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© Priscilla du Preez / unsplash.com

14.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Ellen Hörder-Knop

Mein Bibelbuch (25)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Ellen Hörder-Knop über das Johannes-Evangelium.

 

 

„Kommt und seht!“ Was wie ein Werbeslogan klingt, um mich von der Qualität eines Produktes zu überzeugen, ist ein Satz aus dem Mund Jesu.  Johannes hat ihn in seinem Evangelium niedergeschrieben. „Kommt, überzeugt euch selbst, wer ich bin!“ Diese werbende Einladung Jesu macht mich neugierig. Sie fordert mich heraus, mir mein eigenes Urteil über Jesus zu bilden.

Ich bin eingeladen, Jesus kennenzulernen in den Geschichten, die der Evangelist Johannes für die Menschen seiner Zeit aufgeschrieben hat. Da er selbst zu den Jüngern Jesu gehört, handelt es sich um Augenzeugenberichte.

Mich beeindruckt, dass Johannes sehr persönlich schreibt. Das liegt wohl an seiner engen Beziehung zu Jesus. Deshalb kann er, wie keiner sonst, die Charaktereigenschaften Jesu so bildhaft und lebensnah beschreiben.

Während in den anderen Evangelien Jesus meist von vielen Menschen umringt ist, richtet Johannes seinen Blick auf das Leben einzelner Menschen und das persönliche Gespräch mit ihnen.

Es berührt mich zu lesen, wie Jesus Menschen begegnet; mit ihnen redet. Wie sie durch Jesus die Liebe Gottes entdecken, die ihr Leben verändert.

Auch wenn Johannes Lebensgeschichten einzelner Menschen hervorhebt, bin ich in seinen Berichten mit hineingenommen in eine große, alle Zeiten umfassende Geschichte. Eine Geschichte, die ihren Bogen spannt von der Schöpfung der Welt bis in die Ewigkeit hinein. Beim Lesen im Johannesevangelium spüre ich: Ich bin Teil dieser Geschichte. Ein Teil der Liebesgeschichte Gottes zu seiner Welt und seinen Menschen. Ein wichtiger, einmaliger und unabkömmlicher Teil. Ein Teil, den Gott sich selbst ausgesucht hat. Mit mir schreibt Gott seine Geschichte weiter.

Steht am Anfang des Evangeliums die Aufforderung „Kommt und seht!“, so heißt es am Schluss: „Denen ist zu gratulieren, die nicht sehen und doch glauben!

Jesus scheut sich nicht vor einer Prüfung mit offenen Augen. Wer sich von Jesus einladen lässt, der lernt ihn selbst kennen. Denn mit seiner Person steht und fällt der Glaube an Gott. Ein Glaube, der mehr ist als Sehen. Ein Glaube, der in einer vertrauensvollen Beziehung zu Jesus Christus sichtbar wird. Als der Auferstandene ist er mittendrin in meinem Alltag anzutreffen. Mit dem Glauben an ihn gewinnt das Leben einen ungeahnten Horizont. Dem lässt sich nichts mehr hinzufügen. Nur noch ein „Herzlichen Glückwunsch!“

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Ellen Hörder-Knop

Ellen Hörder-Knop

  |  Redakteurin Lebenshilfe / Theologie

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