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/ Bibel heute

Unter Gottes Schutz

Der Bibeltext Psalm 91 – ausgelegt von Peter Brade.

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

Psalm 91

Gottes Schutz und Bewahrung in Psalm 91

Im Psalm 91 geht es um Schutz und Bewahrung durch Gott. Aber wie kann Gott den Menschen im täglichen Leben beschützen? Und vor was?

Der Psalm sagt dem Menschen Schutz und Bewahrung zu. Es wird erklärt, was Gott tut, es wird ein Gläubiger zitiert und am Ende des Psalms spricht Gott die Zusage nochmals selbst aus. Darauf kann sich der Mensch also verlassen. Und das ist der Trost und die Hoffnung, die daraus entstehen. Aber wie macht Gott das? Wie kann Gott in das Leben und den Alltag eines Menschen eingreifen und den Weg eines jeden einzelnen beeinflussen?
 

Engel als Werkzeuge Gottes

Das funktioniert durch Engel – nicht nur, aber sehr oft. Woher ich das weiß? Durch die Wirkung, die Engel haben und die spürbar ist. Ein jüdisches Sprichwort sagt: „Einen Engel erkennst Du erst, wenn er vorbeigegangen ist." Einen Engel erkenne ich also an seiner Wirkung, an dem, was er verändert. Und es liegt am Menschen, dies wahrzunehmen. Und manchmal ist es selbst für Gott fernstehende Menschen kaum zu übersehen, dass es Ereignisse gibt, die mit dem Verstand nicht zu erklären sind.

Im Psalm 91 sagt es der Psalmbeter ganz deutlich und setzt einen Schwerpunkt dieses Psalms: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie Dich behüten auf all Deinen Wegen …!"

Engel sind im Trend, die Kirche insgesamt hat es eher schwer. Wie kommt das? Ein Grund ist sicherlich die Klarheit und Anschaulichkeit dessen, was ein Engel tut. Im Grunde tut ein Engel nach Psalm 91 nur Gutes und das hat im allgemeinen Verständnis Akzeptanz. Was nun ein Engel ist, ist hingegen nicht leicht zu beantworten. Der Kirchenvater Augustinus betont, dass die Menschen mehr über die Botschaft als über das Wesen der Engel nachdenken sollten.

Diese Botschaft und Aufgabe der Engel ist es, Menschen zum Heil zu helfen, also den Heilsweg zu finden und auf dem Heilsweg zu bleiben. So ist deren Auftrag von Gott im Hebräerbrief definiert. Einen Engel zu bitten, im Haushalt zu helfen, die Wohnung aufzuräumen oder den Garten umzugraben, ist nicht das richtige Verständnis. Ein Engel ist sicherlich kein Diener. Wenn, dann ein Diener von Gott für die Menschen.

Wenn es nach den künstlerischen Holzfiguren aus dem Erzgebirge ginge, dann müsste man sich Engel so vorstellen: Engel haben Flügel, Engelshaar und einen Heiligenschein, sind weiß gekleidet, musikalisch und können backen. Sind freundlich und die Engelsgeduld nicht zu vergessen.
 

Engel in der Heilsgeschichte

Alles das geht am Heilsweg Gottes für den Menschen vorbei. Engel und der Heilsweg sind eng verknüpft. Die ganze Heilsgeschichte wird von Engeln begleitet: Die Ankündigung der Geburt Jesu gegenüber Maria, die Verkündigung der Geburt Jesu in Bethlehem und die Erklärung der Auferstehung Jesu am leeren Grab in Jerusalem.

Erinnern Sie sich an Weihnachten und die Stelle im Lukasevangelium: „Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren." Und am leeren Grab ruft der Engel in strahlendem Gewand aus: „Jesus ist auferstanden!" 

Engel sind das Instrument Gottes, mit dem er das in Psalm 91 Verheißene – also Bewahrung, Schutz und Trost für die Menschen – in den Alltag der Menschen bringt.

In der Diözese Linz in Österreich sind über 8000 Engel aus Holz, Stein und Gips im Inventar verzeichnet. Über 8000 Engel, die ein Symbol für Gottes Anwesenheit im Alltag sind. Engel sind sicherlich geistige Wesen und lassen eine andere Wirklichkeit erahnen jenseits der Alltagserfahrung. Und dennoch sind sie im Jetzt und Hier präsent und können als geschaffene Wesen handeln.

