/ Wort zum Tag
Ganz sicher von Gott geliebt
Die Bibelstelle Johannes 3,16 – ausgelegt von Dieter Opitz.
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Etwa 15 Jungen und Mädchen, nicht älter als 9 Jahre, sitzen vor mir. Und zwar in einer Kirche mit mir als Pfarrer. Zusammen mit ihrer Lehrerin, die sie in Ethik unterrichtet. Die Kinder sind fast alle Muslime. Es wird ein munteres Gespräch. Eine Schülerin, Muslima, stellt eine wichtige Frage. „In meiner Religion heißt es: Für jeden Menschen gibt es zwei Waagschalen. Auf die eine werden die guten Taten gelegt, auf die andere die schlechten. Wenn die Waagschale mit den guten Taten schwerer ist, lässt Gott einen in den Himmel. Was sagt denn der evangelische Glaube zu der Frage, wie man in den Himmel hineinkommt?“
Ich antworte ihr als Christ, glaube ich: „Niemand kommt in den Himmel wegen seiner guten Taten. Das wäre eine höchst unsichere Sache. Woher weiß ich denn, ob ich genügend gute Taten vorweisen kann? Vielleicht denkt auch Gott ganz anders von meinen guten oder bösen Taten als ich. Vielleicht meint er, dass meine guten Taten gar nicht so gut sind, wie ich denke und die bösen Taten viel schwerer wiegen, als ich meine. Das alles weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass Jesus für meine Sünde am Kreuz gestorben ist. Der hat mich lieb. Und der kann meine Sünden vergeben.“ Und ich sage ihr: „Sünden kann jeder bekennen, bei einem Pfarrer wie mir zum Beispiel. Und der spricht der Person die Vergebung ihrer Sünden zu.“ - "Sind dann die Sünden wirklich vergeben?" wollte jemand von den Schülern wissen. „Natürlich“, antworte ich. "Ist ja cool!", ruft daraufhin einer der jungen Muslime ganz erstaunt.
Das ist wirklich cool: Den Himmel muss und kann sich keiner mit guten Taten verdienen. Den Himmel kann ich mir nur schenken lassen. Von Gott. Weil er die Menschen liebt. - Weil er Sie liebt. Sie sind von Gott geliebt. Ganz gewiss. Warum ich mir da so sicher bin? Weil er sogar Jesus, seinen Sohn, für Sie sterben ließ. Aus Liebe zu Ihnen. Er hat Sie geliebt an einem Freitagnachnachmittag vor den Toren Jerusalems. Da hing sein Sohn an dem grausamsten Hinrichtungsinstrument der Römer. An einem Kreuz. Aus Liebe zu Ihnen. Im Johannesevangelium, Kapitel 3 Vers 16 lese ich „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ So lautet der Lehrtext zur heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine.
Im Konfirmandenunterricht habe ich den Jugendlichen einen Gutschein gegeben. Da stand dieses Bibelwort drauf. Ich habe es etwas umformuliert. So hat jeder seinen eigenen Namen einsetzen können. Das können Sie auch tun, wenn Sie wollen. Ihren eigenen Namen einsetzen. Dann wird dieses Bibelwort ganz persönlich. Dann klingt es etwa so:
Gott liebt Sie. So sehr, dass er Jesus, seinen Sohn, stellvertretend für Sie am Kreuz sterben ließ. Für Ihre Schuld. Damit sie Ihnen vergeben wird. Sie brauchen es nur zu glauben, persönlich für sich zu nehmen. Und dann werden Sie ewiges Leben bekommen. Ein Leben mit Gott, das jetzt schon beginnt und nie aufhört. Ewiges Leben, das heißt: Vergebung auch für die größte Schuld, Neuanfang auch nach den größten Fehltritten, Trost auch im tiefsten Kummer, Leben auch nach dem Tod. Ist das nicht cool?
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