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/ Wort zum Tag

„Lieber Vater!“

Die Bibelstelle Psalm 103,13 – ausgelegt von Mike Lange.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.

Psalm 103,13

David, der König, Prophet und Bezwinger des Riesen Goliath, hat vor circa 3.000 Jahren im Psalm 103 ein beeindruckendes Loblied auf Gott den HERRN verfasst. „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

David singt so überschwänglich von der Liebe und der Güte Gottes, dass es einfach nur ansteckend ist.

Mit dem Vers der heutigen Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine dürfen wir mit einstimmen in diesen Lobpreis: „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.“ (Psalm 103,13)

Gott ist unser himmlischer Vater. Mit ihm haben wir einen Vater, der extrem lebendig und agil ist, obwohl er, quasi schon eine Ewigkeit auf dem Buckel hat. Und dabei schläft und schlummert er nicht mal. Ganz im Gegenteil, „er wirkt auch heute noch Wunder. Stunde für Stunde, Tag für Tag.“ Wie es in einem Lied von Samuel Harfst heißt.

Dabei hat Gott auch noch jede Menge Ärger zu ertragen. Auch wenn ich meinen Vater im Himmel sehr liebe, versündige ich mich doch recht häufig an ihm und meinen Mitmenschen.

Da ist es gut zu wissen, dass wir Gottes geliebte Kinder sind. Gott denkt und handelt uns gegenüber mit unendlich großer Güte, Barmherzigkeit und Gnade.

Ich stolpere jedoch etwas über die Aussage im heutigen Bibelvers, dass Gottes Barmherzigkeit für diejenigen gelten soll, „die ihn fürchten.“ Das Wort Furcht gilt es jedoch aus der Perspektive der Ehrfurcht und Gottesfurcht zu verstehen. So wird mir schnell klar: ich begegne dem einzig wahren und heiligen Gott mit einer positiv versehenen Verehrung. Ich begegne Gott voller Bewunderung, Respekt und Hochachtung.

Wie ist eigentlich das Verhältnis zwischen mir und meinen Kindern?

Es ist noch gar nicht so lange her, da sprachen Kinder ihren Vater sehr ehrfurchtsvoll nur mit SIE an. Die Kinder standen stramm und taten, was der Herr Vater wollte. Gott sei Dank, sind diese Zeiten vorbei.

Meine zwei Kinder sind mittlerweile erwachsen. Sie gehen ihre eigenen, guten Wege und wir sind in Liebe miteinander verbunden. Und doch hätte ich sie früher manchmal echt…naja, sie wissen schon.

Doch egal, was sie ausgefressen haben, änderte das nichts an meiner grundsätzlichen Liebe zu ihnen. Sie sind und bleiben meine geliebten Kinder.

In der Bibel, im Lukasevangelium, Kapitel 15 lese ich vom Gleichnis des verlorenen Sohnes. Hierin hat sich der Jüngere der beiden Söhne, kurz gesagt, wirklich richtig mies gegenüber seinem Vater verhalten.

Aber trotz Allem ist der Vater unendlich froh bei der Rückkehr seines verloren geglaubten Sohnes. Er empfängt seinen Sohn freudestrahlend, mit offenem Herzen und offenen Armen. Der Vater vergibt dem Sohn und feiert sogar ein Fest zu seinen Ehren.

Das Verhalten des Vaters in diesem Gleichnis bringt uns Gottes bedingungslose Liebe und Barmherzigkeit ganz nah an unser Herz.

Gott, der Vater hat für uns sogar seinen eigenen Sohn Jesus Christus am Kreuz geopfert. Wie groß nur muss Gottes Liebe zu uns sein?

Ich wünsche Ihnen heute einen Tag voller Barmherzigkeit. Seien Sie barmherzig und großzügig gegenüber Ihren Mitmenschen. Vielleicht ja insbesondere gegenüber Ihrem leiblichen Vater. Seien Sie heute besonders großzügig zu Ihren Kindern. Und zu sich selbst.    

Denn: Im Namen Jesu Christi und durch den Heiligen Geist dürfen wir zu Gott rufen: Abba, lieber Vater!

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