Navigation überspringen
© Jeshoots com / unsplash.com

08.04.2022 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Andreas Odrich

Zwischen Terror und aktiver Hilfe

Der Freitagstalk des ERF Aktuell-Teams.

 

 

Eine Anschlagsserie in Israel, Hilfe für geflüchtete Menschen aus der Ukraine auch mit Lebensmittelspenden, sowie gesunkene Abtreibungszahlen – das sind unsere Themen beim Freitagstalk der ERF Aktuell-Redaktion. Andreas Odrich hat die Fakten zusammengestellt.
 

ERF: Andreas, zunächst eine erfreuliche Zahl, die Abtreibungen in Deutschland sind zurück gegangen.

Andreas Odrich: Und zwar um fünfeinhalb Prozent. Das sagt das Statistische Bundesamt. Damit ist die Zahl der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche unter die 100.000er-Marke gesunken und beträgt für das Jahr 2021 rund 95.000.
 

ERF: Das klingt auf den ersten Blick nach einer guten Nachricht, kann man das so sehen?

Andreas Odrich: Man muss dazu natürlich wissen – das Statistische Bundesamt legt reine Zahlen vor. Es betreibt keine Ursachenforschung. Auch kann es nur Zahlen nennen, die wirklich gemeldet wurden. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß also niemand. Und somit lässt sich zunächst nur mutmaßen, wie die Zahl zustande kommt.

Lebensrechtler, die sich für den Erhalt des werdenden Lebens aussprechen, sagen: immer mehr wird die sogenannte „Pille danach“ verschrieben, die das werdende Leben nach wenigen Tagen beendet, und das wäre ein Grund, warum sich die Statistik verändert. Befürworter einer legalisierten Abtreibung beklagen, dass es immer weniger Ärztinnen und Ärzte gebe, die Abtreibungen vornehmen. Statistisch lässt sich mit Sicherheit nur sagen: vor allem bei den jüngeren Frauen gehen die Abtreibungszahlen zurück. Nicht mehr und nicht weniger.
 

Israel in Alarmbereitschaft

ERF: Kommen wir zu Israel. Dort hat es erneut einen tödlichen Anschlag gegeben.

Andreas Odrich: Ein Mann hat am Donnerstagabend in Tel Aviv zwei Menschen erschossen und 10 weitere verletzt. Der Mann hatte das Feuer auf eine Gaststätte in Tel Aviv eröffnet, während seine Opfer dort den Abend genießen wollten. Neun Stunden hat die Polizei nach ihm gesucht und den mutmaßlichen Täter schließlich in einer Moschee in Tel Aviv aufgespürt und erschossen. Nach israelischen Polizeiangaben handelt es sich um einen palästinensischen Mann aus dem Westjordanland.
 

ERF: In den vergangenen zwei Wochen hat es bereits drei Attentate in Israel gegeben. Kann man von einer Serie oder gar von einer gezielten Taktik sprechen?

Andreas Odrich: Mindestens elf Menschen wurden getötet. Ob dies vernetzte Aktionen sind, wird die Polizei ermitteln müssen. Der Terror jedenfalls ist in Israel allgegenwärtig und Ministerpräsident Naftali Bennett hat die Sicherheitskräfte in Israel in maximale Alarmbereitschaft versetzt.
 

Bargeld gibt Würde

ERF: Natürlich soll uns auch heute das Schicksal der geflüchteten Menschen aus der Ukraine beschäftigen.

Andreas Odrich: An diesem Samstag treffen sich Vertreter der EU-Staaten und Kanadas in Warschau zu einer sogenannten Geberkonferenz. Die Konferenz soll Geld für die Unterstützung der 4 Millionen Menschen sammeln, die bereits aufgrund des Krieges aus der Ukraine geflüchtet sind. Und - was wir nicht vergessen dürfen, innerhalb des Landes gibt es weitere 6,5 Millionen Menschen, die vor den russischen Truppen und ihren Bomben und Panzern geflohen sind.
 

ERF: Wie kann den Menschen denn am besten geholfen werden?

Andreas Odrich: Neben Lebensmitteln, Obdach und Kleidung auch mit Bargeld. Das sagt die christliche Hilfsorganisation World Vision. Und sie begründet das so: die Menschen konnten nur mit dem Nötigsten fliehen. Was sie genau zum Leben brauchen, das wissen sie als Betroffene am besten. Bargeld gibt Würde, wer Bargeld hat, wird wieder souverän. World Vision beruft sich bei seiner Forderung auf gute Erfahrungen mit direkten Auszahlungen über Gutscheine bis hin zu Banktransfers.
 

Kartoffeln als Zeichen

ERF: Nach wie vor ist praktische Hilfe aber auch gefragt, und dazu hast du noch ein schönes Beispiel.

Andreas Odrich: Der Landwirt Lars Köll aus Hessen hat kurzerhand mit vier Helfern die Ärmel hochgekrempelt, einen Teil seiner Kartoffel-Ernte verpackt und an das christliche Hilfswerk GAiN in Gießen weitergeleitet. Genauer gesagt handelt es sich um 22 Paletten mit je 24 Säcken zu 25 kg, über 13 Tonnen also. Die Kartoffeln werden nun von GAiN zu den Geflüchteten in die Grenzregionen rund um die Ukraine oder in die Ukraine selbst verfrachtet. Handfeste und genießbare Lebenshilfe.
 

Hoffnungsfest Spring

ERF: Schließen wir mit einer weiteren guten Nachricht, und die betrifft das Ferienfestival Spring nach Ostern.

Andreas Odrich: Wir haben ja schon berichtet. Spring findet nach zwei Jahren Corona-Zwangspause endlich wieder statt. 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von den Veranstaltern erwartet zu Konzerten, Gottesdiensten, Seminaren, Workshops und viel Ferienspaß. Das Ganze findet im Hochsauerland in Willingen statt, dort, wo im Winter die Skifahrer die Pisten hinunterbrettern. Spring hat den Vertrag jetzt bis 2026 mit dem beliebten Wintersport-Ort verlängert und damit, wie ich finde, bewusst in diesen schwierigen und aufregenden Zeiten ein Zeichen für Hoffnung und Zukunft gesetzt.


ERF: Und mit dieser Nachricht verabschieden wir Sie gerne ins Wochenende. Diesen Sonntag ist bereits Palmsonntag und damit gehen wir dem Osterfest mit großen Schritten entgegen. Bleiben Sie behütet in diesen Tagen.

 

 Andreas Odrich

Andreas Odrich

  |  Leiter Redaktion Aktuell

Er leitet die Redaktion Aktuelles und Gesellschaft. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und ist begeisterter Opa von drei Enkeln. Der Glaube ist für ihn festes Fundament und weiter Horizont zugleich.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren