Navigation überspringen

/ Wort zum Tag

Wie aus einem Mund

Die Bibelstelle Römer 15,5-6 – ausgelegt von Eleni Stambke.

Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Römer 15,5-6

Schon von Anfang an, als Gott die Menschen schuf, war es sein Wunsch, Gemeinschaft mit ihnen zu haben, eine Beziehung. Das blieb so im Laufe der Zeit, und das wird sich auch niemals ändern. Die ganze Bibel zeugt davon. Der Mensch selbst findet seinen wahren Sinn und seine tiefste Erfüllung in der Gemeinschaft mit Gott. Auch das wird deutlich in der Bibel. Und wie könnte es anders sein, dass ein Mensch, der Gottes Nähe erlebt und seine Schönheit und Vollkommenheit immer mehr erkennt, Gott loben und anbeten möchte? Dieser Wunsch ist in uns Menschen hineingelegt worden. Weil das Lob Gottes Ausdruck unserer Beziehung zu Gott ist. Abgesehen davon ist es gut für uns, wenn wir ihn loben. Im Lob Gottes blühe ich auf.

Wenn ich Gott lobe, dann richte ich meinen Blick auf ihn und erkenne neu seine Größe und Herrlichkeit, seine Weisheit und Macht, seine Liebe und Barmherzigkeit. Meine Liebe zu Gott wächst und mein Glaube wird fester. Gott zu erheben, bringt mich innerlich selbst höher. Meine Sichtweise wird immer mehr die „von oben“ und das prägt meinen Alltag. Es gibt mir mehr Einsicht und auch Kraft, als Gottes Kind zu leben und den Weg zu vollenden, bis ich ans Ziel komme, in der Gegenwart Gottes. Darum ist Gott zu loben lebenswichtig für jeden, der sein Leben als Christ, als Gottes Kind und Nachfolger Jesu leben will.

Dabei denke ich nicht nur an das Lob, das ich Gott alleine bringe. Es ist ein besonderer Segen, wenn ich mit andren zusammen Gott lobe. Denn dann lobe ich Gott als ein Teil von etwas viel Größerem, und mir wird neu bewusst, dass ich nicht allein unterwegs bin, sondern zu denen gehöre, die die Gemeinde Jesu bilden, seinen Leib. Zusammen treten wir als eine Einheit vor Gott und zeigen ihm unsere Liebe und Anerkennung, unsere Hingabe und unser Vertrauen. Das gemeinsame Lob verbindet uns, stärkt uns und gibt uns neuen Schwung.

Doch das Lob in der Gemeinschaft kann sehr gestört werden, wenn Christen keine Einheit bilden, weil sie keine Einigkeit untereinander haben. Das ist einer der Gründe, warum Paulus der Gemeinde in Rom wünscht: Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Jesus Christus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Mund Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ Römerbrief 15,5-6.  

Einigkeit in der Gemeinde Jesu ist von Anfang an kein einfaches Thema. Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen, Prägungen und Einstellungen kommen zusammen und wollen gemeinsam unterwegs sein. Sie haben einen Herrn, einen Glauben, eine und dieselbe Hoffnung. Aber sie sind nicht eins. Es ist nicht immer leicht, die eigenen Vorstellungen und Wünsche beiseitezulegen und jemand anders den Vorrang zu geben. Das erfordert Demut, Sanftmut, Geduld, den anderen höher zu achten als sich selbst und bereit zu sein, zu vergeben. Nicht leicht, aber Paulus erinnert die Christen in Rom und auch mich daran, dass eine solche Haltung Jesus Christus entspricht, der auch nicht sein eigenes Wohl suchte. „Liebt einander!“, hat Jesus gelehrt, „damit jeder erkennt, dass ihr meine Jünger seid“.

Wenn mir die Einheit in der Gemeinde wichtig ist, dann brauche ich eine Haltung, die von Liebe und Offenheit geprägt ist. Deshalb bitte ich Gott, dass er diese Veränderung in mir bewirkt, und auch die Bereitschaft, mich von ihm leiten und formen zu lassen. Er ist der Gott der Geduld und des Trostes, und er kann denen, die ihm gehören, die Geduld und die Ermutigung schenken, die sie brauchen, damit sie in Liebe einander annehmen können. Und wenn diese Liebe untereinander wächst, dann wird die Gemeinde Jesu immer mehr zu einem Ort, an dem gegenseitige Annahme und Ermutigung möglich sind und wo Frieden und Einmütigkeit wohnen. So wird Gottes einladende Liebe sichtbar in der Welt.

Gott lädt unterschiedliche Menschen ein, in seiner Familie ihr Zuhause und ewige Hoffnung zu finden. Und sein Herzensanliegen ist, dass sie einander lieben und ihr Lob in Einigkeit und wie aus einem Mund zu ihm bringen. Ein Lob, das in der Gemeinde Jesu hier auf dieser Welt beginnt und weiterreicht bis in alle Ewigkeit.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bitte beachten Sie beim Schreiben Ihres Kommentars unsere Netiquette.