/ Bibel heute
Wie hart!
Der Bibeltext Offenbarung 3,1-6 – ausgelegt von Klaus Schlicker.
Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Werde wach und stärke das andre, das schon sterben wollte, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße! Wenn du nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.[...]
Ein hartes Urteil über Sardes
Wie hart! Jesus beurteilt die Gemeinde in Sardes. Und sein Urteil fällt katastrophal aus! „Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot!“
Wie kommt er zu diesem Urteil? – Viel Leben ist in Routine erstarrt in Sardes. Es läuft so. Es läuft wie jedes Jahr. Es läuft wie seit Jahren.
Was aber fehlt, ist Liebe und Hingabe. Liebe zu Gott und Liebe zu den einzelnen Menschen. Liebe zu denen, die am Rand stehen, zu den Schwachen; zu denen, die ganz anders sind als wir; Liebe, zu denen, die sich schwertun, vielleicht mit unserem Stil zu leben und zu glauben. – Na, denkt man sich vielleicht, die sollen doch erst einmal so werden wie wir; dann passen die vielleicht auch in unser schickes Gemeindehaus, in unsere altehrwürdige Kirche, in unsere feierlich-erhebenden Gottesdienste, in unseren netten Kreis, der sich so gerne trifft … Liebe fehlt!
Und Hingabe! – Wissen Sie, was Hingabe ist?
Da ist eine junge Geigenspielerin. Sie spielt ihre Sonate. Sie kann sie schon auswendig. Sie schaut gar nicht mehr auf die Noten. Wer ihr Gesicht sieht, sieht, wie sie verträumt, versunken die Töne spielt, als wären sie ihre eigenen. Voller Hingabe steht sie da und spielt: sie und die Töne – sind eins.
Das ist Hingabe: sich in einer Sache ganz verlieren, ohne nach den Kosten zu fragen. Sich einer Sache hingeben und darin das eigene Leben entdecken.
Liebe, Hingabe fehlt, sagt Jesus! Deshalb: Du hast einen Namen, dass du lebst, aber du bist tot! Eine harte Diagnose, eine scharfe Beurteilung! Kann dies wirklich sein?
Eine Gemeinde lebt von ihrer Vergangenheit
Die Gemeinde von Sardes lebte von ihrer Vergangenheit. Der Ort war früher einmal sehr berühmt und reich gewesen. Und offensichtlich hatte auch die christliche Gemeinde am Ort einmal eine große Vergangenheit, sodass man an anderen Orten von dieser Christengemeinde sprach. Sie hatte einen guten Ruf! Sie hatte eine blühende Gemeinde- und Jugendarbeit gehabt! Der Platz reichte nicht mehr aus in ihrem Gemeindehaus! Sie hatte auch ein brennendes Herz für die Mission gehabt. Jeder, auch schon die ganz Jungen, wussten, wie wichtig dies war! Doch dies ist lange her. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt lebt die Gemeinde noch von der Routine. So, wie es halt schon immer war.
Zu ihr sagte Jesus: Du hast den Namen, dass du lebst, aber du bist tot! Werde wach! Werde wach, sagt Jesus! Kehr um! Wach auf! Jesus will auch Sie und mich aus dem Schlaf der Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit herausrufen. Wach auf, steh auf!
Jesus selbst weckt immer wieder eine tote Christenheit auf und macht sie hellwach. Immer wieder ist es sein Wort, das neues Leben schafft. Sein Wort hat Schöpfermacht. Da entsteht Neues. Menschen werden wach für Jesus und gehen auf andere Menschen zu, helfen ihnen – einfach so; laden sie zum Glauben ein – ganz selbstverständlich. Neues Leben entsteht und bricht sich Bahn.
So soll es auch bei Ihnen und mir sein! Wir können uns aufwecken lassen! Wir können uns neu von der Liebe von Jesus anstecken lassen und fragen, was denn heute wichtig ist. Wir können uns die Liebe von Jesus schenken lassen und dann zu den Menschen gehen, die müde geworden sind, die verzagt sind, die nicht mehr weiterwissen.
Umkehr und die Liebe weitergeben
Liebe weitergeben, helfen, einladen, sich mit uns zu freuen und Gemeinschaft zu erleben. Umkehren und Buße tun, wo wir uns an der Gemeinschaft untereinander versündigt haben durch böse Gedanken und böses Gerede übereinander; durch Eigensinn und Unversöhnlichkeit. Umkehren aus Bequemlichkeit und Feigheit und Jesus wieder klarer und deutlicher nachfolgen im Glauben, im Bekennen und im persönlichen Lebensstil!
„So denke nun daran, WIE du empfangen hast – und halte es fest!“ – Jesus erinnert seine Gemeinde an die Anfänge. Die Gemeinde von Sardes hatte die erste Liebe zu ihrem Herrn verloren. Wie oft geschieht dies bei uns? Wie oft erstarren wir in Routine? Ist nicht unser ganzes Gemeindeleben oft nur noch Routine? Alle Jahre wieder das Gleiche?
Aber Jesus erinnert uns an unseren Anfang des Glaubens. Er erinnert uns daran, dass er aus Liebe in diese Welt kam, um uns zu retten – und: um uns einen Auftrag zu geben: Seine Liebe weiterzutragen zu den Menschen um uns herum! Jesus ruft der Gemeinde zu – damals wie heute: Kehrt um! Orientiert euch neu! Lasst euch wieder zeigen, was Liebe ist!
Verheißung: weiße Kleider und das Buch des Lebens
„Wer überwindet“, so sagt er, „der soll mit weißen Kleidern angetan werden.“ Weiße Kleider verheißt er denen, die umkehren; keine „weißen Westen“, nein, weiße Kleider, von ihm gereinigt. So kommt nun nach der Umkehr doch noch das große Fest! Denn diese Kleider sind die Festtagskleider bei Gottes Fest in seiner ewigen Herrlichkeit! Das ist uns verheißen.
Und dann noch eines: „Ihre Namen werde ich nicht austilgen aus dem Buch des Lebens“, sagt Jesus. Denen, die ganz mit Jesus leben, die seine Liebe annehmen und in ihrem Leben wirklich weitergeben, ist verheißen, dass am Ende der Tage das große Buch Gottes aufgetan wird. Und dann heißt es: „Siehe, ich habe DICH erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“
Was wird das für ein Jubel sein, wenn auch unsere Namen aufgerufen werden! Was wird das für ein Staunen sein! Was wird das für ein Fest sein! Ein Fest der Liebe und Hingabe an unseren wunderbaren Gott …
Sie haben Fragen zur Bibel und zum christlichen Glauben? – Fragen Sie doch Nikodemus.AI:

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