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/ Bibel heute

Die Herrschaft Christi über alle

Esther Mann über 1. Petrus 3,18-22.

Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte; er ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis*, die einst ungehorsam waren, als Gott in Geduld ausharrte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.[...]

1. Petrus 3,18–22

„Bitte wenden, bitte wenden, …“, höre ich öfters, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin und in eine falsche Straße abgebogen bin. Auf der Autobahn ist es allerdings ein schwieriger Rat von der freundlichen Stimme des Navis. Da ich muss erst mal weiterfahren. Ich warte auf eine neue Gelegenheit mit Ausfahrt. Das kann mit einigen Kilometern Umweg verbunden sein und es kostet mich auch Zeit. Das ist schade, aber dann komm ich wenigstens an mein Ziel. Wenn ich meine Freundin besuchen will, dann weiß ich, wo die versprochene Tasse Kaffee auf mich erwartet. Dort will ich ankommen. Was nützt es mir, wenn ich auf der falschen Strecke unterwegs bin, wenn die Straße frei ist und ich mich an der Landschaft freue. Das Ziel liegt woanders. Je früher ich merke, dass ich in die falsche Richtung fahre, desto besser. Das gilt genauso für meinen Lebensweg.

Die Verse aus dem 1. Petrusbrief sind ähnlich überschrieben. Hier steht: Gelegenheiten zur Umkehr. Dabei geht es nicht um eine Autofahrt, sondern um unsere Lebensreise. Wir sind alle unterwegs und können die Zeiten nicht festhalten oder zurückdrehen. Entscheidungen müssen getroffen werden, oft sogar sehr schnell. Nicht alles gelingt gut und ist richtig. Wie gut, wenn es da Gelegenheiten gibt, wo ich umdrehen kann. Woher weiß ich aber, ob ich richtig bin? In der Bibel lese ich, dass wir als sündige Menschen auf dem falschen Weg unterwegs sind. Gott möchte aber, dass wir seine Freunde sind und im Einklang mit seinen guten Plänen leben. Um diesen Missstand der Trennung von Gott zu überwinden, hat er Jesus auf die Erde gesandt.

Jesus Christus selbst schafft Gelegenheit zur Umkehr, d.h., um mit Gott ins Reine zu kommen.  Jesus ist der Ansprechpartner für Menschen, die umkehren wollen.

Genauso wenig, wie mein Navi mich zum Umkehren zwingt, genauso wenig zwingt Jesus uns Menschen, wenn wir auf der Lebensreise einen falschen Weg eingeschlagen haben. Aber er bietet Gelegenheiten dazu an und erklärt in unserem Text, warum er dazu in der Lage ist.

Die Vergebung unserer Schuld

Er hat am Kreuz von Golgatha alle Schuld der Welt auf sich genommen. Vielleicht fragen sie sich jetzt, um was für eine Schuld es sich hier handelt? Es handelt sich um alle jemals begangenen Sünden seit Beginn dieser Erde und auch um alle kommenden.

Diese Last und Unreinheit ist nämlich der Grund, warum alle Menschen von Gott getrennt sind. Jesus hat mit seinem Sühnetod am Kreuz die Verbindung zu Gott wiederhergestellt.   Jesus war und ist in der Lage, unsere begrenzten Wahrnehmungen zu durchbrechen. Er steht über Raum und Zeit. Deshalb wird hier erwähnt, dass er zu den längst Verstorbenen gegangen ist. Im Glaubensbekenntnis sprechen Christen es auch aus: Jesus ist hinabgestiegen in das Reich des Todes! 

