/ Wort zum Tag
Wer mich ehrt, den ehre ich
Die Bibelstelle 1. Samuel 2,30 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.
Der HERR spricht: Wer mich ehrt, den will ich auch ehren: wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden.
Ist Ihnen schon einmal eine öffentliche Ehrung zu teil geworden? Ich meine: So richtig, mit Urkunde, Laudatio und vor versammelter Mannschaft? So eine Ehrung kann ein gutes Gefühl, aber auch jede Menge Aufregung auslösen, wenn plötzlich alle Blicke auf einen selbst gerichtet sind. Man steht dann im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Runde Dienstjubiläen von langjährigen Mitarbeitern oder herausragende Leistungen sind typische Anlässe für Ehrungen.
Ich finde es gut, wenn jemand öffentlich wertgeschätzt wird. Es ist eine schöne Geste, die mich an den weisen Rat eines älteren Unternehmers erinnert. Der hatte mir einmal ans Herz gelegt: Wenn du Mitarbeitende beim Gutes tun erwischst, dann lobe sie so, dass es die Kollegen mitbekommen. – Was ich damals nicht wusste: Ein öffentliches Lob wirkt sehr viel nachhaltiger als Tadel.
Das führt mich zu einem bemerkenswerten Satz, den die Bibel überliefert. Im 1. Buch des Propheten Samuel, Kapitel 2 überbringt ein namenloser Mann Gottes vor zirka 3.200 Jahren dem steinalten Priester Eli eine ernste Botschaft von Gott. In Vers 30 heißt es:
Der HERR spricht: Wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden. 1. Samuel 2, Vers 30
Dieser Satz fasst die Tragik eines Mannes zusammen, der nicht die Kraft aufbringt, dem verwerflichen Treiben seiner beiden Söhne Einhalt zu gebieten. Hofni und Pinhas, so heißen die Söhne von Eli, missbrauchen ihr priesterliches Amt, indem sie Menschen regelmäßig übervorteilen. Über Jahre hinweg bereichern sie sich an dem, was als Opfer Gott geweiht ist. Gott missfällt das und so spricht er ein hartes Urteil.
Hofni und Pinhas werden von der Ausübung des priesterlichen Amts disqualifiziert. Aber auch Eli ist schuldig. Gott wirft ihm vor, dass er seine Söhne gewähren lässt, wo er einschreiten müsste.
Mit anderen Worten: In Gottes Augen ist Elis Nichtstun genauso verwerflich wie die bösen Handlungen seiner beiden Söhne.
Was lehrt mich diese Begebenheit?
Zunächst einmal werde ich mir bewusst, dass Gottes Urteil in eine bestimmte Situation hineingesprochen worden ist. Ich lebe in einer anderen Zeit. Trotzdem reicht die dahinterliegende Wahrheit weit über die konkrete Situation bis hinein in die Gegenwart.
Was ich tue oder unterlasse, kann weitreichende Folgen haben. Ehre ich Gott mit meinen Worten und Taten, werde ich seinen Segen empfangen. Missachte ich Gottes Gebote, muss ich mit Konsequenzen rechnen, die sehr ernst sein können.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Sehr geehrter Herr Kretschmer,
vielen Dank!
Ein sehr ernstes Wort!
Moege Gott die Kraft und Gnade geben, danach zu leben.
(mir und uns allen),
herzliche Gruesse