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© Anastasiia Krutota / unsplash.com

15.06.2022 / ERF Global Hope / Lesezeit: ~ 5 min

Autor/-in: Claudia Schmidt

„Betet und vertraut auf Gott!“

Wie der Glaube an Jesus Ukrainer und Helfende ermutigt durchzuhalten.


Die Angriffe Russlands auf die Ukraine gehen unerbittlich weiter. Während die täglichen Schreckensmeldungen aus der Kriegsregion für uns im Westen schon fast zur Gewohnheit werden, ist der Krieg für die Betroffenen alles andere als normal. Im Gegenteil. Nichts ist mehr, wie es einmal war für die gut 45 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer. Viele sind aus ihrer Heimat geflohen. Andere harren aus, um ihr Vaterland zu verteidigen.

Die anhaltenden Kämpfe und Bombenangriffe hinterlassen tiefe Wunden. Fast jede Familie hat inzwischen Verluste zu beklagen. Beziehungen, Freundschaften, Städte und Dörfer sind zerstört. Kein Wunder, dass sich Gefühle von Angst, Unsicherheit, Hass, Wut oder einfach nur Verzweiflung unter der Bevölkerung breitmachen.

Umso erstaunlicher ist es, dass immer noch Funken der Hoffnung durchblitzen. In einem Interview in den Abendnachrichten sagt eine Ukrainerin: „Wenn alles vorbei ist, bauen wir unsere Stadt wieder auf.“ Die etwa Sechzigjährige ist sichtbar gezeichnet von den Strapazen, die sie durch die Belagerung und die ständigen Angriffe auf ihre Stadt durchgemacht hat. Aber sie gibt nicht auf.
 

„Wir machen weiter!“

„Wir bleiben und machen weiter“, sagen auch die Kolleginnen und Kollegen unseres ukrainischen Partners. Der Glaube an Jesus gibt ihnen die Kraft, auszuharren und täglich neue Inhalte und Beiträge zu produzieren, die über Radio und soziale Medien im ganzen Land verbreitet werden.

Die hohen Klickraten zeigen, dass die Posts und Botschaften ihren Landsleuten ins Herz sprechen. Dabei scheuen sich die Sendungsmacher nicht davor, auch heiße Eisen anzupacken und Fragen zu stellen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Zum Beispiel diese: „Wie kann ich meinem Nächsten vergeben, wenn er mich angreift und mein Leben zerstört?“

Dort, wo oberflächlich tröstende Worte hohl klingen würden, kommen die biblische Botschaften bei den Menschen an. Sie gehen in die Tiefe und fordern heraus. Besonders, wenn es um Themen wie Vergebung und Feindesliebe geht. Sie werden tausendfach gehört, geliked, geteilt und kommentiert.
 

Hoffnungsgeschichten mit Strahlkraft

Wahrscheinlich haben die Worte Jesu für Menschen in Krisensituationen gerade deshalb so viel Strahlkraft, weil sie von jemandem stammen, der ähnliches durchlitten hat. Auch Jesus hat Unrecht und Leid ertragen. Er musste sterben, obwohl er unschuldig war. Aber er hat keine Rachegefühle gegenüber seinen Feinden gehegt. Er hat ihnen vergeben. Damit hat er den Faden der Bitterkeit durchtrennt. So können Wunden heilen und neues Leben wachsen.

In der Sendereihe „Unter den Flügeln des Höchsten“ fragt Natalya, eine ukrainische Radioproduzentin unseres ukrainischen Partnerteams, ihre Hörerinnen und Hörer, was ihnen in dieser ausweglosen Situation Mut macht. Sie erhält daraufhin zahlreiche Rückmeldungen von Menschen, die in den letzten Wochen kleine und große Wunder Gottes erlebt haben. Der Glaube an Jesus gibt ihnen Kraft in dieser schwierigen Zeit. Diese Hoffnungsgeschichten teilt Natalya in ihrer Sendung, um möglichst viele Menschen dadurch zu ermutigen.

