/ Wort zum Tag
„Einen alten Baum verpflanzt man nicht!“
Die Bibelstelle 1. Mose 46,3.4 – ausgelegt von Birgit Wolfram.
Gott sprach zu Jakob: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters: fürchte dich nicht. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen.
Das hat mein Opa öfter gesagt, wenn die Familie überlegte, wie es denn weiter gehen sollte mit ihm. Ganz klar, mein Opa wollte nicht ausziehen. Er wollte einfach nur in seiner vertrauten Umgebung bleiben.
Manchmal geht es aber nicht anders. Dann steht dieser schwere Schritt bevor: der Umzug, die Veränderung. Da werden ja nicht nur Möbel bewegt, sondern ganze Lebensumstände.
„Einen alten Baum verpflanzt man nicht!“, das hätte übrigens auch Opa Jakob sagen können. Sie wissen schon, der Jakob aus der Bibel. Er lebte mit seiner Großfamilie vor knapp 4000 Jahren in Israel. Und wurde über 100 Jahre alt. (1. Mose 47, 28)
Ja, Jakob konnte auf ein sehr bewegtes Leben zurückschauen. Und selbst jetzt - im Alter - wurden für ihn die Herausforderungen nicht weniger. Jakob stand vor einer Entscheidung: Sollte er seine vertraute Heimat verlassen und nach Ägypten ziehen, oder nicht?
Eigentlich war er dagegen, aber dann entschied er sich doch dafür. Und unterwegs begegnete ihm Gott. Der sprach:
„Ich bin Gott, der Gott deines Vaters: fürchte dich nicht. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen.“ (1. Mose 46,3.4)
Das können Sie im ersten Buch Mose, Kapitel 46, die Verse 3 und 4 nachlesen. Die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für den heutigen Tag.
Vier Gedanken dazu:
Erstens: Jakob war schon unterwegs als Gottes Zuspruch kam! Wie oft wünsche ich mir, dass Gott mir im Vorfeld sagt, was zu tun ist. Wie ich mich zu entscheiden habe. Hier ist es anders: Jakob entscheidet und dann redet Gott!
Zweitens: Gott hat gewusst, dass Jakob Angst hatte. Deswegen sagte er: „Ich bin Gott, fürchte dich nicht.“
Mein lieber Jakob: Ich bin viel größer als deine Sorgen. Das wird schon. Vertrau mir!
Gott kennt auch Ihre und meine Angst-Gedanken: Was wird morgen sein? Werde ich das schaffen? Wird alles gut – und wenn nicht?
Auch für Sie und mich gilt dieses Wort: „Ich bin dein Gott – Fürchte dich nicht!“
Drittens: Gott sagte zu Jakob:
„Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen.“
Ist das nicht eine starke Zusage? Jakob braucht sich gar nicht zu ängstigen, weil Gott mitgeht. Er ist nicht allein!
Jemand sagte mal zu mir: Auch wenn du dich jetzt „falsch“ entscheiden solltest, Gott geht auch den „falschen“ Weg mit. Warum hast du Angst? Dieser Gedanke hat mir damals sehr geholfen.
Und viertens: Gott sprach: „Ich will dich auch wieder heraufführen.“
Mit anderen Worten: Jakob, du und deine Familie, ihr werdet wieder zurückkehren. Ich werde euch heimbringen.
Gott möchte auch Sie und mich heimbringen. Ans Ziel bringen.
Jetzt sagen Sie vielleicht: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht - oder doch?“ Ich behaupte mal: Kein Mensch lässt sich gerne verpflanzen.
Jakob war mutig. Er wagte diesen Schritt. Er wusste, er kann sich auf Gott verlassen. Das heißt doch für uns:
Mit Gottvertrauen können auch Sie und ich einem Umzug, einer Veränderung oder anderen Herausforderungen des Lebens getrost entgegensehen.
Der Gott Jakobs wird auch Sie und mich sicher führen und ans Ziel bringen!
Ihr Kommentar
Kommentare (4)
Wunderbar, auch mit den 4 Punkten!! Herzlichen Dank!!
DANKE! Für die gute Nachricht "Jesus geht auch falsche Wege mit und lässt mich nicht im Stich."
Meine Augen sind nicht mehr so gut. Deshalb nur kurz: Sehr gut, Danke.
DIESER Text plus Kommentar gerade HEUTE !
Starker Zufall, denn ich erhielt gestern Nachmittag total überraschend meine Kündigung.
Jetzt kann ich gleich ausprobieren, was Sie da schreiben.
Erster … mehrGedanke (erst starten, dann redet Gott) und dritter Gedanke (Jakob braucht sich gar nicht zu ängstigen, weil Gott mitgeht. Er ist nicht allein!) bedingen oder beeinflussen einander sehr, finde ich übrigens.
Es kommt tatsächlich oft vor, dass man vergeblich auf eine Vorgabe wartet. Ach, wenn man den Mut hätte, dann locker selbst zu entscheiden ... , mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ER sogar mitgehen wird, wenn es (aus späterer Sicht) die falsche Richtung ist 🤔
Manchmal überlege ich, ob ich bloß nicht höre - oder ob ER auch BEWUSST schweigt, DAMIT wir diesen "falschen" Weg einschlagen.
Erstens lernen/erleben/verstehen wir da manches, das uns nötig ist, das wir später brauchen werden. Etwas, das wir auf dem geraden Weg nicht erlebt hätten. Kann ich bezeugen.
Zweitens sehen wir sein (späteres) Eingreifen ja nur, wenn vorher was falsch lief. Die Hand, die den Pfad korrigiert, sieht man gar nicht, wenn der von Anfang an gerade wirkt. Dabei ist es so wunderschön, Gottes Spuren im eigenen Leben zu sehen!