
23.05.2011 / Gedanken zu Philipper 3,1 / Lesezeit: ~ 1 min
Autor/-in: Michael GersterFreude auf Knopfdruck?
Immer wieder forderte Paulus Christen auf sich zu freuen. Dabei hatte auch er nicht viel zu lachen. Wie hat Paulus das geschafft? Eine Andacht.
„Was immer auch geschehen wird, liebe Freunde, freut euch im Herrn. Ich werde nicht müde, euch dies zu schreiben, denn es wird euch nur noch mehr stärken.“
Philipper 3,1
Können Sie sich auf Knopfdruck freuen? Ich nicht. Aber manchmal wünsche ich mir so einen kleinen roten Knopf, auf den ich drücken kann, wenn es in meinem Leben gerade keinen Grund zur Freude gibt. Wer die Aufforderung des Apostels Paulus liest, kann schnell zu der Vermutung kommen, dass er um so einen kleinen verborgenen Knopf im Menschen weiß, der von jetzt auf gleich ein Übermaß an Freude produziert.
Dabei ist es nicht so, dass Paulus nicht auch Grund zur Traurigkeit und Verzweiflung gehabt hätte. Ganz im Gegenteil. Ihm war klar, wie hart das Leben und auch das Christsein manchmal sein kann. Er wurde verprügelt, gesteinigt und von Freunden im Stich gelassen. Er hat Schiffbruch erlitten und es gab Momente, in denen er nach eigener Auskunft „am Leben verzagt“ war. Trotzdem fordert er immer wieder zur Freude auf.
Ich glaube, dass Paulus auf eine grundlegende Erfahrung zurückgreifen konnte, die ihn auch in schwierigen Momenten getragen hat. Er hat Jesus als den kennengelernt, der seinem Leben eine neue Richtung gegeben hat. In den Schwierigkeiten des Alltags vergisst man manchmal, dass Gott dem eigenen Leben eine neue Richtung, ein neue Ziel gegeben hat. Das Geheimnis zur Freude liegt daran, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Jesus mich auf eine Reise mit Ziel geschickt hat. Und dass er mich auf dieser Reise begleitet.
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Kommentare (6)
Am vergangenen Sonntag, der Kantate hieß, also Singet (...dem Herrn ein neues Lied!) hatte ich im Gottesdienst ein Aha-Erlebnis.
Der Gottesdienst wurde nur von einem kleinen Chor ausgestaltet, … mehrwenige alte Frauen, ganz wenige Männer saßen im Gottesdienst. Und doch war es ihnen wichtig im Gottesdienst zu sitzen und vom neuen Lied, dem Lied der Freude zu hören. Der "unbeliebte" Pfarrer sagte einen wichtigen Satz: Der Grund der Freude am neuen Lied liegt in der Hilfe Gottes, die man erfahren hat. Wer zu Gott gerufen hat: Herr erbarme dich meiner und hilf mir! hat einen tiefen Grund Gott zu singen über die erfahrene Hilfe. Das eigentlich ist die Voraussetzung zum neuen Lied vor Gott. Und je tiefer das Leid, desto tragfähiger die Freude an Gott. Der Autor beschreibt es nicht anders.
Wir haben durch Jesus Christus wirklich allen Grund zur Freude, auch wenn die ungeliebte mühsame Arbeit einen hat und runter ziehen will mit Rückenschmerzen und anderem Unbehagen. Hiob hielt auch auf dem Scherbenhaufen seines Lebens an Gott fest. Das ist nicht leicht, aber möglich.
Danke für den Beitrag, der gerade perfekt zu meiner Situation passt. Solche Texte zur rechten Zeit sind für mich immer wieder unverhoffte Wegweiser, die einen treuen Reisebegleiter erahnen lassen!
Wenn Gott so vergesslich waere wir ich es oft bin waere sicher kein Grund zur Freude vorhanden. Ich danke Gott taeglich fuer Seine Liebe, Guete und eben Seine grenzenlose Geduld mit einem Suender wie mir.
Vielen Dank fuer die weitere Ermutigung
Paulus hat Freude und J E S U S zusammengebracht. In JESUS und mit JESUS ist Freude da.
Anbetung und Dank erschließen diese Erfahrung.
Solches Bekenntnis mir und anderen gegenüber gibt J E S U S die Ehre . . .
Ich habe dasselbe Problem. Es gibt bei mir viele Gründe, worüber ich mich freuen und wofür ich Gott danken könnte. Trotzdem kommt oft keine echte Freude. Gottes Wirken in meinem Alltag ist unbestritten. Dennoch stellt sich manchmal das Gefühl der Grauheit und Sinnlosigkeit ein.
Mir fehlt oft auch der rote Knopf auf den ich drücken könnte im Notfall. Mir hilf zu bedenken wir Gott mir immer wieder geholfen hat und wie er mein Leben erhält. Das stimmt mich dann froh. Das kann ich weitersagen und auch andere aufmuntern in den Chor mit einzustimmen. Einen gesegneten Tag.