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03.03.2025 / Andacht / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Bernd Kortmann

Ein wildes Durcheinander

Wenn „die da oben“ sich wie im Zirkus benehmen: Was die Bibel im Umgang mit der staatlichen Ordnung rät. Eine Andacht.

Es gab Zeiten, da habe ich mich herrlich amüsiert, wenn in irgendeiner Art von Parlament die Fetzen flogen, weil sich Menschen nicht einig waren. Doch warum hat mich das amüsiert? Weil es nicht echt aussah. Weil es nicht meine Regierung war. Weil es unreal schien, dass sich so etwas mal in unserem Land ereignen würde.

Seit einigen Jahren amüsiert mich so ein Streitverhalten nicht mehr. Denn diese Auseinandersetzungen, auch wenn sie ohne Fäuste oder körperliche Gewalt einhergehen, sind mittlerweile im deutschen Bundestag an der Tagesordnung. Jeder Vortrag, jedes Plädoyer wird unterbrochen. Selbstbeherrschung kennt man nicht mehr.

Wo ist der gegenseitige Respekt geblieben?

Wenn ich mir das so anschaue, frage ich mich: Was soll das Theater eigentlich? Schließlich arbeiten da doch erwachsene Menschen zusammen, oder nicht? Kann ich da nicht erwarten, dass man sich dort zumindest ausreden lässt?

Dann schaue ich auf mein eigenes Umfeld. Wie sieht es da aus? Lasse ich andere ausreden, selbst wenn sie nicht meine Meinung teilen? Ich kann zum Glück sagen: Ja, das tue ich. Wo also besteht der Unterschied? Warum passiert im Großen nicht mehr, was ich im Kleinen gelernt habe?

Ich merke, dass mir bei so viel Respektlosigkeit untereinander selbst leicht der Respekt für die Regierenden verloren geht. Denn wie soll ich Respekt leben, wenn er mir nicht vorgelebt wird?

Gottes Aufforderung: Unterordnung

In der Bibel finde ich einen Vers, der mir sagt, wie ich in Bezug auf unsere staatliche Regierung handeln soll. Dazu zählen Höflichkeit, Geduld, ja sogar Unterordnung. Paulus schreibt diesbezüglich an die Gemeinde in Rom: „Jeder soll sich der Regierung des Staates, in dem er lebt, unterordnen. Denn alle staatliche Autorität kommt von Gott, und jede Regierung ist von Gott eingesetzt (Römer 13,1).

Er schreibt es zu einer Zeit, als das jüdische Volk von den Römern beherrscht wurde, und er weiß genau, dass es nicht das ist, was die Israeliten hören wollen. Dennoch macht Paulus eindeutig klar:

Gott hat immer noch die letzte Kontrolle. Daher tu, was du tun kannst und musst: Akzeptiere deine Regierung und ordne dich ihr unter.

Für die eigene Regierung beten statt motzen

Ich persönlich finde das unglaublich herausfordernd. Und das, obwohl ich in einem Land leben darf, in dem der Regierungsbildung eine demokratische Wahl vorausgeht. Dennoch sehe ich Entscheidungen oft anders, als es die Bundesregierung tut, und zwar unabhängig davon, ob die von mir präferierte Partei in Regierung oder Opposition sitzt.

Trotzdem ist es so: Gott will, dass ich meine Regierung anerkenne und mich ihr unterordne. Das ist herausfordernd, steil und ziemlich klar in der Bedeutung. Das heißt nicht, dass ich berechtigte Kritik nicht im Rahmen aller demokratischen Möglichkeiten äußern darf. Aber dem allgemeinen Meckern und Motzen über „die da oben“ schiebt Paulus einen klaren Riegel vor.

Ich hoffe und bete, dass ich das mehr leben kann. Selbst dann, wenn ich sehe, dass sich im Bundestag wieder benommen wird, als ob der Zirkus in der Stadt ist.

Daher nehme ich mir heute als Aufgabe mit: Ich will mehr für meine Regierung beten. Betest du mit?

Autor/-in

Bernd Kortmann

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Kommentare (3)

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Harald V. /

Heist das auch, dass ich eine Gottlose Regierung, die sogar Christen verfolgen lassen akzeptieren soll, bzw mich nur im Gebet dagegen wehren darf?

Heribert /

Ja, ein wenig mehr Respekt untereinander wünsche ich mir auch, wie sie es so schön in ihrer Andacht umschrieben haben z.B., näher an Gottes Wort, oder wie es die aktuelle JL “Prüft alles und behaltet das Gute“ verheißt!

Ulrich /

Mich stört, wenn manche Christen auch heute noch der Meinung sind, dass auch die Nazis eine von Gott eingesetzte Regierung war. Das waren sie ganz sicher nicht! Ansonsten schließe ich mich dem Geschriebenen an.

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