In der Bibel bzw. im Buch Tobit sind drei Engel namentlich genannt. In allen drei Namen steckt der Lobpreis Gottes: Michael – wer ist wie Gott, Gabriel – Held Gottes oder Gott ist mein Heil und Rafael – Gott heilt.

Ich würde die drei Engel mit Namen folgendermaßen beschreiben:

Michael ist der kämpferische Engel mit Schwert und Lanze, der im Alten Testament das Volk Israel schützt und in der Offenbarung gegen den Drachen Satan kämpft.

Gabriel ist der Botenengel. Er kündigt die Geburt von Johannes dem Täufer an, aber vor allem sagt er Maria voraus, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Im Alten Testament sagt er die Befreiung des Volkes Israel voraus. Der Herold-Engel wird mit Posaune und Schriftrolle dargestellt.

Raphael ist der freundliche und fröhliche Engel. Arzneitiegel und Ölflasche stehen für Heilung und Lebenskraft. Rafael verkörpert Schutz und Führung. Im Buch Tobit heilt er einen Blinden, treibt Dämonen aus und bereitet Medizin. Er ist Schutzpatron der Kranken und Reisenden. Anmerkung: Im Text wird sowohl „Raphael" als auch „Rafael" verwendet – uneinheitliche Schreibweise.

Allein mit diesen namentlich genannten Engeln ist ein großer Teil der biblischen Botschaft bzw. der Apokryphen, des Heilsweges und des Wirkens Gottes abgedeckt. Diese und all die namenlosen Engel, damals wie heute, vermitteln einen nahen Gott, einen Gott, der etwas zu uns schickt, der sich kümmert und der erfahrbar ist.
 

Engel als Brücke zwischen Gott und Mensch

Gott ist für Menschen groß und praktisch unbegreifbar. Engel oder die Vorstellung von Engeln können daher ein Weg sein, sich etwas besser Gott vorstellen zu können. Engel sind geistige Wesen, aber sie sind erfahrbar. Engel machen Gott anschaulich.

Engel sind ein „Dazwischen" zwischen Gott und den Menschen. Sie halten den Kontakt und handeln auch. Sie sind sozusagen eine „Schnittstelle" zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen. Daher sollte ich nie den Kontakt zu den Engeln verlieren. Ein Aufkleber für Autofahrer und besonders Motorradfahrer bringt es auf den Punkt: „Fahr nicht schneller, als Dein Schutzengel fliegen kann!"

Der Schutzengel kann zeigen, wo das Leben und Gesundheit in Gefahr geraten können. Der Schutzengel kann zeigen, wo das Abweichen vom Weg zum Heil droht. Und er zeigt sicherlich immer den richtigen Weg zum Heil, auch wenn ich einmal unsicher bin.

Daher wird der Psalm 91 gerne für Taufsprüche verwendet, die dem Täufling den Wunsch für Schutz und Bewahrung mit auf den Weg geben sollen und dieser sich immer geborgen und getröstet fühlen soll. Denn Gott und die Engel sind da.

Sie sind niemals allein. Gott ist bei Ihnen und seine Engel sind um Sie und helfen im Auftrag Gottes, die richtigen Entscheidungen zu treffen, den richtigen Weg zu finden und ein glückliches, gottgefälliges Leben zu führen. Engel bewahren vor Gefahren und weisen darauf hin. Engel spenden als Boten Gottes Trost und Zuversicht auf ein Leben mit Gott.

Diese gute Hoffnung und Erfahrung wünsche ich Ihnen.


Sie haben Fragen zur Bibel und zum christlichen Glauben? Fragen Sie doch Nikodemus.AI​​​​​​

Nikodemus.Ai

 

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Kommentare (2)

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B.N. /

hmmm... Engel sind dienstbare Boten, Helfer, Diener. Von Gott eingesetzt, seine Aufträge zu erfüllen. Aber Schnittstelle zwischen Himmel und Erde, Ver-Mittler, Gott kennen lernen, IHN erkennen und sehen, daß doch allein durch unsern HERRN Christus Jesus.

Bernhard C. /

Die Andacht über Psalm 91 fing so gut an und ist dann leider "gekippt". An keiner Stelle in der heiligen Schrift (und die Apokryphen gehören aus gutem Grund nicht dazu) werden Menschen aufgefordert mehr