/ Wort zum Tag
Leben aus Gnade
Die Bibelstelle Psalm 40,12 – ausgelegt von Eleni Stambke.
Du, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden: lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.
„Wir alle leben aus Gnade.“ Diesen Satz habe ich vor vielen Jahren gehört und ich merke immer wieder, wie viel Wahrheit darin steckt. Ich brauche Gnade, von Gott und auch von Menschen.
Ich brauche Gottes Gnade und Barmherzigkeit, wenn ich auf meinem Glaubensweg stolpere und falle. Sie ist es, die mir hilft, aufzustehen und weiterzugehen. Ich brauche Gottes Gnade, wenn ich keinen Ausweg sehe, und auch dann, wenn ich Schutz und Zuflucht suche. Und genauso brauche ich die Gnade meiner Mitmenschen. Dass sie Verständnis für meine Schwächen und Fehler haben und in der Not mir eine helfende Hand reichen.
Ja, Gnade ist lebenswichtig, sie spendet Leben.
Das sehe ich beim Lesen von Psalm 40 deutlich. David blickt in die Vergangenheit und ist voller Dankbarkeit für die Gnade, die Gott ihm zeigte, als er sein Gebet erhörte und ihn aus der Not rettete. Gott gab ihm ein neues Lied in seinen Mund, und nun preist David Gottes Größe und Einzigartigkeit, die durch dessen wunderbare Taten und Gedanken sichtbar wurden. Glücklich sind die, die ihre Hoffnung nicht auf Menschen, sondern auf den Herrn setzen und auf ihn vertrauen. Das ist Davids Erfahrung mit Gottes Gnade. Und er antwortet darauf, indem er mit Freude Gottes Willen tut und seine Richtlinien im Herzen bewahrt. Niemals will David aufhören, von Gottes Gerechtigkeit, Wahrheit, Rettung, Güte und Treue zu erzählen.
In diesen Zeilen von Davids Lied erkenne ich Anbetung und große Herzensfreude. Ich kann es nachempfinden. Ähnlich wie David geht es mir auch, wenn Gott seine Gnade in meinem Leben so glasklar zeigt. Nicht nur, wenn er einen Ausweg schenkt, sondern auch wenn er mir in Schwierigkeiten zur Seite steht, mich stärkt, leitet und beschützt. Gottes Gnade in jeder Lebenssituation zu erkennen und ihn zu loben, darin ist David für mich ein großes Vorbild. Noch mehr, wenn ich Vers 12 lese: „Du, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.“
Davids Bitte steht im Zusammenhang mit Vers 13. David bittet um Gottes Barmherzigkeit, Güte und Treue, denn unzählige Leiden haben ihn umgeben. Seine Sünden und Verfehlungen haben ihn eingeholt, er kann sie nicht mehr überblicken. Und jeder Mut hat ihn verlassen.
Mir wird klar, dass David Gott loben und preisen kann, mitten in der Not. Eine Not, die vielleicht nicht nur durch Dinge oder Menschen entstand, die ihn bedrohten, sondern möglicherweise auch durch seine eigenen Fehler. Doch David hat oft erlebt, dass Gott über jeder Not und allen Schwierigkeiten steht und dass er eingreifen und helfen kann unabhängig davon, wie die Not entsteht. Ob durch äußere Umstände oder eigenes Verschulden. David weiß, dass er nur durch Gottes Gnade bestehen kann, dass er sie zum Leben und Überleben braucht. So kommt er zu Gott mit demütigem Herzen, und bittet: „Herr wende deine Barmherzigkeit nicht von mir und lass deine Güte und Treue mich immer beschützen!“
Dieses Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, Güte und Treue zu sehen, das David Gott in diesem Psalm entgegenbringt, berührt mein Herz sehr. Es lässt mich zurückblicken, wie oft ich Gott vertraute und er mich nicht fallen ließ. Er zeigte Wege aus ausweglosen Situationen, gab mir inneren Frieden als ich ihn dringend brauchte, und hielt mich fest in Zeiten der Unsicherheit und des Wartens. Wenn ich mich verirrte, brachte er mich zurück auf den rechten Weg und wenn ich versagte, gab er mir immer eine neue Chance. In alldem hat mir Gott gezeigt, dass von all den Dingen, die ich im Leben benötige, ich eines wirklich brauche - aus dem lebe ich: Seine Gnade!
Darum will ich meinen Blick nur auf Gott richten und seine Nähe suchen, auch wenn Situationen, Menschen, Not oder Schuldgefühle mich davon abhalten wollen. Im Vertrauen, dass Gottes Barmherzigkeit bei mir bleibt und seine Güte und Treue mich beschützen, allezeit.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Gottes Gnade macht mir Mut, auf Ihn zuzugehen. In seiner Nähe finde ich Heimat - unabhängig von Orten und Situationen. Gott nahe zu sein ist mein Glück. Was es bedeutet, einem Menschen ganz nah zu … mehrsein, drückt ein Sprichwort aus: „Es passt kein Blatt Papier dazwischen!“. Gottes Konstante jedoch ist die Unendlichkeit - immer näher und immer mehr, mein Gott, zu dir! Gottes Gnade ermöglicht mir, diese Bitte auszusprechen.
Danke, liebe Eleni, für dieses wundervolle inspirierende Wort zum Tag, das mich heute begleiten wird.