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Gott die Erneuerung seiner Kirche zutrauen

Martin Knapmeyer über Jesaja 43,18-19.

Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?

Jesaja 43,18–19

Waren Sie schon einmal im Nationalpark Harz? Seit Jahren verändert sich sein Aussehen: Früher dehnten sich geschlossene Fichtenwälder bis zum Horizont. Jetzt ragen an vielen Stellen kahle Stämme in die Höhe. Neben ihnen auf dem Boden: andere Stämme, vom Sturm gefällt. In den trocknen Sommern konnten die Bäume nicht mehr genug Wasser aus dem Boden ziehen. Sie wurden schwächer, anfälliger – nicht nur für Stürme, sondern auch für den Borkenkäfer. Der gab vielen Bäumen den Rest.

„Wie schrecklich sehen diese Waldstücke aus!“, klagen viele Besucher. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparkes entgegnen: „Gerade das Totholz ist Lebensgrundlage vieler Arten, etwa Spechten und Pilzen – sie siedeln sich neu an, während die Fichten-Monokultur früher ausgesprochen arten-arm war.“ Und sie sagen: „Der Wald erneuert sich. Schaut mal genau hin, dann seht ihr auch, wie zwischen den toten Stämmen frisches Grün aus dem Boden sprießt. Z. B. wachsen jetzt Laubbäume, die es früher hier nicht gab.“

Gott spricht: „Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“ Das ist die biblische Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute aus dem Buch Jesaja, Kapitel 43, Verse 18 und 19: Lasst euch nicht herunterziehen von Verlustgefühlen – von der Sehnsucht nach dem, was früher besser war und heute nicht mehr so ist. Traut Gott zu, dass er Neues schafft!

Manche Christen sehnen sich zurück nach früheren Zeiten. In ihrem Erleben war die Kirche damals lebendiger. „Erinnerst du dich an unsere Jugendfreizeit, in der aus unserer Gruppe eine verschworene Gemeinschaft wurde, die für den Glauben an Christus brannte? Weißt du noch, wie das Zelt bei der Evangelisation aus allen Nähten platzte? Nach der Predigt des Evangelisten kamen Dutzende von Menschen nach vorn, um sich zu Jesus zu bekehren. Und wie ist das Gemeindeleben heute? – Leere Kirchen, hohe Austrittszahlen, Kindergottesdienst und Jugendgruppen gibt es in vielen Gemeinden überhaupt nicht mehr.“

Es ist wie im Nationalpark Harz: Tatsächlich ist vieles abgestorben. Ich verstehe, dass Christen das traurig macht. Aber wir sollen nicht mit unseren Gedanken daran hängen bleiben: „Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!“ Denn Gott hat seine Kirche nicht verlassen. Er hat seine Geschichte mit den Christen nicht beendet. Er will diese Geschichte fortschreiben – durch neue Impulse. Denn er ist der Schöpfer – er will und kann Neues schaffen. „Jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“ Zwischen den kahlen Stämmen regt sich neues Leben. Vielfach unscheinbar. Man muss oft genau hingucken, um zu bemerken, was durch Gottes Wirken aufsprosst. Aber wer darauf vertraut, dass Gott Neues wirkt, der kann es entdecken:

Da gibt es Gottesdienste in ungewohnter Form an ungewohnten Orten. Da gibt es Menschen, die der Kirche gar nicht so eng verbunden schienen, die sich aber doch für die Mitarbeit in einem Bereich gewinnen lassen – und denen man abspürt: Sie gewinnen Zugang zum Glauben. Da gibt es in Gemeinden Jugendliche mit ihren Ideen, mit ihrer Musik – sie sind anders als Jugendliche früher, und es sind nicht so viele, aber ihnen ist Gott wichtig. Gehen Sie mit Ihren Gedanken in Ihrer kirchlichen Umgebung auf die Suche: ob Sie Spuren von Gottes Wirken entdecken? Gott spricht: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf.“

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Kommentare (2)

Joachim W. /

Liebe Geschwister, ja, es gibt Neues und es wächst auf.
Am Anfang 1948 waren es nur wenige Familien. Jetzt gibt es mehr als 150 messianisch
jüdische Gemeinden im Land -Israel- A MUST WATSCH ABOUT WHAT ONE FOR ISRAEL MINISTRY IS DOING IN ISRAEL, Erez Soref

A. Jahn /

Lieber Herr Knapmeyer, herzlichen Dank für diese anschauliche Auslegung des Bibelwortes von heute. Ich sehe bildlich vor mir kleine, grüne Pflänzchen, die erstarken und widerstandsfähig werden. mehr