/ Wort zum Tag
Neu anfangen
Die Bibelstelle Jeremia 4,3 – ausgelegt von Günther Röhm.
Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
Mich beeindruckt, wenn ich sehe, wie ein Landwirt seinen Acker umpflügt. Die abgeerntete harte Oberfläche, auf der schon das Unkraut sprießt, wird umgedreht. Der lockere Untergrund des Ackers kommt nach oben. Damit kommen auch die Wurzeln des Unkrauts nach oben und verdorren. So wird der Acker für eine neue Saat vorbereitet. Dabei achtet ein Landwirt auf die Fruchtfolge. Er sät nicht dieselbe Getreideart, die gerade abgeerntet wurde, sondern eine neue.
„Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!“, ruft der Prophet Jeremia im Auftrag Gottes dem Volk Israel und seinen Verantwortlichen zu. Denn das Volk Israel steckt geistlich und politisch in einer Sackgasse. Sie haben nicht mehr auf den Gott der Väter gehört, sondern haben fremde Götter angebetet. Sie haben zweifelhafte politische und militärische Bündnisse geschlossen und haben sich mit ihrem Lebensstil den Heiden angepasst. Alle prophetischen Warnungen haben die politisch und religiös Verantwortlichen ignoriert. Ihre Herzen sind gegenüber dem Wort Gottes wie ein harter von Unkraut überwucherter Ackerboden. Die Saat des Wortes Gottes dringt nicht mehr in sie ein. Sie wird sozusagen von den Vögeln weggepickt.
Jetzt beruft Gott den Propheten Jeremia. Er muss dem Volk noch einmal sagen: „Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!“
Bringt den lockeren Untergrund eures Herzens nach oben. Sorgt dafür, dass die Wurzeln des Unkrauts in eurem Herz verdorren. Sät eine neue Saat. D. h.: Versucht nicht mit denselben Methoden ein Problem zu lösen, durch die es entstanden ist.
Ist ein Neuanfang möglich?
Wenn Gott zu einem Neuanfang auffordert, dann ist er möglich.
„Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!“ ruft Jeremia im Auftrag Gottes dem Volk Israel und seinen Verantwortlichen zu. Das heißt: Wagt einen Neuanfang!
Ähnlich der Apostel Paulus: Er ermutigt die Christen in Ephesus zu einem Neuanfang. Er zeigt ihnen, wie ein Leben aussieht, das neu gepflügt ist und bei dem nicht unter die Dornen gesät wird. Ich lese aus dem Epheserbrief, Kapitel 4, die Verse 22–32 nach der Übersetzung „Hoffnung für alle“:
„Ihr sollt euer altes Leben wie alte Kleider ablegen. Folgt nicht mehr euren Leidenschaften, die euch in die Irre führen und euch zerstören. Lasst euch in eurem Denken verändern und euch innerlich ganz neu ausrichten. Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid nun zu neuen Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt. Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde von Jesus. Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt. Gebt dem Teufel keine Gelegenheit, Unfrieden zu stiften. Wer bisher von Diebstahl lebte, der soll sich jetzt eine ehrliche Arbeit suchen, damit er auch noch Notleidenden helfen kann. Redet nicht schlecht voneinander, sondern habt ein gutes Wort für jeden, der es braucht. Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle. Tut nichts, was den Heiligen Geist traurig macht. Als Gott ihn euch schenkte, hat er euch sein Siegel aufgedrückt. Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag der Erlösung kommt. Mit Bitterkeit, Wutausbrüchen und Zorn sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere und vermeidet jede Feindseligkeit. Seid vielmehr freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“ (Epheser 4, 22–32)
Was bedeutet das für Sie „Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen“?
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