/ Bibel heute
Die Frauen sollen schweigen?
Karl Friedrich Kloke über 1. Korinther 14, 33-40
Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.
Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung“ – so beginnt der Bibeltext, den ich auslegen will. Ehrlich gesagt: Dieser Satz reizt mich zum Widerspruch. Kann man das heute noch sagen „die Frauen sollen schweigen“? Kann man so etwas von Frauen heute in der christlichen Gemeinde verlangen? Wie geht es Ihnen mit diesen Sätzen von Paulus? Ich vermute, dass die meisten von Ihnen an dieser Stelle ebenfalls energisch widersprechen möchten, oder?
© Ruth Schneider / ERF
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Kommentare (2)
Wenn wir davon ausgehen, dass dieser Vers so gemeint ist, wie er da steht und keine Hintergründe hat, dann bitte ich darum, dass man diese Aussage voll durchführt. Da steht nämlich nicht 'die Frau … mehrsoll nicht predigen', sondern 'schweigen' und wenn sie eine Frage hat, zuhause ihren Mann fragen. Ist es realistisch, dass die Frau kein Wort in der Gemeinde von sich gibt? D.h. eingeschlossen auch keine Fragen vor Ort stellt?
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die die Bibel in Frage stellen mit seichten Annahmen, jedoch allezeit pharisäisches Denken, ohne Geist und Liebe, nur stumpf auf Regeln bedacht, völlig übersehend, worum es Gott in seinem Wort überhaupt geht, zu entlarven.
Diese Auslegung finde ich insofern traurig, da sie geprägt ist von einer Kritik gegenüber dem Wort Gottes. Wenn dieser o.a. Bibeltext "nicht für alle Zeiten bindend" sein soll, so sind Tür und Tor … mehrgeöffnet für jede menschliche, philosophische, philantropische und humanistische Auslegung des Wortes Gottes (Off. 22,19). Es ist sicherlich so: Wir alle sind durch den Zeitgeist geprägt. Jeder hat Probleme mit diesem Text, aber wir wollen dem Wort Gottes gehorsam sien. Leider gibt es kaum noch "Kirchenfürsten" mit Rückgrat, die sich dem Mainstream-Diktat der historisch-kritischen Methode nicht beugen. Dr. Martin Luther, Bonnhoeffer, Bodelschwingh mögen solche Vorbilder gewesen sein!