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© Adeboro Odunlami / unsplash.com

08.12.2020 / ERF GlobalHope / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Rebecca Schneebeli

Jesus spricht Kanuri

Der ERF bringt das Evangelium in den Norden Nigerias, wo Boko Haram Terror und Angst verbreitet.

 

 

Vor etwas mehr als einer Woche war Nigeria mal wieder in den Nachrichten. Das Dorf Koshobe im Bundesstaat Borno hat es zu trauriger Berühmtheit gebracht. Mehrere Dutzend Menschen kamen dort bei einem Angriff ums Leben. Es wird vermutet, dass Boko Haram für den Terroranschlag verantwortlich ist. In den letzten 20 Jahren haben solche Angriffe massiv zugenommen. Schätzungen zufolge hat es seit 1999 über 2.000 islamistische Anschläge in Nigeria gegeben. Bei ihnen sind tausende Menschen umgekommen, die meisten von ihnen Christen.

Dabei ist Nigeria kein vornehmlich muslimisches Land. In der Mitte, aber vor allem im Süden leben viele Christen. Im Ganzen machen sie fast die Hälfte der Bevölkerung aus. Doch im Norden und vor allem im Nordosten des Landes leben Muslime, die eine sehr strikte Form des Islam befürworten. Diese strenge Auslegung des Islams ist der Nährboden für verschiedene islamistische Terrorgruppen. Die in Deutschland vermutlich bekannteste unter ihnen ist Boko Haram.
 

Neue Sendeanlage OASIS erreicht Nigeria mit christlichen Programmen

Seit vielen Jahren hatte unser internationaler Partner TWR das Anliegen, diese Region mit dem Evangelium zu erreichen, und zwar in den Sprachen, die von den Menschen dort auch verstanden werden. Ziel war zum einen, bedrängte und verfolgte Christen zu ermutigen, zum anderen Muslime über die wahre Botschaft des Christentums aufzuklären und so einen Gegenpol zu christenfeindlichem islamistischem Gedankengut zu bilden.

Im Februar 2020 war es endlich soweit. Mit dem neuen Sender OASIS sind die Programme von TWR nun endlich in ganz Nigeria zu hören – und damit auch in der Region rund um die Millionenstadt Maiduguri. Diese Region im Nordosten Nigerias war für TWR von besonders großer Bedeutung, denn genau dort geschehen viele Anschläge von Boko Haram

„Unser OASIS-Sender ist vom Süden bis zum Norden Nigerias zu hören“, erzählt Abdoulaye. Er trägt als TWR Direktor für Westafrika die Verantwortung für dieses Projekt. „Es ist großartig zu sehen, was Gott durch TWR tut. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren noch mehr in dieser Hinsicht erleben werden.“ Fast 1,5 Millionen Dollar an Spenden waren nötig, um den neuen Sender aufzubauen.

Nachdem die Sendeanlage seit Februar am Start ist, ist TWR Stationmanager mit seinem Team jetzt dabei, Solarradios zu produzieren, die auf die TWR-Frequenz voreingestellt sind.

Es ist großartig zu sehen, was Gott durch TWR tut. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren noch mehr in dieser Hinsicht erleben werden.  – TWR Direktor für Westafrika

 

Abdoulaye berichtet: „Die meisten Menschen rufen uns an oder senden eine kurze Nachricht, wenn sie solch ein Radio erhalten. Oft erzählen sie uns dann, welche Themen aus unserem Programm sie gehört und wie sie davon profitiert haben. Das ist großartig. Denn es zeigt uns, dass unsere Investition Früchte im Leben dieser Menschen trägt.“
 

Das besondere Anliegen: Die Kanuri mit dem Evangelium erreichen

Auch der ERF war und ist in das OASIS-Projekt eingebunden. Neben einer Spende für die Inbetriebnahme des neuen Senders engagiert sich der ERF, indem es die Produktion neuer Programme in der Sprache Kanuri unterstützt. Denn im Februar starteten mit dem neuen Sender auch neue Programme in fünf wichtigen nigerianischen Sprachen: Yoruba, Hausa, Igbo, Fulfulde und Kanuri. Insgesamt gibt es in Nigeria 21 Sprachen.

Kanuri ist im Nordosten Nigerias verbreitet, aber wird auch im Ost-Niger, in Kamerun und im West-Tschad gesprochen. Schätzungen zufolge ist Kanuri die Muttersprache von 4 Millionen Menschen.

Damit gehört Kanuri nicht zu den drei Hauptsprachen Nigerias (Hausa, Yoruba und Igbo). Trotzdem ist sie nicht zufällig gewählt. Denn die Menschen vom Stamm der Kanuri leben genau in der Region, in der islamistischer Terror ein besonders großes Problem darstellt. Die meisten Kanuri sind Muslime und etliche von ihnen offen für radikales Gedankengut. So etwa stellen die Kanuri bei weitem den größten Anteil der Mitglieder von Boko Haram.
 

Neben Sendungen in Kanuri unterstützt der ERF weitere christliche Medienprojekte in Afrika. Wir freuen wir uns, wenn Sie unser Engagement mit einer Spende unterstützen.

Aus diesem Grund war es dem ERF ein besonderes Anliegen, die Christen unter diesem Volksstamm zu ermutigen, und die Muslime unter ihnen mit der frohmachenden und friedensstiftenden Botschaft des Evangeliums zu erreichen. Obwohl die neuen Programme in Kanuri erst seit Februar ausgestrahlt werden, haben uns schon etliche Rückmeldungen von Zuhörern erreicht.
 

Rückmeldungen auf die Kanuri-Sendungen

Ich bin blind. Ihr seid meine Hauptquelle, um Gottes Wort zu hören. Herzlichen Dank!

Mein Mann und ich sind begeistert, was Gott in unserem Leben durch euch tut. Vielen Dank, dass ihr uns ermutigt.

Eure Sendungen sprechen in das Leben vieler Muslime. Herzlichen Dank dafür!

Ich bin mittlerweile so etwas wie ein Botschafter für euch. In jedem christlichen Treffen erzähle ich von euren Programmen.

Betet für uns. Fulani-Milizen attackieren uns und die Regierung greift nicht ein.

Ich kenne viele Menschen, die mir Fragen über eure Sendungen stellen, besonders Muslime. Sie hören sich wirklich eure Programme an.

Ich bin Muslim, aber ich verpasse keine eurer Sendungen. Betet für mich und meine Familie! Ich hätte gern eine Bibel in der Hausa-Sprache.

Ich möchte Christus kennenlernen. Ich rufe euch bald dazu an. Bitte betet für mich!

 

Ich kenne viele Menschen, die mir Fragen über eure Sendungen stellen, besonders Muslime. Sie hören sich wirklich eure Programme an. – Zuhörer aus Nigeria

 

Bild mit Gebetsaufruf für Nigeria

 

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Sie schätzt an ihrem Job, mit verschiedenen Menschen und Themen in Kontakt zu kommen. Sie ist verheiratet und mag Krimis und englische Serien.

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