/ Wort zum Tag
Ja, ich will!
Die Bibelstelle Jeremia 50,5 – ausgelegt von Werner Heise.
Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bunde, der nimmermehr vergessen werden soll!
Ich war junger Familienvater und er schon im Rentenalter, als wir uns kennen lernten. Er fiel mir auf, weil er sich sehr engagierte. Wenn es darum ging, dass die Gemeinde auch außerhalb der Kirchenmauern die gute Nachricht von Jesus bekannt macht, war er dabei. Dass wir mit Gott leben können, weil Jesus die Konsequenzen unserer Abwendung von Gott getragen hat, sollten auch andere hören.
Irgendwann erzählte er mir seine Geschichte. Als Kind war er in der Gemeinde aufgewachsen, hatte sich dann aber entschieden, sein eigenes Leben zu leben. Gott war für ihn nur noch eine Erinnerung aus der Kindheit. Von ihm und von den Christen hielt er sich fern. Zum Leidwesen seiner Mutter, die unbeirrt für ihren Sohn betete. Nach ihrem Tod kam es zu einer Wende in seinem Leben. In einem Alter, in dem viele es gemütlicher angehen lassen und das Leben noch ein wenig genießen wollen, setzte er sich dafür ein, dass die gute Nachricht von Jesus weitergesagt wird. Jetzt tat es ihm leid, dass er Gott so viele Jahre vergessen hatte. Die Lebensangebote Gottes ihm gleichgültig gewesen waren.
Ähnlich wie er hatten auch viele Israeliten Gott vergessen. Sie hatten die Geschichten gehört, wie Gott an den Vorvätern gehandelt hatte. Aber das war lange her. Warum sollten sie sich heute nach seinen Geboten richten? Sie wussten schon selbst, was zu tun ist, damit es im Leben vorwärts geht. Doch dann kam die Katastrophe: Feindliche Truppen besetzten das Land und die meisten Bewohner mussten ihre Heimat verlassen. Sie wurden gezwungen, ins Exil zu gehen. Eine harte Zeit. Jetzt sehnten sich einzelne danach, wieder Gottesdienst feiern zu können. Aber daran war nicht zu denken. Weder in Jerusalem noch im Exil. Niedergeschlagen und ohne Hoffnung versuchten sie, ihren Alltag zu bewältigen.
In dieser Situation lässt Gott ihnen durch den Propheten Jeremia sagen, dass eine Zeit kommen wird, in der sie Gott suchen werden. In der sie einander ermutigen werden, in Beziehung mit ihm zu treten. „Kommt, wir wollen uns dem HERRN zuwenden zu einem ewigen Bund, der nimmermehr vergessen werden soll!“ (Jeremia 50,5)
Ihre Vorfahren hatten den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hatte, für selbstverständlich gehalten. Aber ihr Leben war nicht mehr davon geprägt. Das erinnert mich an manche Städte und Dörfer in Europa, in denen Kirchengebäude stehen, zum Teil Jahrhunderte alt. Aber sie werden nicht mehr als Orte des Gebetes und des Hörens auf Gottes Wort genutzt.
Ob Sie sich bei Gott festmachen wollen, seine Einladung annehmen, mit ihm zu leben, entscheiden Sie. Vielleicht haben Sie das schon einmal getan. Aber im Lauf der Zeit ist die Beziehung abgekühlt. Die Freundschaft wurde nicht aufgekündigt, nur hören und sehen sie sich nicht mehr.
Der Prophet Jeremia sagt voraus, dass es in seinem Volk dazu kommen wird, dass Menschen eine beständige Beziehung mit Gott eingehen wollen. Dass sie sich gegenseitig Mut machen werden, daran festzuhalten. Wenn Sie sich heute dazu entschließen, kann ich Sie darin nur bestärken.
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