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/ Bibel heute

Bei Jesus gemütlich machen

Der Bibeltext 1. Johannes 2,18-29 – ausgelegt von Joseph Drescher.

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, sind jetzt viele Widersacher Christi* aufgetreten; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind. Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen.[...]

1. Johannes 2,18–29

Streit um die Wahrheit

Mussten Sie schon mal einen Streit zwischen zwei Kindern schlichten? Beide kommen auf mich zugerannt. Das eine ist wütend, das andere weint. Die Geschichten, die sie mir erzählen, können unterschiedlicher nicht sein. Am Ende ist immer der andere schuld. Dann wird wild diskutiert und Vorwürfe fliegen durch den Raum. Wer sagt denn jetzt die Wahrheit? Meistens müssen sich am Ende beide beieinander entschuldigen. Und sie geben zu, dass der andere auch ein bisschen Recht hatte. Diskussionen durchziehen unseren Alltag. Auch im religiösen Bereich kenne ich Diskussionen: Welche Religion hat Recht? Oder haben alle irgendwie Recht? Gibt es überhaupt eine feste Wahrheit? Und selbst innerhalb der Kirche zankt man sich, wer die Bibel nun wirklich richtig auslegt. Also, was ist denn jetzt die Wahrheit? Und woher weiß ich, dass ich tatsächlich die Wahrheit kenne? Kann es nicht sein, dass ich an eine Lüge glaube?
 

Der Heilige Geist zeigt, wer Jesus ist

Genauso ist die Situation in den Gemeinden damals auch. Das Streitthema dabei ist: Ist Jesus wirklich der Christus, der Retter der Welt? Dieser Streit ist für Johannes der Beweis, dass die letzte Stunde angebrochen ist. Damit meint er die Zeit vor der Wiederkunft Jesu. In dieser Zeit ist es normal, dass es beides gibt: Menschen, die Jesus annehmen, und Menschen, die ihn ablehnen. Das Auftreten dieser Antichristen, also Gegner von Jesus, ist deshalb nicht überraschend. Schmerzhaft ist es allerdings schon, weil unter ihnen auch ehemalige Freunde sind. Wie geht Johannes mit diesem Streit und diesen Antichristen um? Ich hätte mich wahrscheinlich in die Diskussion gestürzt. Aber Johannes macht etwas anderes. Er diskutiert nicht. Er beruft sich nicht auf sein Wissen, sondern auf die Autorität des Heiligen Geistes. Er schreibt, dass die Christen die Salbung des Heiligen empfangen haben. Damit meint er den Heiligen Geist. Und dieser schenkt das Wissen, wer Jesus ist. Johannes muss nicht noch einmal erklären, was sie glauben. Das wissen sie bereits. Er erklärt, woher dieses Wissen kommt. Es kommt nicht dadurch, dass sich die Menschen gegenseitig davon überzeugen. Sondern es kommt durch den Heiligen Geist. Das ist ein Zeichen des Neuen Bundes, der im Alten Testament angekündigt wird. Der Prophet Jeremia hat darüber geweissagt. Es steht in Jer 31,33–34:
 

Jesus Christus: Gottes Weg zur Rettung

„Ich werde ihr Denken mit meinem Gesetz füllen, und ich werde es in ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. 34 Niemand muss dann noch seine Freunde belehren, und keiner seinen Bruder ermahnen: »Lerne den HERRN kennen!« Denn alle werden mich kennen, alle, vom Kleinsten bis hin zum Größten“, spricht der HERR. „Und ich will ihnen ihre Sünden vergeben und nicht mehr an ihre bösen Taten denken.“

Gott möchte mit Menschen in Beziehung sein. Gott, der Vater, sieht nur einen Weg, sie zu retten: indem er seinen eigenen Sohn für sie hingibt. Dieser Sohn ist Jesus Christus. Christus bedeutet „Gesalbter“. Damals wurde man für eine bestimmte Aufgabe oder ein bestimmtes Amt gesalbt. Jesus ist beauftragt, Frieden zu schaffen zwischen Gott und Mensch. Er tut das, indem er am Kreuz Ihre und meine Schuld auf sich nimmt. Die Sünde wird durch seine Auferstehung besiegt. Was Jesus tut, bekomme ich durch den Heiligen Geist geschenkt. Er bezeugt, was Jesus getan hat, und führt uns in die Wahrheit. Diese Rettungsaktion ist nur durch den dreieinen Gott möglich. Der eine Gott hat in seinen drei Personen diese Rettung ermöglicht. Wer Jesus, den Retter, leugnet, der streitet auch Gott, den Vater, ab. Er nimmt nicht die Möglichkeit an, wieder mit Gott ins Reine zu kommen. Stattdessen versucht er, selbst einen Weg zu finden. Doch die Suche danach ist vergeblich. Ich kenne die Wahrheit. Das ist die Botschaft, die die Christen von Anfang an weitererzählt haben. Das ist die gute Nachricht, die Leben verändert. Und sie ist mehr als nur ein theoretisches Konstrukt. Sie ist eine Person: Jesus. Gemeinschaft mit Gott ist nur durch ihn möglich.
 

In Gott bleiben und Frucht bringen

Und wenn ich an dieser Erkenntnis festhalte, dann bleibe ich auch in Gott. Bleiben bedeutet, Gott zu kennen und bei ihm zu wohnen. Ich bleibe bei Gott, indem ich mich bei ihm einrichte und es mir bei ihm gemütlich mache. Das schließt mein Denken, mein Handeln und mein ganzes Sein ein. Außerdem bleibe ich auch für immer bei ihm, weil er mir das ewige Leben schenkt. Ich kann sicher sein, dass der Heilige Geist in mir bleibt. Ich brauche keine Angst zu haben, dass er mich verlässt. Andersherum ist es meine Aufgabe, an der Wahrheit festzuhalten. Wenn ich das tue, dann wird das Früchte tragen. Dazu gehört, dass ich mich auf seine Wiederkunft freue. Ich brauche keine Angst davor zu haben, dass mir irgendetwas zustoßen könnte. Denn er hat mir ewiges Leben versprochen. Eine weitere Frucht ist mein Tun. Wenn ich in Gott wohne, dann wirkt sich das auf meine Taten aus. Gott ist gerecht, also werde ich als sein Kind auch gerecht handeln. Der Apfel fällt bekanntermaßen nicht weit vom Stamm.

Was ist also die Wahrheit? Die Wahrheit ist: Jesus hat die Welt gerettet. Diese Wahrheit ist vertrauenswürdig, weil der Heilige Geist sie bezeugt. Wer an diese Wahrheit glaubt, der hat Gemeinschaft mit Gott. Wenn ich in der Wahrheit bleibe, führt das zu guten Früchten. Also bleibe ich in Gott.

Wie können Sie es sich heute bei ihm gemütlich machen? Ich mache es gerne, indem ich ihm Danke sage. Danke, Jesus, dass du meine Sünden auf dich genommen hast. Danke, dass ich mich deshalb nicht mehr vor dir verstecken muss. Stattdessen darf ich mit dir leben. Danke.

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