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© Dnipropetrovsk Regional State Administration, via Wikimedia Commons CC BY 4.0

24.02.2023 / Kommentar / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Andreas Odrich

Niemand überfällt ein anderes Land. Punkt.

Kommentar zum Beginn des Ukrainekrieges am 24.02.2022.

Ungeahnte Flüchtlingsströme

ERF: Auch die Zahl der Geflüchteten ist riesig.

Andreas Odrich: Dieser Krieg Putins gegen sein Nachbarland zählt über 18 Millionen Geflüchtete, die ihr Land wenigstens zeitweise verlassen haben, über 5 Millionen, die dauerhaft aus der Ukraine geflohen sind. Ein trauriger Rekord. Über eine Million von ihnen ist zu uns nach Deutschland gekommen. Und das ist vielleicht die positive Nachricht in allem:

Die Solidarität mit den Geflüchteten Ukrainern in den angrenzenden Nachbarländern wie Polen ist riesig, aber auch bei uns in Deutschland.

Raus der Ukraine

ERF: Nun liegt seit gestern eine UN-Resolution vor, die ein Ende des Krieges fordert, und auch China hat ein 12 Punkteprogramm vorgelegt.

Andreas Odrich: Die Resolution Chinas fordert eine, wie sie es nennt, politische Lösung, sprich Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew, um den Krieg zu beenden. Die Frage ist nur, wie soll der Überfallene auf Augenhöhe mit dem Aggressor verhandeln. Da ist viel taktische Überlegung im Spiel, China will sich gegenüber den USA positionieren und möchte es sich nicht mit Russland verscherzen, dem zu Folge sind die Reaktionen auf Chinas Resolution eher verhalten.

Die UNO-Vollversammlung ist hingegen mit ihrer Resolution deutlich. Es ist bereits ihr zweites Referendum gegen den Ukrainekrieg. 141 Staaten zeigen Wladimir Putin erneut die rote Karte. Nur sieben Staaten stimmten gestern dagegen und 32 enthielten sich.

Die Resolution fordert Frieden durch den Rückzug Moskaus aus der Ukraine. „Der Angriffskrieg muss ein Ende haben,“ sagte die Deutsche Außenministerin vor dem Gremium. Damit steht sie voll auf Seiten des Völkerrechts. Und somit geht die Botschaft heute Morgen klar nach Moskau: Raus aus der Ukraine.

Kein Land überfällt ein anderes Land. Punkt. Kein Land vernichtet die Zivilbevölkerung eines anderen Landes und dessen Infrastruktur. Punkt. Kein Land verheizt dabei seine eigene Jugend. Punkt.

Weiter Solidarität zeigen

ERF: Siehst du darüber hinaus Dinge, die jeder einzelne tun kann?

Andreas Odrich: Die Hilfe und Solidarität mit den Menschen in und aus der Ukraine darf jetzt nicht nachlassen. So konnten wir in unseren Aktuell-Beiträgen immer wieder Gemeinden und Hilfsaktionen vorstellen, die sich für die Menschen in der Ukraine und die Geflüchteten engagieren.

Gleichzeitig müssen wir festhalten, dass es vor allem in den Kirchen kontroverse Meinungen gibt zum Umfang der Waffenlieferungen an die Ukraine. Das zeigt aber auch, dass wir es uns eben nicht leicht machen mit diesem sinnlosen Krieg.

Ganz aktuell wirbt der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing heute Morgen für Gespräche mit Moskau aber auch für einen symbolträchtigen Besuch des Papstes in Kiew.
 

ERF: Wie sollte ein gemeinsamer Kurs aussehen?

Andreas Odrich: Wir sollen und müssen gemeinsam unterwegs bleiben, übrigens auch mit den Menschen in Russland, die sich nicht einverstanden zeigen mit dem Krieg ihres Präsidenten – ohne sie gibt es kein friedliches Europa. So bete ich heute auch nicht gegen „die Russen“, sondern für alle Menschen, die unendlich viel Leid erfahren haben in diesem sinnlosen Krieg.

Wir dürfen nicht vergessen, es geht immer um Menschen, ihre Selbstbestimmung und ihre Würde und Unantastbarkeit, die Gott jedem einzelnen geschenkt hat.

 

ERF: Vielen Dank für das Gespräch.

 

 Andreas Odrich

Andreas Odrich

  |  Redakteur

Er verantwortet die ERF Plus-Sendereihe „Das Gespräch“. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und ist begeisterter Opa von drei Enkeln. Der Glaube ist für ihn festes Fundament und weiter Horizont zugleich.

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Kommentare (1)

Adolf Holland-C. /

Wie jetzt auch Klaus von Dohnany zum Ausdruck brachte, hat Russland auch Sicherheitsinteressen, die man akzeptieren sollte. Es ist das Vorrücken der NATO bis in die Ukraine. Das ist ein mehr

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