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/ Bibel heute

Gott – allwissend und allgegenwärtig

Dajka Krentz über Psalm 139.

Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

Psalm 139

Viele Jahre ist es her, dass eine neuartige Sendung im Fernsehen auftauchte. Big Brother. Ein privater Sender dachte sich aus, prominente Menschen in einem Raum oder Gebäude unterzubringen und installierte dort überall, in jedem Winkel, Kameras. Diese Kameras beobachteten die Promis 24 Stunden lang, jeden Tag. Das bedeutete also immer und überall bereit zu sein, sich öffentlich zu präsentieren. Und die Fernsehzuschauer zu Hause konnten stundenlang zuschauen, was die Stars taten, und hören, was sie sagten. Soviel ich weiß, wurde diese Sendung nach ein paar Jahren abgesetzt, die Zuschauerzahlen sanken in den Keller. Erst vor kurzem wurde dieses Format aber wieder aufgegriffen.

Diese Sendung ist mir irgendwie beim Lesen von Psalm 139 in den Sinn gekommen. Der Psalmbeter weiß, dass er sich, wie die Stars vor den Kameras, nirgends vor Gott verstecken kann. Das ist eine Tatsache, die er gar nicht kritisiert. In der Bibel lese ich, dass Gott mich nicht nur überall sieht, sondern er weiß auch, was sich unsichtbar in mir drin abspielt. Das mag erschreckend sein.

Der Psalmbeter denkt über die Eigenschaften Gottes nach, erforscht Seine Weisheit, überall ist Gott anzutreffen. Gott weiß alles - und erst seine Größe als Schöpfer! Das sind seine Überlegungen am Anfang und auch am Ende dieses recht langen Psalms. Dazwischen teilt er uns ehrlich auch alles andere mit, was ihm durch den Kopf geht. Ich werde versuchen, es chronologisch mit meinen Worten wiederzugeben.

Unsere Gedanken sind wohl das Intimste, was wir im Leben haben, und auch die können wir vor Gott nicht verheimlichen. Egal, wo wir sind und was wir tun. Gott versteht uns, auch ohne dass wir unsere Wörter hörbar formulieren müssten. Es gibt einige Hinweise darauf, sowohl im Alten, wie auch im Neuen Testament.

Für unseren Psalmbeter stellt es aber kein Problem dar. Auch die weiteren Gedanken, die er mit uns teilt, hören sich nicht als Vorwürfe Gott gegenüber an. Sie strahlen trotz des Unausweichlichen ein Vertrauen aus, denn dadurch bewegt er sich in einem geschützten Rahmen.

Bei uns ist es nicht anders. Gott war damals derselbe, wie er es auch heute noch ist. Er sieht nicht nur das, was wir tun, sondern auch das, was wir denken. Nur törichte Menschen widersetzen sich dieser Eigenschaft Gottes und meinen, sie gewinnen die große Freiheit, wenn sie Gott leugnen. Oder sie versuchen, vor ihm zu fliehen.

Da Gott in seiner Schöpfung überall gegenwärtig ist, gibt es aber keinen Ort, an dem wir uns vor ihm verstecken könnten. Jona ist so ein Beispiel, als er versuchte, vor Gottes Auftrag zu fliehen und sich zu verstecken. Gott verlor ihn nie aus den Augen, wenn er sich noch so darum bemühte.

Gottes Gegenwart wird von dem Psalmbeter betont und dazu klingt seine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod durch. Das ist doch das ersehnte Ziel von mir als Christin! Gut zu wissen, dass von Osten bis zum Westen - also überall auf der Erde - Gott nicht nur sieht, wo wir sind, sondern er begleitet uns. Und noch mehr! Gott wusste um uns, bevor die Mutter und der Vater überhaupt ahnten, dass es uns geben würde. Noch vor unserer Zeugung kannte Gott uns! Nicht nur die Erschaffung eines jeden Menschen wurde von Ihm vorbereitet, sondern auch der weitere Verlauf des Lebens ist vorherbestimmt. Bis zum Ende und darüber hinaus. Daraus macht Gott kein Geheimnis, denn es soll unser Leben entspannter machen.

Es wäre alles viel leichter, wenn es nicht Menschen geben würde, die uns das Leben als Christen erschweren. Die uns einreden wollen, dass wir auf dem Holzweg sind. Dass wir unser Leben selbst bestimmen können. Ja, dass wir sogar über das werdende Leben bestimmen können – ob es denn leben soll oder nicht, ob sein Leben lebenswert sein wird oder nicht. Von diesen Ansichten will ich mich distanzieren. Das nennt der Psalmbeter „hassen“. Distanzieren müssen Christen sich unter allen Umständen von dem Hauptfeind Gottes, dem Teufel. Der ist es, der uns so schwere Gedanken einflüstert und oft Menschen benützt, die ein Spielball seiner Gedanken sind. Sie möchten frei sein, ihr Leben selbst gestalten und merken gar nicht, dass sie sich damit in andere Hände begeben. Nur eben in keine guten. Es gibt keinen Ort, wo wir nur uns selbst gehören, selbst über uns verfügen können. Auch wenn es manche glauben und sich leider von Gott abwenden, so werden sie, oft unmerklich vom Gegenspieler manipuliert.

Wer Gott um das Erforschen, Erkennen und Prüfen seiner Person bittet, der gesteht ein, dass er sich Gottes Korrektur und Richtungsweisung beugt. Gott ist gut, liebt uns und will uns nichts Schlechtes.

Wenn das das Ergebnis ist, zu dem die ganzen Gedanken des Psalmbeters und vielleicht auch unserer, führen, dann ist er, und sind auch wir, auf einem sehr guten Weg.

Und da der Psalmbeter David ist, der zwar alles ehrlich meinte, aber dem es nicht immer gelungen ist, so zu leben, wie es vor Gott richtig wäre, darf der Psalm uns ganz besonders trösten. Wer ist schon perfekt und macht im Leben keine Fehler?

Wenn Gott nur die Ergebnisse unseres Tuns sehen würde, wären wir sehr schlecht dran. Er sieht aber in unser Herz, in unsere tiefsten Gedanken, hinein. Ich kann ihm weder meine guten Taten, die aus berechnenden Motiven entstehen, noch meine Fehltritte, die niemandem so schmerzen wie mich selbst, verheimlichen. Auf die Herzenshaltung kommt es an, auf meine Bußfertigkeit und Korrekturbereitschaft. Ich kann dabei nur gewinnen! Gott tut es aus Liebe zu mir, nicht aus Berechnung. Und schon gar nicht, um andern aufzuzeigen, was bei mir schiefläuft. Bei Big Brother im Fernsehen freute die Zuschauer nichts mehr, als wenn Fehler passierten, wenn Bösartigkeiten aufkamen oder Wutausbrüche stattfanden.

Unsere Missgeschicke bleiben meist zwischen Gott und uns. Nur manchmal ergibt sich daraus die Notwendigkeit, etwas zwischenmenschlich klärern zu müssen. Das alles aber gehört zu unserem Weg mit Gott, den Weg, der zur Ewigkeit in Gottes Gegenwart führt.

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