Navigation überspringen
© ia huh / unsplash.com

28.12.2021 / ERF Global Hope / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Rebecca Schneebeli

Veränderung ist möglich

Women of Hope schenkt Frauen in einem Gefängnis in Paraguay eine neue Perspektive für ihr Leben.


Armut, Gewalt und Kriminalität sind in weiten Teilen Lateinamerikas ein Problem. Frauen werden hier vielfach zu Opfern, doch einige von ihnen verstricken sich selbst in illegale Machenschaften und landen im Gefängnis. Solchen Frauen eine neue Perspektive für ihr Leben zu geben, das hat sich das paraguayische Team von TWR Women of Hope zum Ziel gesetzt. Schon seit vielen Jahren besuchen die Mitarbeiterinnen Frauen im Gefängnis „Buen Pastor“ (deutsch: guter Hirte). Sie erzählen den Insassinnen von Jesus und sie ermutigen sie, ihre Gaben zu entdecken.

So enthält etwa das Programm, das das Team wöchentlich im Gefängnis veranstaltet, immer auch einen praktischen Teil, in dem die Frauen handwerkliche Fähigkeiten erlernen und auf vielfältige Weise kreativ werden können. Bei einem Treffen etwa bestickten die Frauen die in der Region so beliebten Flipflops. Das bringt nicht nur Abwechslung in den Gefängnisalltag, sondern einige der handwerklichen Fähigkeiten, die die Frauen erlernen, nützen ihnen auch. Mit Näh- und Stickarbeiten etwa können sie sich im besten Fall nach ihrer Entlassung ihren Unterhalt verdienen. Das senkt die Rückfallquote deutlich.
 

Lebensgeschichten der Hoffnung

In der Pandemie musste das WoH-Team die Besuche in „Buen Pastor“ lange Zeit aussetzen. Erst im Sommer 2021 war die Wiederaufnahme des Projekts möglich. Doch damit rissen nicht automatisch die Kontakte zu den Frauen ab. Viele von ihnen begleitet das Team sogar noch nach ihrer Entlassung. Die Geschichten dieser Frauen sind wahre Geschichten der Hoffnung.

Da ist zum Beispiel Gloria. Gloria ist eine Frau, die allen Widrigkeiten des Lebens zum Trotz immer ein Lächeln im Gesicht trägt. 2020 wurde sie aus dem Gefängnis entlassen und hat mittlerweile ein Kind. Den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn verdient sie mit Häkelarbeiten. An Wochenenden backt und verkauft sie Muffins, Kuchen und Sandwiches. Sie hat durch den Kontakt zum WoH Team zum Glauben gefunden und besucht eine lokale Gemeinde. Auch in der WoH WhatsApp-Gruppe ist sie sehr aktiv.

Eine andere Frau, die ihrem Leben eine neue Richtung gegeben hat, ist Blanca. Blanca ist immer noch inhaftiert, aber lebt mittlerweile in einer etwas offeneren Strafvollzugsanstalt, wo sie sich frei bewegen kann und auch ein Handy besitzen darf. Blanca kennt das Team schon seit über sechs Jahren. Sie hat die Zeit im Gefängnis genutzt, um einen zweiten Collegeabschluss in Psychologie zu machen. Seit Blanca in der offeneren Strafvollzugsanstalt lebt, ist sie täglich in Kontakt mit dem Team. Die WoH Mitarbeiterinnen senden ihr Bibelverse, christliche Videos und Musik. So kann Blanca selbst hinter Gefängnismauern im Glauben wachsen.

Eine dritte Frau, deren Leben eine neue Richtung genommen hat, ist Maria Lorenza. Über zehn Jahre lang hat Maria an den Angeboten des WoH Teams im „Buen Pastor“-Gefängnis teilgenommen. Unverkennbar durch ihre quietschige Stimme und ihren stockenden Gang agierte sie lange als Sprecherin für ihre Gefängniskolleginnen. Sie unterstützte das Team nicht nur organisatorisch, sondern auch bei Absprachen mit den Behörden. 2020 wurde ihre Haftstrafe in einen Hausarrest umgewandelt. Seitdem beten die WoH Mitarbeiterinnenmit ihr dafür, dass sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren kann, um näher bei ihrer Familie zu sein. Maria ist gläubige Katholikin und Mitglied in der WoH WhatsApp-Gruppe.
 

