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/ Bibel heute

Die erste Plage: Verwandlung aller Gewässer in Blut

Benjamin Gies über 2. Mose 7,14-25

Und der HERR sprach zu Mose: Das Herz des Pharao ist hart; er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. Geh hin zum Pharao morgen früh. Siehe, er wird ans Wasser gehen; so tritt ihm entgegen am Ufer des Nils und nimm den Stab in deine Hand, der zur Schlange wurde, und sprich zu ihm: Der HERR, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und lässt dir sagen: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene in der Wüste. Aber du hast bisher nicht hören wollen.[...]

2. Mose 7,14–25

Mit diesem Text beginnen die Plagen, die Gott über die Ägypter senden wird. Ich habe gefragt, Herr, was willst du mir damit sagen? Mir fällt auf: Gott kümmert sich um sein Volk. So viele Jahre ist es in Gefangenschaft. So viele Jahre in Sklaverei. Geplagt, gebeutelt, herumgeschubst, misshandelt, missbraucht. Und Gott hat das lange ausgehalten bzw. das Volk musste diesen Zustand lange ertragen. So ist das manchmal, auch in unserem Leben. Da ist ein Zustand, der alles andere als wünschenswert und segensreich ist, der am besten ganz schnell einer grundlegenden Änderung bedarf. Und dann betet der Mensch, und betet und betet. Und er hört sich um, wie er besser beten, etwas fester Glauben kann, damit sein Beten endlich die gewünschte Wirkung hat. Und der Mensch hört. Er hört von Wundern, auf Zeugnisse, in denen das Wirken und Handeln Gottes bezeugt wird. Dann betet er weiter und fleht und stellt am Ende doch fest: Gott hört nicht. Zumindest handelt er nicht. Und der Mensch, vielleicht sind Sie es gerade, fragt sich: „Herr, wo bist du, warum handelst du nicht? Mach ich irgendetwas falsch? Bete ich nicht richtig? Glaub ich nicht genug?“ Ja, der Mensch; er kann schon manches Mal verzweifeln und auch zweifeln an Gott und seinem Handeln. Aber Gott war bei dem Volk, die ganze Zeit. Er sah und hält aus und hält fest, inmitten der Not. Handeln Gottes ist nicht, am Ende eines Gebetsprozesses ein Wunder zu erleben. Das wäre zu kurz gegriffen. Handeln Gottes geschieht inmitten meines Elends, meiner Not, meiner Sorge. Gott handelt, indem er trägt, da ist, tröstet, meinen Glauben läutert.

Aber, Gott sei Dank, hört Gott das Gebet doch. Im 2. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 7 steht Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt.

Gott beginnt einen Prozess der Hilfe. Und jetzt kommt Gott, der Herr. Jetzt hält er nicht nur die Hand und führt in der Not, jetzt nimmt er die Hand des Volkes und beginnt sie aus der Not zu führen. Vertrauen Sie immer wieder darauf, dass Gott Sie nicht im Stich lässt. Vielleicht wirkt und handelt er nicht immer so, wie wir uns das wünschen, aber er handelt und kommt und weiß den Ausweg. „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl. Das macht die Seele still und friedevoll. Ist´s doch umsonst das ich mich sorgend müh, das ängstlich schlägt mein Herz, sei´s spät sei´s früh“, schrieb Hedwig von Redern 1901.

Das Problem mag groß und schwierig sein, das war der Pharao auch, aber Gott ist immer noch größer!

Ich muss zugeben, dass ich ganz froh darüber bin, dass Gott nicht so mit mir umgeht, wie er damals mit dem Pharao umging. Dessen Herz war hart – meines ist es dann und wann ebenfalls. Der Pharao hatte sich gegen Gott aufgelehnt – das schaff ich auch ganz gut, nicht das zu tun, was Gott eigentlich von mir will. Jetzt könnte ich sagen: „Na ja, der Pharao hat ein Volk geknechtet, meine Schuld ist wesentlich kleiner!“ Im Vergleich schneiden wir, was die Schuldfrage angeht, meist besser ab als der andere. Aber wenn ich ehrlich bin, ich bin auch schuldig. Nein, ich habe keine Menschen als Sklaven gehalten. Aber meiner Frau gegenüber war ich nicht immer fair, manchmal ungerecht, ungehalten und lieblos. Und meinen Kindern gegenüber war ich ebenfalls nicht nur der geduldige und sanftmütige Vater. Und als Gemeindepastor war ich den Gemeindegliedern nicht immer nur der gute treusorgende Hirte, sondern mitunter ungeduldig, streitbar oder unversöhnlich. Wenn ich also ehrlich bin, hätte ich auch ein Gericht verdient, so wie der Pharao damals angeklagt war. Und dann erinnere ich mich an Jesus. Und ich denke an das Wort aus dem Propheten Jesaja, Kapitel 53, Vers 5: „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Es gab einmal ein Blutbad für mich. Aber, Gott sei Dank, ich musste nichts erdulden dafür. Ich musste nicht bluten für meine Schuld. Ich musste das Gericht Gottes nicht über mich ergehen lassen.

Da ist Jesus, der am Kreuz von Golgatha sein Blut für mich vergoss, mein Gericht trug, meine Strafe erduldete und mir damit mein Heil brachte. Ich bin nicht besser als der Pharao damals. Die Bibel gibt über alle Menschen das gleiche Urteil ab: „Alle sind schuldig geworden und spiegeln nicht mehr die Herrlichkeit wider, die Gott dem Menschen ursprünglich verliehen hatte ( Römer 3,23).“

Aber dann schreibt der Apostel Paulus weiter (Vers 24): „Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat.“

Gott ist da, auch wenn er sich manchmal Zeit lässt mit der Hilfe und dem Herausholen aus der Not. Aber so, wie in dieser Geschichte Gott beginnt sein Volk zu retten, indem aus den Gewässern in Ägypten Blut wird, Fische starben, es im Land stank, so wünsche ich ihnen, dass sie darauf vertrauen, dass Gott dies in Ihrem Leben ebenfalls tut.

Und er trug unser Gericht und unsere Strafe. Nur mit dem Finger auf dem Pharao zu zeigen, wäre zu wenig. Sie können dankbar sein. Dankbar, dass es ein Gericht mit Blut gab. Aber nicht damals das in Ägypten, sondern das am Kreuz von Golgatha. Jesus, der Sohn Gottes, starb für meine und Ihre Schuld. Haben Sie dieses Geschenk der Vergebung schon angenommen?

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