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Hochmut kommt vor dem Fall

Die Bibelstelle 1. Petrus 5,5 – ausgelegt von Andrea Hoppstädter.

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

1. Petrus 5,5

„An einem Morgen saß ein Rabe mit einem gestohlenen Stück Käse im Schnabel auf einem Ast, wo er in Ruhe seine Beute verzehren wollte.  Zufrieden krächzte der Rabe über seinen Käse. Dies hörte ein vorbeiziehender Fuchs.  Er dachte nach, wie er an den Käse kommen könnte. Endlich hatte er eine hinterlistige Idee.

Freundlich begann der Fuchs den Raben zu loben: „Oh Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!“ Das schmeichelte dem Raben und das Herz schlug ihm vor Freude höher. Stolz riss er seinen Schnabel auf und begann zu krächzen. Dabei entfiel ihm das köstliche Stück Käse. Darauf hatte der Fuchs nur gewartet. Schnell schnappte er sich die Beute und machte sich gleich ans Fressen.  Da rief der Rabe empört: „He, das war gemein!“  Doch der Fuchs lachte nur über den törichten Raben.“ – soweit die Fabel.

Dumm gelaufen. Ja, der stolze Rabe erlebte nun schmerzlich, was schon das Sprichwort ausdrückt: „Hochmut kommt vor dem Fall“.

Obwohl der Fuchs hier böse Absichten hatte, kann aber auch wohlgemeintes Lob einem Menschen in den Kopf steigen. Das heißt nun nicht, dass ich mich nicht über Lob und Anerkennung freuen darf. Natürlich darf ich auf Leistung und Erfolg auch stolz sein, solange daraus nicht Hochmut wird, der mit geschwellter Brust verächtlich auf andere herabschaut.

Aber nicht nur Lob von außen kann Hochmut entfachen. Steckt nicht letztlich in jedem Menschen mehr oder weniger das Potenzial zum Hochmut? Der Mensch will hoch hinaus. Der Turmbau zu Babel wurde zum sichtbaren Zeichen dafür.

Der Hochmütige überschätzt sich, belügt und betrügt sich selbst. Aber noch schlimmer ist der Keil, der zwischen ihn und seinen Schöpfer getrieben wird. Im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Vers 5 lese ich:

„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

Hochmut und Gottes Nähe sind nicht miteinander vereinbar. Der Hochmütige schließt sich selbst von der Gnade aus. Denn schließlich liegt darin der Ursprung der Sünde und Gottentfremdung, die sich seit den ersten Menschen fortpflanzt. Darum ist es Gnade, wenn ich erkenne, wie sehr ich Gott und seine Vergebung brauche, die er mir durch seinen Sohn Jesus anbietet.

Jesus erzählt in dem Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner von einer hochmütigen und einer demütigen Haltung vor Gott. Das kann ich im 18. Kapital des Evangeliums von Lukas nachlesen.

Folgende beiden Bitten an Jesus können eine Hilfe sein, mich in seinem Licht zu erkennen. Die erste: „HERR, zeige mir, wer ich bin“ und dann die zweite Bitte: „HERR, zeige mir, wer du bist.“ Je mehr ich die Sünde in mir erkenne, dann aber auch seine unverdiente Gnade, desto dankbarer werde ich für seine Rettung aus allem, was mich von Gott trennt. Die Demut, die daraus erwächst, ist das beste Heilmittel gegen Hochmut.

Der Rabe hat durch seinen Hochmut nur sein Stück Käse verloren. Aber unvergleichlich tragischer ist es, wenn Menschen durch ihren Hochmut sich der Gemeinschaft mit Gott berauben. Durch Hochmut werden Menschen zum Verlierer. Aber wer seine Verlorenheit vor Gott sieht und die Rettung durch Jesus annimmt, der wird zum Gewinner des größten Geschenkes, nämlich des ewigen Lebens in Gottes Herrlichkeit.

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