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© Priscilla du Preez / unsplash.com

26.11.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Joachim Bär

Mein Bibelbuch (16)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Joachim Bär über das Buch 1. Chronik.

 

 

Das erste Chronikbuch bietet einigen Anlass, es links liegen zu lassen. Es beschreibt in langen Listen, wer von wem abstammt. Angefangen bei Adam – wodurch das Ganze etwas länglich wird. Später geht es um die Taten des großen Königs David vor rund 3000 Jahren. Die beschriebenen Kriege werfen Fragen in mir auf.

Warum ist das Buch trotzdem eines der Bibelbücher, die ich mag? Das liegt auch an einer kurzen Aussage im vierten Kapitel des Buches. Mitten in der Aufzählung der Nachkommen von Juda lese ich ein Gebet, das mich innerhalb von Sekunden anspricht. Ein gewisser Jabez betet zu Gott: „,Segne mich und erweitere mein Gebiet! Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern!‘ Diese Bitte hatte Gott erhört.“ (1. Chronik 4,10)

Besonders bekannt geworden ist dieses Gebet in den letzten 20 Jahren. Im Jahr 2000 hat der Autor Bruce Wilkinson ein kleines Buch dazu veröffentlicht, „Das Gebet des Jabez“. Mittlerweile ist es millionenfach verkauft und landete auf der New York Times Bestsellerliste. Wilkinson fordert seine Leser heraus: Bete das Gebet täglich – und dein Leben wird sich grundlegend verändern.

Der Erfolg des Buches hat Kritiker auf den Plan gerufen: Tut Gott das, was ich will? Sollte es in meinen Gebeten um meinen Einflussbereich gehen?

Die Diskussion kann man führen. Ich aber schaue mit frischem Blick auf das Gebet, das mich noch immer anspricht. Denn es enthält in einer besonderen Dichte viele Aspekte meines Lebens und Glaubens. Erstens bitte ich Gott damit um seinen Segen – und kann mit seiner Hilfe das Potential entfalten, das er in mich gelegt hat. Ich bitte Gott, mein Gebiet zu erweitern. Zweitens bitte ich also um Mut, neue Dinge auszuprobieren und mich immer mehr auf Gott und seinen Weg mit mir einzulassen. Drittens bitte um seinen Beistand für die Momente, in denen ich merke: Ich schaffe das nicht allein. Und ich bitte Gott um Schutz. Denn ich merke oft, wie wenig ich letztlich in der Hand habe.

All das steckt in diesem kurzen Gebet. Damit kann es zu einer Art Gebets-Grundversorgung für den Alltag werden. Nicht, um meinen Erfolg zu befeuern. Sondern, um Gott in meinen Alltag mit seinen Aufgaben und Herausforderungen zu integrieren. Wenn ich dieses Gebet mit Vertrauen zu Gott bete, kann ich seine Kraft erleben. So wie Jabez.

Der Blick ins 1. Chronikbuch lohnt sich also. Übrigens nicht nur wegen dieser einen Aussage aus Kapitel 4 Vers 10.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Joachim Bär

Joachim Bär

  |  Gesamtredaktionsleiter

Koordiniert die übergreifenden Themen der redaktionellen Angebote des ERF. Er ist Theologe und Redakteur, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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