/ Das Gespräch
Wenn Narzissten das Leben zur Hölle machen
Saraj Stutz über die (Un-)Möglichkeit von Versöhnung in toxischen Beziehungen.
Manchmal ist es nur ein unbestimmtes Gefühl: Irgendetwas stimmt nicht! Wer in Beziehung zu einem narzisstisch veranlagten Menschen steht, egal ob als Partner, als Kind oder in einem Gemeindekontext, durchschaut oft nicht, was an beziehungszerstörendem Potenzial dahinterstecken kann. Saraj Stutz hilft, einen klaren Blick zu gewinnen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Oliver Jeske hat mit der christlich-psychologischen Beraterin gesprochen.
Wenn Sie vermuten, selbst betroffen von narzisstischem Missbrauch zu sein oder für andere Hilfe suchen, finden Sie einen ersten Ansprechpartner bei der IGNIS-Akademie für Glaube, Psychologie und Leben.
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Kommentare (2)
Hallo, ich war in einer solchen toxischen Beziehung. Ja, es ist kein leichter Weg heraus aber er lohnt sich. Und ja, dieser Weg braucht Kraft und Ausdauer und das NEIN, wenn der toxische Partner es … mehrwieder versucht dich zu gewinnen. Ich habe lange gelitten und wusste nicht was da passiert, habe immer gedacht ich muss was anders machen... Den anderen Blick zu bekommen braucht Unterstützung und nötige Informationen. Bei mir liegt es viele Jahre zurück und damals war das Thema nicht so bekannt, ich habe dadurch auch manche fromme Sätze zu hören bekommen, die nicht förderlich waren, versuche darum SeelsorgerInnen auf das Thema aufmerksam zu machen. Heute spüre ich ungutes, toxisches Verhalten recht schnell (auch in Gemeinden) und kann mich abgrenzen, oder ich habe auch eine Gemeinde verlassen. Manchmal "erwischt" es mich aber auch wieder und ich tappe in die Falle. Nur heute weiß ich wie ich wieder herauskomme und mich abgrenze (z.B. auf der Arbeit). Wie durch ein Wunder ist diese Person ganz von sich aus und plötzlich gegangen, hat jegliche Kontakte abgebrochen wodurch auch kein toxischer Einfluss mehr ins Team einfließen konnte. Gott sei Lob und Dank.
Ich wünsche jedem Betroffen den Mut, Begleitung und gebt euren Kindern die Sicherheit, der toxische Partner kann das nicht! Meine Kinder waren schon groß als ich anfing mich zu lösen, ich habe ihnen zum Ende Mut gemacht ihre Bedürfnisse zu äußern und dran zu bleiben. Heute können sie sich gut abgrenzen.
Ich bin zwar kein Psychologe, habe in meinem Leben aber schon eine Menge narzisstischer Menschen kennengelernt. Diese Leute erkennt man meiner Erfahrung nach häufig an einer der folgenden … mehrwiederkehrenden Eigenschaften: Reden ohne Punkt und Komma, wissen fast alles besser, sind nicht kritikfähig bzw. sind bei Kritik äußerst schnell beleidigt oder werden ausfallend, machen gerne Vorwürfe, sind angeberisch, oder verdrehen Tatsachen.
Meine Erfahrungen haben zusätzlich gezeigt, dass sich im beruflichen oder gemeindlichen Kontexten der Umgang mit Narzissten nicht vermeiden lässt, jeder Mensch aber ein unterschiedlich dickes Fell hat.
Der eine verträgt den Kontakt mit Narzissten besser, der andere schlechter.
Schlägt einem der Narzisst privat zu sehr auf den Magen empfehle ich, den Narzissten zur Rede zu stellen oder den Kontakt herunterzufahren.
Für den beruflichen Kontext empfehle ich, sich über Narzissten zu erkundigen, bzw. einen Expertenrat einzuholen, wie man ihnen am besten gegenübertritt, da es schließlich um den Unternehmenserfolg geht, und ein Herunterfahren des Kontaktes, oder ein aus dem Weg gehen der Person aufgrund von gemeinsamen Projekten nicht möglich ist.
Ich persönlich finde Narzissten teils anstrengend, habe aber auch immer ihr Krankheitsbild im Hinterkopf und muss sagen, dass Narzissten arme Menschen sind.