Navigation überspringen

/ Wort zum Tag

Ein verzweifelter Vater

Die Bibelstelle Lukas 9,42 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.

Jesus bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder.

Lukas 9.42

Er hat alles versucht. Nach jedem Strohhalm hat er gegriffen, dessen er habhaft werden konnte. Denn das, was dieser Vater durchmachte, muss schlimm gewesen sein. In der Bibel wird davon berichtet, dass sein Sohn an plötzlichen Anfällen litt, die ihm schwer zugesetzt haben.

In seiner Verzweiflung bringt der Vater seinen Sohn dorthin, wo er Jesus vermutet. Weil aber Jesus nicht da ist, wendet er sich an dessen Jünger – leider ohne Erfolg.

Aber der Mann gibt nicht auf. Als Jesus schließlich eintrifft, bestürmt der verzweifelte Vater ihn mit den Worten: „Meister, ich bitte dich, sieh doch nach meinem Sohn; denn er ist mein einziger Sohn.“ (Lukas 9, 38)

Meine Frau und ich haben vier Kinder gehabt. Und da hat es dazugehört, dass die auch mal erkrankt sind. Fieber, Halsschmerzen, Schüttelfrost, Schürfwunden und gebrochene Knochen – wir sind mit dem üblichen Programm vertraut. Aber wir haben erlebt, dass unsere Kinder nach wenigen Tagen oder ein paar Wochen wieder vollständig gesund wurden.

Bei dem Vater, von dem im Lukasevangelium berichtet wird, ist das anders. Für ihn gibt es diese Perspektive nicht. Stattdessen erlebt er eine Schleife endlos wiederkehrender Anfälle.

Jesus hat sich des Leids dieses Mannes angenommen. Er hat genau hingeschaut und sofort gesehen, dass die Ursache des Leids tiefer liegt. In diesem Fall sind finstere Mächte am Werk. Jesus kuriert nicht die Symptome. Er wendet sich dem dahinterliegenden Problem zu. Im Lukasevangelium steht.

Jesus bedrohte den unreinen Geist und machte den Knaben gesund und gab ihn seinem Vater wieder. (Lukas 9, 42)

Wie gut, dass Jesu Worte über grenzenlose Autorität verfügen! Nichts und niemand kann sich ihnen widersetzen. Selbst unüberwindbar scheinende Mächte müssen sich seinem Willen beugen und das Feld räumen.

Beim Nachdenken über diese Geschichte fallen mir ein paar Dinge auf:

Erstens. In seiner Verzweiflung macht der Vater vieles richtig. Er sucht Jesu Nähe.

Zweitens. Als sich herausstellt, dass die Jünger mit diesem Fall überfordert sind, gibt der Vater nicht auf. Er bestürmt Jesus nach dessen Eintreffen, sich um seinen Sohn zu kümmern.

Drittens. Jesus lässt sich tatsächlich bitten. Er schaut vorbei an den Symptomen auf das eigentliche Problem. Dann packt Jesus das Übel an der Wurzel und reißt es aus dem Leben des Kindes heraus.

Was lerne ich aus diesem Bibelabschnitt? Ich kann es dem Vater gleichtun und meine Not Jesus vortragen. Ich muss aber auch dazu bereit sein, dass Jesus nicht bei den Symptomen ansetzt, sondern sich der dahinter liegenden Ursache widmet.


Sie haben Fragen zur Bibel und zum christlichen Glauben? Fragen Sie doch Nikodemus.AI

Nikodemus.AI

​​​​​​

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bitte beachten Sie beim Schreiben Ihres Kommentars unsere Netiquette.