Als Beispiel werden hier die Menschen erwähnt, die Noahs Zeitgenossen waren. Wie wir wissen, hat Noah lange vor Jesus gelebt. Aber Noah war ein Mensch, der nach Gottes Willen gefragt und gelebt hat. Er ist über 600 Jahre alt geworden. Sein Verhalten predigte von Gott, dem Schöpfer. Die Menschen zu seiner Zeit haben nicht auf den göttlichen Ruf gehört: Bitte wenden, bitte wenden, …

Gott hatte ihnen Gelegenheiten gegeben zur Umkehr und hatte viel Geduld mit ihnen. Dann kam die angesagte Flut über die Erde und nur 8 Menschen fanden Rettung in der Arche. Die gewaltige und tödliche Wassermasse hat einerseits die Arche getragen und bewahrt, andererseits die Erde gereinigt von allem Bösen. Wasser hat Reinigungskraft und wird von Gott gebraucht. So leitet Petrus gleich zu einem anderen brisanten Thema über, nämlich zu der Taufe.

Die Taufe

Zur Taufe gehört auch Wasser. Allerdings geht es da nicht um die Körperpflege mit Wasser und Seife. Das ist zwar auch eine wichtige Sache, aber die Taufe greift tiefer. Hier geht es um meine Seele. Hier geht es um das ewige Leben.

Ohne Jesus müssten wir immer ein schlechtes Gewissen haben und könnten niemals mit Gott, dem Heiligen und Allmächtigen, in Kontakt treten. So steht es hier in unserem Text. Jesus hat die Brücke gebaut zum Vater hin. Allerdings wird niemand gezwungen, über diese Brücke zu gehen. Es ist ein Angebot zur Umkehr.

Ich frage mich heute, ob es uns in unserer Wohlstandsgesellschaft überhaupt noch bewusst ist, dass wir eine Umkehr brauchen? Es gibt zwar manche Themen, die anzeigen, dass wir so nicht weiter machen können. Wenn ich dabei nur an unsere Umwelt denke oder das menschliche Miteinander … Bestimmt fällt ihnen dazu auch einiges ein. Diese Themen führen selten zu den Tiefen, die unsere Seelen oder das ewige Leben betreffen. Das sind leider Tabu-Themen geworden. Der heutige Text will uns wachrütteln, er will uns im guten Sinne aus der Ruhe bringen.

Manfred Siebald hat ein Lied geschrieben, in dem es heißt: Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen, nur nicht das Gesicht verlieren und am besten gar nicht rühren, nur nicht irre machen lassen … Das sagen sich so manche, wenn sie hören, dass ein Leben ohne Christus letzten Endes in die falsche Richtung läuft. Soweit der Liedtext.

Richtungswechsel

Es lohnt sich, die Richtung zu wechseln und mit Jesus dem auferstandenen Herrn zu leben und zu sterben. Allein schon an der Aussage des Petrus, dass Jesus den längst Verstorbenen begegnet ist, sehen wir, dass wir eine Ewigkeit vor uns haben. Der körperliche Tod ist nicht das Ende, sondern der Übergang zum ewigen Leben.  Jeder von uns hat die Gelegenheit, sich zu entscheiden, wo er die Ewigkeit zubringen möchte. Wer den Jesus-Weg wählt, der wird auf ewig bei Gott sein in der Herrlichkeit. Genauso wird derjenige, der das Angebot zur Umkehr ablehnt, in der Gottesferne seine Ewigkeit zubringen. Ich jedenfalls möchte bei Jesus bleiben in Ewigkeit.

Jesus ist jetzt schon bei Gott und hat einen Ehrenplatz eingenommen an seiner rechten Seite. Ihm ist alles unterstellt, was es an Mächten und Gewalten gibt in der sichtbaren und unsichtbaren Welt.

Welch ein Vorrecht, dass Jesus sich um jeden von uns persönlich kümmert. Sie und ich sind ihm total wichtig.  Er will, dass wir bei ihm ankommen und für immer mit ihm leben. Dieses ewige Leben beginnt schon hier auf dieser Erde. Mit ihm kann ich, trotz aller widrigen Umstände in dieser Welt, getrost nach vorne gehen. Er geht mit.

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