
Aufgewachsen direkt hinter der Schweizer Grenze sind ihr die Liebe zu Käse(fondue) und Schokolade bis heute geblieben. Die Theologin steht liebend gern am Mikro, ist Frischluftfanatikerin und bändigt zu Hause Mann und drei Mädels.

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Kommentare

fragezeichen /

Meine Lieblingsstelle in dieser Elia-Burnout-Geschichte ist die, wo geschrieben steht, dass Gott im 'stillen, sanften Säuseln' war - nicht im Brausen des Sturms, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer. Sondern ganz einfach, still und sanft.

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