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Auferstehung: Ja bitte!

Die Bibelstelle Apostelgeschichte 17,32 – ausgelegt von Klaus Jürgen Diehl.

Als die Athener von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten: die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören.

Apostelgeschichte 17,32

Vor einiger Zeit hielt ich in einem Seniorenheim eine Andacht über das Wort aus dem 90. Psalm: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ Im Anschluss daran kam eine geistig noch rüstige Bewohnerin auf mich zu und meinte fast ein wenig empört: „Aber Herr Pastor, Sie tun ja gerade so, als ob mein letztes Stündlein schon geschlagen hat!“ Im Stillen dachte ich: Allzu weit sind Sie von diesem letzten Stündlein nicht entfernt. Aus Höflichkeit der alten Dame gegenüber habe ich mir diese Bemerkung dann aber doch verkniffen.

Über sein eigenes Sterben nachzudenken, geschieht immer seltener selbst bei den Menschen, die sich auf der letzten Wegstrecke ihres irdischen Lebens befinden. Das ist sicher auch darin begründet, dass immer weniger Menschen von einer begründeten Hoffnung über den eigenen Tod hinaus erfüllt sind. Es macht mich nachdenklich, wenn statistische Erhebungen ergeben, dass die Generation der über Siebzigjährigen am wenigsten an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt. Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner bemerkte dazu in einem Vortrag: „Früher lebten die Menschen kürzer, aber insgesamt länger. Denn früher wurden sie im Durchschnitt 40 bis 50 Jahre alt, doch anschließend lag noch ein ewiges Leben vor ihnen. Heute dagegen werden die Menschen 80 bis 90 Jahre alt, doch das war`s dann für sie für immer“.

Nun ist der Glaube an eine Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben ja alles andere als naheliegend oder gar von unserer Vernunft her begründbar. Die Evangelien schildern da auch ganz nüchtern, dass selbst die Jünger Jesu nach seinem qualvollen Tod am Kreuz nicht mit seiner Auferstehung gerechnet haben. Ja, sie haben sogar das Zeugnis der Frauen als frommes Wunschdenken abgetan, als die ihnen vom leeren Grab Jesu und der Botschaft der Engel berichteten, dass Jesus auferstanden sei. Da musste Jesus ihnen schon selbst begegnen und ihnen die von den Nägelmalen durchbohrten Hände zeigen, um sie von dem Wunder seiner leibhaften Auferstehung zu überzeugen.

Es verwundert daher auch nicht, dass der Apostel Paulus auf dem Areopag, wo im antiken Athen Philosophen und Weltdeuter vor einer interessierten Zuhörerschaft ihre Lehren vertraten, mit der Botschaft von der Auferstehung Jesu Hohn und Spott erntete. So lesen wir es in wie es der Apostelgeschichte 17, Vers 32 aufgezeichnet ist: „Als die Athener von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten: die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören.“ Allerdings gab es daneben auch Zuhörer, die bereit waren, sich diese Botschaft durch den Kopf gehen zu lassen und Paulus baten, später mehr darüber zu erfahren.

Nun weiß ich nicht, ob Sie den Glauben an die Auferstehung und ein ewiges Leben in Gottes Herrlichkeit teilen oder ihm wie die meisten Zeitgenossen heute eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Zumindest wünsche ich Ihnen, dass Sie zu denen gehören, die damals dem Paulus auf dem Areopag in Athen zu verstehen gaben, dass sie darüber weiter nachdenken und Näheres von ihm hören wollten. Ich bin zutiefst davon überzeugt: Wer aufrichtig danach fragt und sucht, ob es eine begründete Hoffnung über den eigenen Tod hinaus gibt, dem wird der auferstandene Jesus auf die eine oder andere Weise begegnen. Er wird ihm die feste Zuversicht schenken, dass auch er einmal teilhaben wird am künftigen Leben in Gottes Herrlichkeit.

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