Kurzimpulse für Social Media halten den Kontakt

Jesus kann Leben verändern. Das machen die Geschichten dieser drei Frauen deutlich. Deshalb hat das WoH Team die Arbeit mit den Frauen im Gefängnis „Buen Pastor“ wiederaufgenommen, sobald dies wieder möglich war. Aber nicht nur hinter Gittern brauchen sozial benachteiligte Frauen Hilfe und neue Perspektiven.

Deshalb veranstaltet das Team ähnliche Handarbeitskurse auch in einem sozial benachteiligten Stadtteil in Asunción. Hier lernen Frauen zum Beispiel Backen und Haareschneiden. Und auch hier zeigt sich eine ähnliche Entwicklung: Etliche der Frauen kommen zum Glauben und sie werden außerdem befähigt, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Einige von ihnen haben sogar schon eigene Unternehmen gegründet. Das macht das Team dankbar.

Um in stetem Kontakt mit diesen Frauen zu bleiben, aber auch um noch mehr Frauen in Paraguay neue Hoffnung und eine neue Lebensperspektive zu geben, haben die Mitarbeiterinnen von WoH Paraguay begonnen, ergänzend zu den halbstündigen Programmen der „Women of Hope“ Radiosendereihe fünfminütige Kurzbotschaften in Spanisch und Guaraní aufzunehmen. Denn diese lassen sich besser in sozialen Netzwerken teilen. In Guaraní haben sie bis zum Sommer schon über 100 solcher Kurzandachten geschrieben und über 60 produziert. Geplant sind insgesamt 365 Impulse in Guaraní und 52 in Spanisch.

Der ERF unterstützt in Paraguay die Arbeit von Women of Hope schon seit vielen Jahren, aktuell über Zuschüsse für das Kurzandachten-Projekt in Guaraní. Ihre Spende hilft uns dabei.

Die bereits produzierten Kurzimpulse teilen die WoH Mitarbeiterinnen auf verschiedenen Social Media-Kanälen – unter anderem in ihrer stetig wachsenden WoH WhatsApp-Gruppe. Die Reaktionen darauf sind ermutigend. Viele melden zurück, dass die kurzen geistlichen Inputs ihnen Kraft in schwierigen Situationen geben und ihnen eine große Hilfe in ihrem Alltag sind. Das ermutigt das Team, dieses Projekt weiter voranzutreiben.
 

Gebetsanliegen

  • Wir sind dankbar, dass dem WoH Team in Paraguay seit Sommer wieder Besuche in „Buen Pastor“ möglich sind und sich weitere Möglichkeiten in der Haftanstalt „New Opportunity Home“ ergeben haben, in der die Frauen eine gewisse Bewegungsfreiheit haben.

  • Wir beten, dass die Gefängnisinsassinnen, die durch das Engagement von Women of Hope ihrem Leben eine Wende geben wollen, Unterstützung bekommen und ihnen ein wirklicher Neustart möglich ist.

  • Wir beten, dass die neuen Kurzandachten in Guaraní viele paraguayische Frauen erreichen, sie dadurch in ihrem Alltag gestärkt werden, Jesus kennenlernen und im Glauben wachsen.
     

Weitere Gebetsanliegen aus der Region bietet unser monatlicher Women of Hope Gebetskalender. Im Januar beten wir konkret für Lateinamerika. Laden Sie sich den aktuellen Gebetskalender (Januarlink setzen) herunter und melden Sie sich für unseren Newsletter an.

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Sie schätzt an ihrem Job, mit verschiedenen Menschen und Themen in Kontakt zu kommen. Sie ist verheiratet und mag Krimis und englische Serien.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren