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/ Wort zum Tag

Mehr als ein Trostpreis

Die Bibelstelle Jeremia 31,13 – ausgelegt von Jutta Schierholz.

Ich will sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.

Jeremia 31.13

Es hat mal wieder nur zu einem Trostpreis gereicht. Wieder mal habe ich im Gewinnspiel nicht das schöne Auto gewonnen und auch nicht die Reise nach Paris. Wieder mal durfte ich nur einmal in die Grabbelkiste greifen und mir als Trostpreis einen bunten Lolli rausziehen.

Trostpreise sind diese billigen, kleinen und gewöhnlich nutzlosen Geschenke für diejenigen, die nicht das große Los gezogen haben. So, wie das klingt, könnte man meinen, dass Trost insgesamt etwas für diejenigen ist, die es im Leben zu nichts gebracht haben. Die auf der Verliererseite stehen. Denen einfach nichts gelingt. Und ich habe das auch durchaus schon als Vorwurf an mich als Christin gehört. Dass ich doch nur deswegen an Gott glaube, weil mich das darüber hinwegtröste, dass ich im Leben einfach wenig Erfolg habe. Weil die guten Jobs immer an andere gehen, weil ich in jedes Fettnäpfchen trete oder weil mir auf dem Markt schon wieder jemand den schönsten Kürbis vor der Nase weggekauft hat. Dann brauche ich natürlich ein bisschen Trost. Und glaube angeblich deswegen an einen Gott, der mich da ein bisschen tröstet. Aber kann das wirklich sein? Verteilt Gott wirklich nur Trostpreise für ein Leben, in dem nichts so richtig gelingt?

Die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für den heutigen Tag spricht vom Trost Gottes. Aber dieser Trost hat eine ganz andere Qualität. Im Buch Jeremia 31,13 heißt es, wie Gott spricht: „Ich will sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.“

Dass hier kein billiger Trost gemeint ist, wird aus dem Zusammenhang deutlich, in dem dieser Vers steht. Denn das 31. Kapitel im Buch Jeremia beschreibt eine großartige Zukunftsvision für das Volk Gottes. Hier wird beschrieben, wie Gott sein Volk wieder sammelt und aufbaut und wie das ganze Land wieder aufblüht. Die Menschen werden tanzen und jubeln. Sie fahren reiche Ernte ein und ihr Vieh vermehrt sich fleißig. Trauer wird in Freude verwandelt.

So sieht es aus, wenn Gott tröstet. So sehen Sieger aus. Denn Gott ist kein Gott, der billige Trostpreise verteilt. Dies ist ein anderer Trost. Gott sagt es selbst in diesem Kapitel der Bibel, in Vers 9. Da spricht Gott: „Ich bin Israels Vater“, und mit Israel ist hier das Volk Gottes gemeint. Gott tröstet sein Volk so, wie ein Vater sein Kind tröstet. Ein liebender Vater wird dem Kind, das hingefallen ist, sicher nicht einfach einen Lolli reichen und es liegen lassen. Sondern ein Vater tröstet sein Kind, indem er ihm wieder auf die Beine hilft, wenn es hingefallen ist. Er wischt ihm den Dreck von den Kleidern und die Tränen aus dem Gesicht. Und dann ermuntert er das Kind zum Weitergehen. Und er freut sich, wenn dem Kind etwas gelingt. Weil er weiß, dass das Kind vieles kann, und er feiert es, wenn davon etwas sichtbar wird.

Das ist ein ganz anderer Trost. Gott will nicht, dass ich im Leben immer den Kürzeren ziehe. Gott will, dass es mir gut geht und dass ich ein volles, reiches, gesegnetes Leben habe. Und Gott hat verheißen, dass er mir wieder aufhilft, wenn ich am Boden liege. Dass er Wiederherstellung schenkt und immer wieder einen Neuanfang. Gott hält überhaupt nichts von Trostpreisen. Im Gegenteil. Mit Gottes Trost habe ich das ganz große Los gezogen.

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Kommentare (1)

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M.Thiel /

Hallo, es fühlt sich aber doch, gar nicht so selten, nach dem Lolli oder dem Streicheln über den Kopf an und dem VERTRÖSTEN auf später.
LG M.Thiel