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Heilger Geist, kehr bei uns aus! O Heilger Geist , kehr bei uns ein!

Die Bibelstelle Apostelgeschichte, 2, 2.4 – ausgelegt von Jürgen Werth.

Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist.

Apostelgeschichte 2,2.4

O Heilger Geist, kehr bei uns aus!
O Heilger Geist, kehr bei uns ein!

Dieses Fest hat es wahrlich nicht leicht bei uns. Fast niemand weiß, was Christen denn da feiern. Entsprechend reimte ein Berliner Privatsender vor Jahren:

Pfingsten - sind die Geschenke am geringsten.“

Klar, wir legen nichts unter den Weihnachtsbaum und wir verstecken keine Eier - aber Geschenke am geringsten? Wir erinnern uns an Pfingsten daran, dass Gott uns seinen Geist schenkt. Und das ist nun wirklich nicht wenig. Weihnachten schenkt er uns seinen Sohn. Ostern schenkt er uns das Leben und nun, eben, an Pfingsten seinen Geist.

Und was ist das? Oder, anders gefragt, wer ist das, dieser Geist?

Im Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zum Dreieinen Gott, zum Vater, zum Sohn, zum Geist. Die drei gehören untrennbar zusammen. Alle waren sie schon bei der Schöpfung beteiligt. Schon am Anfang schwebte Gottes Geist über dem Urmeer, erzählt das 1. Buch Buch Mose. Und dann hat der Vater alles durch den Sohn geschaffen, so schreibt Paulus im Brief an die Kolosser. Und durch diesen Sohn besteht alles bis zum Schluss.

Ein Gott in drei Wesensarten, in drei Personen. Schwer vorstellbar, zugegeben, aber das Geheimnis des Gottes, zu dem sich die Christenheit bekennt.

Der Geist ist dabei am schwersten vorstellbar. Schon die Apostelgeschichte tut sich schwer. Hören Sie noch einmal auf das neutestamentliche Wort, dass der Losung der Herrnhuter Brüdergemeine heute beigegeben wurde.

„Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist.“

Brausen und Sturm, auch von Feuerflammen ist später die Rede. Und davon, dass die Menschen plötzlich einander verstanden. Zueinanderfinden durch den Geist. Pfingsten gilt darum als Geburtsstunde der Kirche, der „Gemeinschaft der Heiligen“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt.

Heißt umgekehrt: Ohne Gottes Geist gibt es keine Kirche, keine Gemeinde, keine Gemeinschaft. Ohne Gottes Geist bleibt jeder für sich. Gottes Geist führt Menschen zueinander.

Und wie macht er das?

Indem er uns zu Jesus lockt. Indem er Jesus in die Mitte unseres Lebens und unserer Beziehungen setzt. Auf Jesus weist er hin, auf den menschgewordenen Vater. Er tut nichts anderes. Darum nennt ihn Martin Luther einmal augenzwinkernd den „armen Heiligen Geist“. „Weil er ganz allein von Jesus Christus predigen kann und sonst nichts weiß.“

Aber wir müssen ihn schon immer neu hereinbitten in unser Leben und in unsere Gemeinschaft. Ihn hereinbitten und hereinlassen. Das sagt die Losung des heutigen Tages: „Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe.“ (Psalm 24,7)

Aber kann er das so einfach?

Man erzählt sich, dass es einmal Krach gab in der Berliner Kirche. Dann sei der damalige Direktor der Berliner Stadtmission, Heinrich Giesen, aufgestanden und habe gebetet: „O Heilger Geist, kehr bei uns aus.“ Und nach einer kurzen Pause dann: „O Heilger Geist, kehr bei uns ein.“

Erst muss er wohl auskehren, alles hinausschaffen, was zwischen uns steht. Auch das, was zwischen uns und Gott steht. Dann kann er neu einziehen und neu Gemeinschaft stiften.

Lasst uns das darum immer wieder miteinander bitten: „O Heilger Geist, kehr bei uns aus. O Heilger Geist, kehr bei uns ein!“

 

Sie haben Fragen zu Pfingsten, dem Heiligen Geist, zur Bibel oder zum christlichen Glauben? Dann fragen Sie gerne Nikodemus.AI.

Nikodemus.AI

 

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