/ Wort zum Tag
Wer hat die Macht?
Die Bibelstelle Daniel 2,21 – ausgelegt von Claudia Schmidt.
Gott ändert Zeit und Stunde: er setzt Könige ab und setzt Könige ein.
Wer hat die Macht?
Jede Woche höre oder sehe ich Berichte, dass irgendwo auf der Welt Menschen großes Leid und Unrecht erfahren, weil einzelne Machthaber nach immer mehr Macht und Einfluss streben.
Da frage ich mich: Kann Gott solche Herrscher nicht einfach stoppen? Er hat doch die Macht dazu? Im Buch Daniel, in Kapitel 2, Vers 21 steht: „Gott ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“ (Daniels 2,21)
Dieser Vers ist Teil einer ganzen Lobeshymne an Gott. Sie stammt von Daniel, einem Propheten aus dem Alten Testament, der im 6. Jahrhundert vor Christus lebte. Damals ist Juda – der südliche Teil Israels – gerade von den Babyloniern erobert worden. Viele Israeliten – auch Daniel – werden daraufhin als Gefangene nach Babylon verschleppt.
In Babylon gehört Daniel zu einer besonderen Elitetruppe. Aus den israelischen Kriegsgefangenen werden die besten jungen Männer ausgewählt und ausgebildet, um dann dem babylonischen König Nebukadnezar zu dienen.
Nebukadnezar ist ein mächtiger, aber auch grausamer Herrscher. Ein gefürchteter und unberechenbarer Tyrann. Also auch so ein Herrscher, bei dem ich mich frage: Warum gibt Gott ihm so viel Macht?
Diese Macht erlebt Daniel hautnah mit. Nebukadnezar hat besondere Träume, die ihn sehr beunruhigten. Deshalb sucht er unter allen Weisen, Hellsehern und Sterndeutern in seinem riesigen Reich jemanden, der ihm diese Träume weissagen und dann auch noch auslegen kann.
Aber es gibt niemanden. Die Aufgabe ist zu schwer. Der König ist darüber so wütend, dass er befiehlt, alle weisen Männer in Babylon umzubringen. Auch Daniel ist davon betroffen.
Als Daniel das erfährt, geht er zum König und bittet ihn um Zeit. Gemeinsam mit seinen israelischen Freunden betet er dann zu seinem Gott. Und der offenbart ihm Nebukadnezars Träume und auch ihre Bedeutung.
Darüber ist Daniel so froh, dass er seinen Gott von ganzem Herzen dankt und sagt: „Gott ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein.“ (Daniel 2,21)
Um Macht geht es nämlich auch in Nebukadnezars Träumen, die Daniel dem König nun erklären kann. Im Traum schenkt Gott Nebukadnezar einen Blick in die ferne Zukunft. Er sieht eine riesige Statue, die für verschiedene Weltreiche steht. Am Ende wird diese Statue von einem großen Stein zertrümmert.
Daniel erklärt Nebukadnezar die Bedeutung: Alle irdischen Reiche werden irgendwann vergehen. Aber Gottes Reich wird für immer bestehen bleiben.
Als Nebukadnezar sieht, dass Daniel ihm seine merkwürdigen Träume erzählen und auch deuten kann, fällt er Daniel voller Ehrfurcht zu Füßen und erkennt seinen Gott als den Herrn aller Herren und König aller Könige an.
Mich beeindruckt und ermutigt dieser Bericht. Dieser Stein, der alle irdischen Reiche zerstört, steht für Jesus Christus, Gottes Sohn.
Ihm - Jesus - hat Gott alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Sein Reich wird kommen. Ein Reich, in dem Liebe, Gnade und Gerechtigkeit regieren. Noch verstehe ich nicht alles, was weltpolitisch gerade passiert. Aber ich weiß: Gott hält die Fäden unseres Weltgeschehens in seiner Hand.
Deshalb kann ich mit den Worten unseres ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann zuversichtlich sagen: „Die Herren dieser Welt gehen. Unser Herr kommt.“
Ihr Kommentar
Kommentare (3)
Sehr gut! Danke!
Danke vielmals für Ihre kompakten vier Minuten des Zusammenhangs von Daniels "Lobeshymne". Ein Mutmacher, nicht in Apathie erstarrt zu bleiben.
Vielen Dank Claudia Schmidt für Ihre sehr gelungene Auslegung des Losungstextes heute. Sehr anschaulich und interessant beschrieben ist der ganze Zusammenhang in dem dieser Text steht. Und auch die … mehrabschließenden Gedanken helfen mir mein Gedankenkarusell zu sortieren und zuversichtlich durch den Tag zu gehen