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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Tragische Selbstüberschätzung

Gedanken von Mirjam Langenbach über den Bibeltext Matthäus 26,34

Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Matthäus 26,34

Heute beginnt die Karwoche. Christinnen und Christen denken an die Passion, den Leidensweg Jesu bis zu seinem Tod. Der Palmsonntag heute erinnert daran, wie Jesus nach Jerusalem einzieht. Mit großem Jubel wird er empfangen und als »Davidssohn« begrüßt.

Die Hoffnung Vieler war wohl, er werde das jüdische Volk – vielleicht sogar durch einen Aufstand – von den römischen Besatzern befreien. Auch seine engsten Freunde wissen nicht, was hier eigentlich geschieht. Später, noch kurz vor Jesu Verhaftung, wird Petrus behaupten, er werde Jesus niemals verlassen, selbst wenn er dafür sterben muss. Und die anderen beteuern dasselbe, berichtet der Evangelist Matthäus in der Bibel.

Die Jünger sind aufrichtig, kennen aber ihre eigene Schwäche nicht. Auf tragische Weise sind sie sich weder der geistlichen Realität noch des geistlichen Kampfes bewusst, den Jesus eindeutig sieht. Petrus fühlt sich mutig und nimmt nichts von dem wahr, was nach diesem Moment kommen würde.

Jesus spricht zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir, dass du in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, mich dreimal verleugnen wirst.“ (Matthäus 26,34) - Jesus wird deutlich: „Petrus, du wirst stolpern. Du wirst mich im Stich lassen. Und du wirst es nicht nur einmal tun." Reicht ihm diese Warnung nicht aus, um nicht auf seine eigene Kraft zu vertrauen, sondern sich auf Gott zu verlassen?

Jesus kennt Petrus viel besser als Petrus sich selbst, und da er sich selbst überschätzt, muss Petrus seinen eigenen Absturz erleben. Und jetzt setzen wir doch einfach unseren eigenen Namen dort ein, wo Petrus steht! Wird Jesu Appell, sich auf ihn und nicht auf sich selbst zu verlassen, bei mir nachhaltiger wirken als beim Apostel?

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Kommentare (4)

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Miri Langenbach /

Hej Vera, danke fürs Kompliment; es war gar nicht so schwierig, ich habe einfach das Kirchenjahr vom Kalenderjahr unterschieden und schwupps! fing die Karwoche mit dem Palmsonntag an ;o) Ich freue mich, dass schon der erste Satz meines Impulses bei Ihnen etwas ausgelöst hat.

Vera /

Liebe Mirjam Langenbach, vielen Dank, daß Sie am Sonntag sagen "Heute beginnt die Karwoche". Ich hatte schon fast die Befürchtung, der ERF könnte vergessen haben, daß die Woche am Sonntag beginnt.

Petra /

Genau so ist es, danke 😊

Andrea F. /

Danke für die klare, aufrüttelnde Auslegung!