/ Wort zum Tag
Erlösung
Die Bibelstelle Psalm 71,23 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.
Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Wann waren Sie zuletzt in einer scheinbar ausweglosen Situation, die sich aber doch zum Guten gewendet hat? Wer hat Ihnen letztlich geholfen, und wie haben Sie der Person gedankt?
Als wir letzten Sommer auf der Heimfahrt von unserem Italienurlaub waren, gab unser Auto mitten auf der Autobahn seinen Geist auf. Der italienische Abschleppdienst ließ auf sich warten. Auf dem Parkplatz, auf dem wir gestrandet waren, waren es weit über 30 OC; der Motorschaden war laut Blinkanzeige im Auto vermutlich das Ende unserer alten Karre. Eine schier ausweglose Situation!
„Not lehrt beten!“, sagt der Volksmund. Wie gut ist es jedoch, wenn das Gebet für einen Menschen mehr ist als nur der letzte Notnagel in ausweglosen Situationen. Gebet ist für Christen Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu einem Gott, der uns in guten wie schweren Zeiten seine Zuwendung schenkt.
So beteten auch wir an diesem Tag, auf einem staubigen Parkplatz in der heißen Sonne Italiens.
Welch eine Erlösung, als endlich der Abschleppdienst kam! Ich wäre dem netten Italiener am liebsten um den Hals gefallen. Das habe ich natürlich nicht getan, aber ich habe ihm mit meinem Anfänger-Italienisch von Herzen gedankt.
Und auch Gott konnten wir – nach 5 Tagen Wartezeit auf die doch noch mögliche Reparatur unseres Autos – auf der Heimfahrt fröhlich danken, dass er diese scheinbar ausweglose Situation letztlich zum Guten gewendet hatte.
Es war ähnlich, wie König David es in Psalm 71, V. 23 beschreibt:
„Meine Lippen und meine Seele, die du, Gott, erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.“
Fällt es Ihnen leicht, in der Not zu beten? Und wenn Gott Ihnen geholfen hat, haben Sie dann auch ein fröhliches Loblied auf den Lippen? Es geht hier nicht um Höflichkeit Gott gegenüber, nicht um ein anerzogenes braves „Danke!“ Sondern es geht um das von Herzen kommende, fröhliche Loblied, das Gott als den erkennt, der uns aus der Not erlöst hat. Wie ich dem Abschleppitaliener nicht aus Höflichkeit, sondern wirklich durch und durch dankbar war, so können wir auch Gott mit „Herzen, Mund und Händen“ danken, wenn wir ihn als Retter in der Not wahrnehmen.
Und was, wenn Gott die Not nicht wendet? Als Christin kenne ich natürlich auch Situationen, in denen Gott Gebete nicht erhört. Nein, falsch, ich korrigiere: Ich kenne Situationen, in denen Gott meine Gebete nicht so erhört, wie ich es gerne hätte. Dass er mein Gebet immer hört, daran glaube ich trotzdem.
Natürlich bin ich frustriert, verunsichert und zweifelnd bis ver-zweifelt, wenn Gott trotz meines Betens scheinbar nicht eingreift. Doch ein kluger Satz hilft mir dann manchmal:
„Gott kann beides: Entweder, er beruhigt den Sturm, oder er lässt den Sturm toben und beruhigt die, die ihm vertrauen.“
Das habe ich tatsächlich schon oft erlebt: Wenn Gott eine schwere Situation nicht so löst, wie ich es mir wünsche, kann er doch in mir einen inneren Frieden und Kraft schaffen, mit der Situation umzugehen.
Klingt das nach billigem Trost? Nein, es ist mehr als das. Es ist ein „Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft“ (Phil 4,7). So kann ich Gott mit „Lippen und Seele“ danken, auch wenn das Problem nicht „weg“ ist. Vielleicht fühle ich mich dabei nicht „fröhlich“. Aber ich kann trotzdem den Schöpfer loben, der nicht nur das gesamte Universum, sondern auch mein kleines Leben und Problem in seinen Händen hält.
Mehr noch, ich glaube daran, dass der mensch-gewordene Gott namens Jesus Christus am Kreuz selbst erlebt hat, wie es ist, sich von Gott verlassen zu fühlen. Er hat sich mit unserem Schmerz und unseren ausweglosen Situationen identifiziert, einschließlich des Todes, dem ultimativen Ende ohne Ausweg. Und ich glaube daran, dass er vom Tod auferstand und damit zeigt: Ich bin die Erlösung! Gott ist der Erlöser! Selbst da, wo es wie ein Ende scheint, hat Gott eine Lösung und schafft einen neuen Anfang.
Wenn das kein Grund zum fröhlichen Lobsingen ist!
© KI Generiert von Elmira/
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