Eine Hörerin aus Odessa berichtet zum Beispiel, dass sie den Impuls verspürte, für eine bestimmte Familie aus ihrer Heimatstadt zu beten. Am nächsten Tag erfährt sie, dass das Haus dieser Familie durch Raketen komplett zerstört wurde. Wie durch ein Wunder haben ihre Bekannten überlebt. Voller Dankbarkeit erzählt sie: „Es gibt viele Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Mein Herz schmerzt, dass so viele junge Menschen ihr Leben verloren haben. Die geretteten Leben meiner Gebetsfreunde sind für mich jedoch ein großes Wunder inmitten dieser Tragödie. Dies zeigt: Unsere Stimme zählt und unsere Gebete sind wichtig. Deshalb betet und vertraut auf den Herrn!“
 

5 Tipps, wie Sie helfen können

Die Menschen in der Ukraine brauchen weiterhin unsere Gebete und unsere Hilfe. Falls Sie sich angesichts des Leids mutlos oder müde fühlen, haben wir einige Vorschläge und Tipps, die Sie hoffentlich ermutigen, dranzubleiben:
 

1. Geben Sie die Hoffnungsbotschaft von Jesus weiter

Gibt es in Ihrer Umgebung Menschen, die kürzlich aus der Ukraine geflohen sind? Weisen Sie sie auf unsere Programme und Angebote hin, die wir auf unserer ukrainischen Sprachenseite zusammengestellt haben. Gerne senden wir Ihnen Postkarten zu, die Sie zusammen mit einem Ermutigungsgruß an Geflüchtete weitergeben können (Versand ab 10 Stück; Bestellung per E-Mail – gerne gegen Spende).
 

2. Versuchen Sie zu verstehen und hören Sie zu

Wenn Sie bereits gute Kontakte zu ukrainischen Flüchtlingen aufgebaut haben und sich mit ihnen verständigen können, nehmen Sie sich etwas Zeit und hören Sie zu, was Ihre neuen Nachbarn und Freunde bewegt. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die bei uns Zuflucht gesucht haben. Fast alle haben traumatische Erlebnisse zu verkraften. Sie leben in ständiger Sorge und Angst .

Oft ist ein gutes Gespräch in einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre für die Betroffenen ein erster Schritt, um etwas Erleichterung oder Heilung zu erfahren. Dazu müssen Sie kein Seelsorger oder eine ausgebildete Trauma-Therapeutin sein. Haben Sie allerdings Interesse sich in diesem Bereich weiterzubilden oder sich mit anderen auszutauschen, denen es ähnlich geht wie Ihnen, dann haben wir einen nächsten guten Tipp für Sie.
 

3. Informieren und vernetzen Sie sich

Auf unserer Sprachenseite finden Sie neben ukrainischen Audios zur Traumabewältigung auch weiterführendes Material auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch, das Sie über die Homepage von Wycliff kostenlos herunterladen oder auch als Broschüre bestellen können. Mithilfe dieses Materials erhalten Sie in kurzer Zeit einen wertvollen Überblick und lernen, wie Sie Menschen in Krisensituationen noch besser begleiten können.

In den kommenden Wochen bietet Wycliff außerdem interessante Online-Schulungen an:
> am 25./26. Juni die Kurzschulung (2 x 2 Stunden) „Geflüchteten beim Deutsch lernen helfen“

> am 15./16. Juli die Kurzschulung (2 x 2 Stunden) „Flüchtlinge in der Krise begleiten“


4. Unterstützen Sie unsere Medienarbeit in der Region

Wenn Sie unseren Teams vor Ort helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende. Die TWR Kolleginnen und Kollegen produzieren täglich neue Beiträge, um Menschen in der Kriegsregion zu ermutigen. Links zu diesen Inhalten finden Sie auf unserer Sprachenseite.
 

5. Beten Sie mit uns …

  • für Frieden und Waffenruhe – dass Gott eingreift und dass Leid und Zerstörung aufhören.
  • um Mut, Durchhaltevermögen und Bewahrung für die Teams und ihre Familien in der Ukraine. Die anhaltenden Kämpfe und die permanente Angst und Unsicherheit kosten sie viel Kraft.
  • für unsere Teams in Belarus und Russland, die unter der Situation ebenfalls sehr leiden und von den Auswirkungen des Krieges und den Sanktionen stark betroffen sind.
  • Wir danken für neue Sendemöglichkeiten und Verbreitungswege über Radio, Online und soziale Medien.
  • Wir sind dankbar für alle Bewahrung, alle Hoffnungsmomente und Ermutigungsgeschichten, die zeigen: Gott ist in allem Leid da und hilft.
 Claudia Schmidt

Claudia Schmidt

  |  Leiterin International | ERF Global Hope

Verantwortet die weltweite Arbeit des ERF und ist begeistert, dass das Evangelium über Medien alle Grenzen überwinden kann.

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