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Was werfe ich weg, was behalte ich?

Die Bibelstelle Hebräer 10,35 – ausgelegt von Simon Diercks.

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Hebräer 10.35

Ich werfe gerne Dinge weg. Dinge, die nicht mehr tun, wofür ich sie angeschafft habe. Dinge, die ich nicht mehr brauche oder die ich voraussichtlich nie wieder in die Hand nehmen werde. Aber beim Aufräumen stoße ich auch auf Dinge, die mich treu begleitet haben, mir Freude gemacht haben oder mein Leben ein bisschen einfacher oder schöner gemacht haben. Beim Aufräumen in meinem Leben stoße ich auf Dinge, die ich auf keinen Fall wegwerfen möchte.

So ging es auch dem Autor des Hebräerbriefs aus der Bibel: er schreibt in Kapitel 10, Vers 35 kraftvoll:

„Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“

Manchmal fühlt es sich eher so an, als sei das Vertrauen uns aus der Hand gefallen – oder als hätten wir es im Stillen selbst weggelegt.

Ich denke an Gespräche mit einem engen Freund, die ich in letzter Zeit geführt habe.

Er war müde – finanziell am Limit, gesundheitlich und emotional am Ende, beruflich ohne Perspektive. In den Gesprächen wurde deutlich: Er, weiß aus eigener Erfahrung, dass Gott treu ist. Aber heute … heute spürt er davon nichts. Sein Vertrauen fühlt sich dünn an. Wie Papier.

Aber er will sein Vertrauen nicht wegwerfen. Er legt es Gott hin. Weil der ihn gerade besser halten kann als er.

Diese Einstellung hat etwas in mir bewegt – weil sie ehrlich ist.
Nicht triumphal.
Sondern echt.

Vielleicht haben Sie diesen Moment an Bord eines Boots schon einmal erlebt:
Die Wasseroberfläche ist unruhig. Das Boot schwankt. Der Wind frischt auf.
Und trotzdem treibt das Boot nicht ab.
Warum?
Weil unter der Oberfläche ein Anker greift.
Man sieht ihn nicht.
Aber er hält.

So ist Vertrauen.
Nicht immer sichtbar. Nicht immer spürbar.
Aber gehalten – weil Gott hält.

Vielleicht fällt es Ihnen gerade schwer, am Vertrauen zu Gott festzuhalten oder überhaupt erst fest zuzugreifen. Dann schreiben Sie heute Gott das doch einmal in einem Satz auf:

„Herr, das macht mir Angst. Hier fällt es mir so schwer zu vertrauen. Hier kann ich das gerade nicht mehr.“

Ehrlichkeit ist der Anfang von Vertrauen – nicht Stärke.
Und dann erinnern Sie sich – wie mein Freund:
Denken Sie an eine Situation, in der Gott Sie schon einmal gehalten hat.
Unsere Erinnerungen sind oft die stärksten Fundamente.

Und schließlich entscheiden Sie sich – neu oder zum ersten Mal – Gott zu vertrauen.

Vielleicht beten Sie:
„Jesus, ich vertraue dir heute. Nicht perfekt. Aber ich entscheide mich bewusst dazu. Zeige mir, wie du mein Vertrauen hältst“.
Der Schreiber des Hebräerbriefs will keine zusätzliche Last in schweren Zeiten auflegen.

Er will Mut machen:„Wirf dein Vertrauen nicht weg – du wirst nicht leer ausgehen.“

Und Sie?
Wo räumen Sie gerade Ihr Leben auf?  Wo fühlt sich Ihr Vertrauen gerade dünn an?
Ich bitte Sie: Werfen Sie nicht das Falsche weg.
Vielleicht lädt Gott Sie gerade jetzt ein, Ihr Vertrauen wieder aufzunehmen –
nicht weil Sie stark sind, sondern weil er stark ist.

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Kommentare (4)

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Petra /

Herzlichen Dank für die ermutigenden Worte, die genau in meine aktuelle Situation passen. Das Bild mit dem Anker hat mir sehr geholfen und ich will es verinnerlichen.

Waltraud W. /

Was für eine Ermutigung zum Anfang dieser neuen Woche
Danke für diesen Beitrag

Daniela /

Danke für die mutmachende und tolle Andacht.

Stefan /

Herzlichen Dank für Ihre starken Worte, die mich sehr berührt und inspiriert haben, weiter auf Gott zu vertrauen