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Gottes Herzensanaliegen

Die Bibelstelle Hesekiel 34,16 – ausgelegt von Luitgardis Parasie.

Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.

Hesekiel 34.16

Mein Mann wird es nie vergessen. Er besuchte mit unseren Kindern einen Frühlingsmarkt in der Göttinger City. Unseren 3-jährigen Sohn an der Hand, die einjährige Schwester in der Karre. Massen an Leuten waren unterwegs. Irgendwann blieb mein Mann an einem Stand stehen, und auf einmal war unser Sohn weg. Mein Mann war entsetzt. Er suchte den ganzen Markt ab, vergeblich. Fragte Passanten nach einem kleinen blondgelockten Jungen, Fehlanzeige. Eine Stunde und mehr vergingen, und mein Mann wurde immer verzweifelter. Schließlich rief er die Polizei an. In dem Moment, als der Streifenwagen um die Ecke bog, kam plötzlich eine Frau mit unserem Sohn auf dem Arm durch die Fußgängerzone. Was für eine Erleichterung.

So ähnlich fühlt sich Gott. Er ist auf der Suche nach uns. Im Buch Hesekiel sagt Gott: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken (Hesekiel 34,16).

Später erzählt Jesus, der Sohn Gottes, eine Geschichte dazu. Von einem Hirten, der 100 Schafe hat, eins davon verirrt sich, und der Hirte lässt die 99 Schafe stehen und sucht das eine, das sich verlaufen hat. Seht ihr, sagt Jesus, wie der Hirte, der sein Schaf verloren hat, so fühlt sich Gott. Gott zerreißt es das Herz, wenn einer verloren geht, wenn einer auf die schiefe Bahn gerät. Und darum will er das Verlorene suchen und das Verirrte zurückbringen, das ist Gottes Herzensanliegen.

Jesus setzt das selber auch ganz praktisch um. Er gibt sich mit Menschen ab, die auf Abwege geraten sind. Von einer stadtbekannten Prostituierten lässt er sich die Füße salben. Einen stinkreichen und total verhassten Finanzhai besucht er zu Hause und isst mit ihm zu Abend. Diese Liebe von Jesus gibt dem Mann die Kraft sich zu ändern. Wiedergutzumachen, wo er jemanden betrogen hat. Sich um Arme zu kümmern. Fortan wird er der beste Freund von Jesus.

Gott geht auf die Suche nach uns. Dass Menschen zum Glauben finden, das geschieht also nicht durch eine enorme Willensanstrengung unsererseits – sondern weil Gott uns sucht und findet. Der Glaube ist kein Kraftakt nach dem Motto: Jetzt musst du aber mal richtig fest glauben – er ist ein Geschenk. Wenn der englische Schauspieler Nigel Goodwin erzählt, wie er Christ wurde, sagt er: „Damals, als der Glaube zu mir kam.“

„Mit der Kirche habe ich abgeschlossen“, sagt der 30jährige, „der vorige Kirchenvorstand hat meine Band und mich aus der Kirche rausgeschmissen.“ Aber nun ist er doch gekommen, und wir bleiben in Kontakt. Er spielt Gitarre und hat eine tolle Stimme, fängt dann auch an, in unseren Gottesdiensten christliche Popsongs zu singen, und nach und nach bauen wir eine neue Band auf. Irgendwann nimmt er an unserem Grundkurs des Glaubens teil. Und da wird ihm in der Rückschau ganz klar: Gott ist schon lange auf der Suche nach ihm. Seine Eltern haben sich scheiden lassen, als er 11 war, „da war meine Kindheit zu Ende“, sagt er. Sein Zuhause war zerrüttet. Im Konfirmandenunterricht fand er guten Kontakt zum Pastor und seiner Frau, arbeitete danach im Kindergottesdienst mit. „Das hat mich damals über Wasser gehalten“, sagt er. Sein Leben ist ein Auf und Ab. Zwischendurch ist er ganz weg vom Glauben. Doch Gott lässt ihn nicht los, es zieht ihn immer wieder zur Kirche, zur christlichen Musik, er spürt: Das tut meiner Seele gut. Dann kommt der Abschlussgottesdienst unseres Glaubenskurses. Er kommt nach vorne und sagt laut vor allen Leuten: „Ich danke für den neuen Anfang mit Gott.“

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