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/ Bibel heute

Die Unvereinbarkeit von Abendmahl und Götzendienst

Edgar Schwarz über 1. Korinther 10,14-22.

Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst! Ich rede doch zu verständigen Menschen; beurteilt ihr, was ich sage. Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?[...]

1. Korinther 10,14–22

In diesem Bibelabschnitt aus dem 1. Korintherbrief geht es um eine Angelegenheit der Gemeinde Jesu Christi. Der Apostel Paulus gibt hier der Gemeinde in Korinth, in der er einige Zeit gewirkt hatte, konkrete Hinweise für ihr Leben. Was geht das mich heute an, der ich mit ganz anderen Problemen umgehen muss? Doch geht es mich wirklich nichts an? Mit Ihnen möchte ich mich auf eine Entdeckungsreise begeben.

Mein erster Eindruck: Paulus gebraucht nicht seine Autorität, um Gesetze aufzustellen. Er fordert die Christen in Korinth eher auf, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ist das nicht bemerkenswert? In einer Zeit, in der heute festgelegt wird, was richtig und was falsch ist und wehe du weichst davon ab, wird hier wirkliche Freiheit praktiziert. Zu dieser Freiheit weiß er sich von Christus befreit (Gal. 5,1). Das ist für Paulus Realität.

Meidet den Götzendienst

Sein erster Hinweis: flieht vor dem Götzendienst! Damit ergänzt Paulus Aussagen, die er schon zwei Kapitel vorher gemacht hat. Schauen wir uns nun seine Argumente an. Paulus erinnert die Christen in Korinth an das Abendmahl, das sie feiern. Warum tun sie das? Jesus hatte, als er dieses Mahl mit seinen Jüngern feierte, gesagt: Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe (Lukas 22,19 Hfa)! Was will Paulus ihnen bewusst machen? Dazu sagt er: Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt (1.Kor 11,26 Hfa).

Der Mittelpunkt seiner Verkündigung ist Jesus Christus (2.Kor 4,5). Er ist sich gewiss: In Jesus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden (Eph 1,7), in der Botschaft vom Kreuz wird Gottes Liebe sichtbar. Was für eine gute Nachricht. Ich kann gewiss sein, wenn ich der Zusage vertraue, dass mir wirklich alle meine Sünden vergeben sind. Und das nicht deshalb, weil ich so gut bin oder weil ich mich so angestrengt habe, sondern weil Jesus die Strafe auf sich genommen hat. Paulus kann sagen: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren (Röm 5,8). Habe ich diese Gewissheit?

Durch das Abendmahl bekomme ich die Gewissheit. Mir wird zugesprochen: Christi Leib für dich gebrochen, Christi Blut für dich vergossen. Das darf ich nicht nur sehen, sondern sogar schmecken. Gemeinschaft mit Jesus Christus und Gemeinschaft untereinander wird dadurch in besonderer Weise erlebbar.

Ähnliches hat das Volk Israel erlebt. Beim Feiern der Feste und beim gemeinsamen Essen vom Fleisch der Tiere, die Gott auf dem Altar geopfert wurden, haben sie Gemeinschaft mit Gott gehabt. Das Argument von Paulus: Wer beteiligt ist am Essen, hat ganze Gemeinschaft mit dem Verehrten. Das gilt für ihn nun auch für die Tischgemeinschaft beim Verzehr von heidnischen Opfern.

Die Meinung der Christen in Korinth war zunächst eine andere. Sie meinten: Es gibt außer dem einen Gott gar keine anderen Götter. Es gibt nur einen Gott, den Vater, der alles erschaffen hat und für den wir leben. Und wir haben auch nur einen Herrn, Jesus Christus, durch den alles geschaffen wurde. Durch ihn haben wir das Leben empfangen (1.Kor 8,4-6 Hfa). Dem gibt Paulus Recht. Ja, die so genannten Götter sind nur Fälschungen. Ihnen kann kein Opfer gebracht werden. Das heißt aber nicht, dass eine Beteiligung an einer heidnischen Kultfeier ohne Bedeutung ist. Paulus sagt ihnen unmissverständlich, dass bei diesen Feiern dämonische Kräfte aktiviert werden. Letztlich wird dem Teufel selbst Raum gegeben.

Ist das auch unsere Situation? Zwei Beispiele möchte ich nennen. Jede Woche bekommt unsere Familie ein kostenloses Wochenblatt. In dieser Zeitung ist fast immer ein Horoskop abgedruckt. Wie gehe ich damit um? Ich weiß, dass das Sternzeichen meines Geburtsdatums keinen Einfluss auf mein Leben hat. Viele unserer Mitmenschen bewerten es ähnlich. Und doch lesen es fast alle. Würde ich jemanden fragen, ob sie oder er daran glaubt, dann erhalte ich die Antwort: „Meist nicht.“ Schon diese Antwort zeigt mir, es gibt Situationen, vielleicht ist eine Entscheidung zu treffen und ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll, da lasse ich mich von den Aussagen des Horoskops bestimmen. Nicht Gott wird befragt, sondern das Horoskop. Würde nicht Paulus auch hier sagen: Ich will aber nicht, dass ihr mit den Dämonen Gemeinschaft habt.

Ein zweites Beispiel: Mit meiner Frau gehe ich immer wieder durch die Gartenanlagen bei uns spazieren. Dabei fallen uns in vielen Gärten die aufgestellten Buddha-Figuren auf. In jedem Baumarkt können sie in unterschiedlichen Größen und Ausführungen erworben werden. Oft werden diese Buddha-Figuren nur zur Dekoration aufgestellt. Doch bleibt es dabei? Innere Ruhe, Friede und Ausgeglichenheit, dauerhaftes Glück und Wege zur Erfüllung des Lebens werden mir versprochen, wenn ich nach der Bedeutung dieser Figur im Internet frage. Sicher würden die meisten Besitzer sagen, dass sie das nicht erwarten, denn es ist ja nur eine Figur aus Stein, Holz oder Metall gefertigt. Und doch gilt oft auch hier, wenn ich ein Problem habe, wende ich mich nicht zuerst an Gott, sondern erwarte Besserung durch den Glücksbringer.

Du sollst nicht andere Götter neben mir haben

Die Warnungen, die der Apostel Paulus den Christen in Korinth sagt, betreffen so auch mich. Noch eine Begründung für seine Anmerkung nennt Paulus hier. Oder wollen wir des Herrn Eifersucht wecken? Allgemein gilt: Eifersucht kommt auf, wenn eine dritte Person eine vermeintliche oder tatsächliche Zuneigung bekommt. Ich mache Gott eifersüchtig, wenn ich ihm nicht meine ganze Aufmerksamkeit schenke. Schon im ersten Gebot heißt es: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir (2.Mose 20,2.3). Nicht Gottes forderndes Gebot, sondern vor allem seine Gnade, seine unverdiente Gunst, letztlich seine Liebe werben um meine Liebe. Das Besondere an seiner Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. Noch einmal zitiere ich Paulus: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren (Röm 5,8).

Was bedeutet das? Wenn das wirklich gilt, dann suche ich nicht andere Liebhaber und verharmlose vermeintliche Götter. Dann suche ich in allen Lebensumständen Gottes Rat und Beistand. Mit Josua, der nach Mose Gottes Volk führte, spreche ich: Ich aber und meine Familie, wir wollen dem HERRN dienen (Jos 24,15 Hfa).

Welche Bedeutung hat das für Sie?

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