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/ Bibel heute

Vom treuen und vom bösen Knecht

Dajka Krentz über Matthäus 24,45–51.

Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihnen zur rechten Zeit Speise gebe? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.[...]

Matthäus 24,45–51

Wer sich mit dem eigenen Ende, dem Ende der Welt und der Ewigkeit beschäftigt, kommt am Evangelium nicht vorbei.

Er muss sich entscheiden - glaube ich dem, was in der Bibel steht, oder glaube ich es nicht. Sie besteht aus zwei Teilen – dem Alten und dem Neuen Testament. Alles, was vor der Geburt Jesu passierte, steht im Alten Testament, alles danach im Neuen.

Jesus ist die zentrale Person

der ganzen Bibel und von Anfang an spielt er eine bedeutende Rolle – ob namentlich oder erst einmal unerkannt. In den letzten drei Jahren seines Lebens tritt er auf die Oberfläche als jemand, der den Menschen damals und den Menschen bis heute das sagt, was für ihre Zukunft wichtig ist. Immer wieder weist er dabei auf den Inhalt des Alten Testaments hin und das bestätigt uns, dass beide Teile der Bibel zusammengehören.

Jesus wollte, dass die Menschen, die seine Worte hören oder heute eben lesen, wieder so ein Verhältnis zu Gott bekommen, wie es von Ihm vor dem Sündenfall geplant war. Dafür ist er ans Kreuz gegangen, in den Tod hinabgestiegen und am dritten Tag wieder auferstanden. Damit wir erkennen, dass auch wir einmal nach unserem Tod auferstehen werden.

Manchmal sind Jesu Worte direkt, ohne Umschweife. Dann sind sie oft schwer verdaulich und haben einen warnenden Charakter. Manchmal redet er aber in Bildern oder Geschichten, also Gleichnissen.

Die Endzeit

Im vierundzwanzigsten Kapitel des Matthäusevangeliums kommt beides vor. Jesus redet von der Endzeit. Also der Zeit, die das ankündigt, was Gott vorausgeplant hat. Sehr direkt spricht er dabei die Zeichen an, an denen wir die Endzeit als solche erkennen können.

Wir werden von falschen Christussen verführt, es wird Kriege und Unruhen in sehr hohem Maß geben, Erdbeben und andere Katastrophen werden sich häufen, Hungersnot wird herrschen. Auch die Christenverfolgung nennt Jesus und fasst das Ganze in dem zusammen, dass sich das Böse überall durchsetzt. Das alles ist nichts Neues. Schon Daniel im Alten Testament hat es seinerzeit prophezeit.

Jesus fährt aber mit weiteren Szenarien fort. Die kosmischen Kräfte geraten durcheinander, die Sterne werden aus ihrer Bahn geschleudert, die Sonne und der Mond verfinstern sich. Eine ganz schlimme Leidenszeit für die Menschen. Aber nicht das Ende. Gottes Liebe wird siegen und er wird diese Zeit verkürzen. Seine Auserwählten werden sie überstehen.

Warum sagt Jesus all das in dieser Deutlichkeit? Weil er möchte, dass wir darauf vorbereitet sind, dass keiner sagen kann: Das habe ich nicht gewusst.

Und dann geht Jesus zur bildlichen Darstellung über. Die Zeit der Arche Noah wird von ihm zitiert und mit der Endzeit verglichen. Er hat die Menschen gewarnt und doch taten sie, was sie wollten, bis sie von der Flut vernichtet wurden. Dabei war die Rettung so greifbar nah!  Aber die Menschen wollten nach ihrem und nicht nach Gottes Willen leben. So, wie sie damals ihr Leben verloren, werden sie es auch am Ende der Zeit verlieren.

Was soll aber für uns heute die Rettung sein? Auch das erklärt Jesus in einem Bild.

Das Gleichnis vom treuen und vom schlechten Knecht

Ein Gutsbesitzer verlässt sein Besitz und beauftragt einen Verwalter, ihn während seiner Abwesenheit zu vertreten. Dieser soll gut für alles sorgen. Wenn der Herr dann bei seiner Rückkehr sieht, dass alles gewissenhaft ausgeführt wurde, belohnt er diesen Verwalter und überträgt ihm noch mehr Verantwortung. Wohl so einem Verwalter im übertragenen Sinne. Ihm ist das Himmelreich sicher, die rettende Arche. Jesus benutzt hier ganz bewusst dieses Bild vom Besitz eines Herrn als Vergleich zu Gottes Reich.

Was ist aber, wenn ein Verwalter die Abwesenheit seines Herrn ausnutzt? Wenn er sich selbst zum Herrn macht, die Mitarbeiter demütigt, verschwenderisch zu seinem Vorteil mit den Gütern umgeht und gar nicht daran denkt, dass der Herr vielleicht bald wiederkommt? Diesen Verwalter wird der zurückgekehrte Herr ganz übel bestrafen. Er wird ihn hinausstoßen dorthin, wo es – wie wir in Luthers Übersetzung lesen - Heulen und Zähneklappern gibt.

Einen Ort, an dem es niemandem gefallen würde. Finster und unerträglich heiß ist es da. Der Platz, der endgültig vom Himmelreich abgetrennt ist, aus dem es für die untreuen Verwalter kein Entkommen gibt. Nie mehr. Ja, das muss die Hölle sein.

Jesu Bild von den unterschiedlichen Verwaltern ist ein Bild für uns. Für all die Christen, die seit Jesu Himmelfahrt bis heute seinen Besitz verwalten dürfen.

Wie ich anfangs erwähnte, geht es hier um jeden, der diese Worte liest. Jesu Worte sind zeitlos und werden bis in die Ewigkeit ihre Bedeutung nicht verlieren. Alle Christen sind Verwalter Jesu. Aber – sind Sie immer treu in Ihrem Dienst? Bin ich es? Ist es nicht vielmehr so, dass wir mal gute und mal schlechte Tage haben? Dass es uns einmal gut gelingt, nach Jesu Anweisungen zu leben und dann aber wieder Zeiten kommen, in den wir so leben, als gäbe es ihn nicht und wir tun und lassen könnten, was wir möchten? Wie schnell sehen wir die Fehler anderer und unsere übersehen wir?

In der Geschichte von den zwei unterschiedlichen Verwaltern geht es weniger um die Erfüllung der auferlegten Aufgaben. Vielmehr geht es um die Erwartung der Wiederkunft des Herrn. Und damit sind wir bei der Bedeutung für unsere Zeit. Jesus versprach bald wiederzukommen und nun warten wir schon seit mehr als 2.000 Jahren darauf. Glaube ich, dass die Bibel die Wahrheit sagt, oder glaube ich es nicht? Rechne ich überhaupt noch mit dem Wiederkommen meines Herrn Jesus Christus?

An diesem Glauben scheiden sich die Geister. Nie werden wir so leben, dass wir uns sein Himmelreich verdienen könnten. Aber wir werden die Ewigkeit bei ihm erleben, wenn wir seinen Worten glauben und so leben, als könnte Jesus heute noch wiederkommen.

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Scherà /


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