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/ Bibel heute

Hoffentlich sieht das keiner …

Der Bibeltext 1. Johannes 3,19-24 – ausgelegt von Roy Rahn.

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge. Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott,[...]

1. Johannes 3,19–24

Das Gewissen vor Gott

Wenn uns das Herz verdammt – Gott ist größer als unser Herz, wir haben Zuversicht, wenn unser Herz uns nicht verurteilt …

Was Johannes hier beschreibt, heißt doch nichts anderes, als dass es sich um unser Gewissen handelt? Hatten Sie schon einmal ein schlechtes Gewissen? Wie hat sich das angefühlt?

Ich erlebe das so: Ich merke, ich habe etwas Schlechtes getan – und würde es am liebsten verstecken. Ich habe etwas zu verbergen. Das soll bloß keiner sehen. Lieber lenke ich davon ab, als dass ich das jemanden sehen lasse – und am liebsten achte ich selber auch nicht darauf.

Hier schreibt Johannes: Wenn unser Herz – also unser Gewissen – uns nicht verurteilt, können wir zuversichtlich vor Gott stehen. Wenn wir nichts zu verbergen haben, brauchen wir nichts zu fürchten. Warum fürchten? Die Bibel zeigt uns, dass Gott Richter ist. Er wird dafür sorgen, dass ich am Ende gerecht behandelt werde. Deswegen habe ich ein Problem, wenn sich mein Gewissen meldet. Ich weiß: Ich kann vor diesem Richter nicht bestehen. Er weiß alles.
 

Jesus Christus schenkt Zuversicht

Doch mein Gewissen kann sich auch täuschen. Hier kommt die Wahrheit ins Spiel: Die Wahrheit ist nicht nur, dass Gott Richter ist – und dass er alles weiß. Die Wahrheit ist nicht nur, dass ich nicht vor dem perfekten und gerechten Richter bestehen kann. Die Wahrheit ist auch: Ich kann durch Jesus Christus gerecht vor ihm stehen. Jesus Christus hat meine Schuld am Kreuz bezahlt. Er steht vor Gott für mich ein – das kann ich beispielsweise im Hebräerbrief nachlesen. Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Wenn ich aus der Wahrheit bin  – also aus Jesus Christus – kann ich mein Herz zum Schweigen bringen. Ich kann mein Gewissen beruhigen, weil es wahr ist, dass Jesus meine Schuld bezahlt hat. Er ist auch für Sie gestorben und auferstanden. Auch für Sie steht Jesus Christus vor Gott, dem Richter, ein. Daran erkenne ich, dass ich aus der Wahrheit bin, nämlich, dass ich mein Herz beruhigen kann, weil ich an Jesus Christus glaube.

Weil ich an Jesus Christus glaube, bin ich auch Gottes Kind. Als mein Vater will Gott mein Bestes. Wenn Sie an Jesus Christus glauben, sind Sie ein Kind Gottes. Und als sein Kind wird er Ihnen geben, worum Sie ihn bitten. Diese Zusage haben wir hier. Jetzt weiß ich aber auch, dass ich nicht alles bekommen habe, wofür ich jemals gebetet habe.

Stellen Sie sich den perfekten Vater vor. Ein Vater, der sein Kind über alles liebt. Ein Vater, der unbedingt will, dass es seinem Kind gut geht. Ein Vater, der sein Kind so erzieht, dass es ein anständiges Leben führen kann. Stellen Sie sich diesen perfekten Vater vor. Sein Kind kommt zu ihm und möchte Süßigkeiten. Der Vater wird seinem Kind vom Besten geben, was er gerade da hat. Dann kommt das Kind wieder und möchte noch etwas und noch etwas … Wenn das Kind immer bekommt, was es will, wird es krank. Welcher Vater, der sein Kind liebt, wird einfach zulassen, dass sein Kind krank wird, wenn er etwas dagegen tun kann? Das ist jetzt ein sehr einfaches Beispiel, doch ich bin überzeugt, dass es Gott mit mir genauso geht. In manchen Dingen verstehe ich es nicht. Aber Gott ist gut und er liebt mich unermesslich. Er wird mir alles geben, worum ich bitte, solange es gut für mich ist. Vielleicht wird er es mir auch auf eine Weise geben, die besser ist, als ich denke.
 

Gottes gute Weisheit und unsere Bitten

Mein Gewissen steht nicht über Gott, es kann mir jedoch im Weg stehen. Gott kennt alles, also kann ich auch nichts verbergen, so bleibt nur: Ich trete aus Gnade vor ihn. Gott lässt mich nicht nur vor ihn treten, er ist mir als Vater zugewandt.

Wie ein Kind, das zu seinem Vater geht und ihn bittet, wird der Vater seiner Weisheit entsprechend dem Kind geben. Kind seines Vaters bin ich immer. Hier steht: Ich empfange von ihm, weil ich seine Gebote halte. Ist das jetzt so, dass Gott mir Gutes vorenthält, wenn ich seine Gebote nicht halte? Das passt gut zum Beispiel mit dem Kind, das Süßes will. Wenn es nicht den Anweisungen des Vaters folgt, kann es nicht erwarten, etwas zu bekommen. Es bleibt sein Kind. Der Vater wird nicht aufhören, es zu ernähren, aber mit dem Übermaß wird er dieses Mal sparsam sein.
 

Glauben und Lieben im Geist Gottes

Das klingt zuerst massig. Vielleicht denken Sie an das 3. Buch Mose, an unzählige Gesetze – aber Johannes macht es simpel: Glauben und Lieben. Das heißt zu glauben, dass Jesus der ist, was er von sich behauptet. Das Zweite: Einander lieben wird einige Verse vorher eindrücklich beschrieben. Nicht labern, nicht bloß heiße Luft: Wir sind im Glauben Geschwister. Wenn Sie leibliche Geschwister haben, was würden Sie tun, wenn die nichts zu essen haben? Es wäre alles andere als Liebe, wenn Sie sie einfach verhungern lassen. Genauso soll es uns in der Glaubensgemeinschaft gehen, dass wir einander nicht egal sind, sondern aufeinander Acht haben. Einander lieben. Es geht also nicht darum, einen Gebotskatalog zu befolgen. Es geht darum, auf Gott zu vertrauen und die Glaubensgeschwister zu lieben.

„Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat.“ Doch wie erkenne ich, ob ich den Geist Gottes habe? Wer an Jesus Christus glaubt, hat den Geist Gottes. Im Galaterbrief, Kapitel 5,22, zählt Paulus einige Charaktereigenschaften auf, die „Frucht des Geistes“ heißen; dazu gehört auch die Liebe. Wer den Geist Gottes hat, glaubt also an das Evangelium von Jesus Christus und bringt bestimmte charakterliche Eigenschaften hervor. So erkenne ich unter anderem dass Gottes Geist in mir wohnt. Wie groß ist das! Gott selbst wohnt in Ihnen und mir.

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