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© Priscilla du Preez / unsplash.com

03.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Elke Drossmann

Mein Bibelbuch (20)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Elke Drossmann über das Buch Jesaja.

 

 

Lieben Sie Ouvertüren? Eröffnungen eines Musicals beispielsweise? In Ouvertüren klingen Themen, Motive an, die das Gesamtwerk prägen. Motive, die wiederkehren. Ein Einstimmen, aber auch schon eine Art Zusammenfassung auf das, was mich erwartet.

Das Buch Jesaja ist für mich wie eine Ouvertüre auf das Neue Testament. Ein Buch, das mir bereits den Heiligen Geist vorstellt. Als ich das Jesajabuch dreimal hintereinander gelesen habe, fiel mir auf, wie häufig in diesem Buch bereits im Alten Testament vom Heiligen Geist oder Geist Gottes die Rede ist.

Eigentlich kein Wunder. Denn Jesaja, der Prophet, erhält bei seiner Berufung zum Propheten Einblick in die himmlische Welt. Im Jesajabuch, Kapitel 6 wird das beschrieben. Jesaja hört himmlischen Lobpreis: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“ (Jes. 6, 3). Vielleicht kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor. In meiner Kirche hat er seinen festen Platz, wenn wir Abendmahl feiern. Beim Abendmahl stimmen wir in den himmlischen Lobpreis mit ein.

Jesaja erlebt in dieser Ouvertüre zur himmlischen Welt den krassen Unterschied zwischen Gott und ihm selbst und jedem anderen Menschen. Wie verschieden Gott und wir sind und wie wir doch zueinander finden können, hat z. B. mit dem Geist Gottes zu tun. Beides kann ich mit dem Heiligen Geist erleben: Ein Erschrecken über mich selbst, aber auch wie der Geist Gottes, die Leitung zu Gott herstellt, dem Ewig-Vater. Das war damals in Israel nicht selbstverständlich und ist es bis heute nicht. Durch diesen einmaligen Blick in den Himmel war Jesaja lebenslang gewappnet. In allen Konflikten hielt Jesaja als Prophet im Sinne Gottes durch.

Im Jesajabuch gibt es Anspielungen und Hinweise auf Jesus. Eine weitere Öffnung zum Neuen Testament hin: Der Name Immanuel, den Jesus erhält, taucht bereits hier auf. Oder der Hinweis, es wird ein Licht geben, das die Finsternis durchdringt: Jesus, wird sich später als Licht der Welt bezeichnen.  Ein König, der sich mit anderen Qualitäten auszeichnet als die Könige Israels wird versprochen. Jesus ist dieser König. Ein Friedefürst wird von Jesaja in Aussicht gestellt. Jesu Friede übersteigt mein Denken. Ein Knecht wird versprochen, der mir an Gottes Stelle die Hand reicht – in ganz unansehnlicher Form – bereits eine Anspielung auf Jesu Sterben am Kreuz.

Und auch das kommt mir bekannt vor: Jesaja stöhnt öfter: „Wer glaubt mir schon?“ Möchten Sie Jesaja mit dieser Frage widerlegen – dann nur zu! Schlagen sie das Buch auf, das von ihm geprägt und nach ihm benannt ist.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

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