/ Anstoß - Gedanken zum Tag
„Du wirst das bald verstehen!“
Wolf-Dieter Kretschmer über Johannes 13,7
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.
Wenige Stunden, bevor Jesus seinen Leidensweg antreten wird, möchte er seinen Jüngern etwas Wichtiges vermitteln. Dazu bedient er sich einer mit Wasser gefüllten Schüssel und eines Leinentuchs. Er kniet nieder und beginnt, das Unvorstellbare zu tun. Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. Petrus ist verwirrt. Wieso verrichtet der Meister eine Tätigkeit, die Hausdienern vorbehalten ist? Darauf entgegnet Jesus ihm:
Was ich tue, begreifst du jetzt nicht, im Nachhinein aber wirst du es verstehen. Johannes 13, Vers 7 (Zürcher Übersetzung)
Nach getaner Arbeit nimmt Jesus Platz und fragt in die Runde: Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Niemand antwortet, deshalb fährt er fort mit den Worten: Ihr nennt mich Meister und Herr, und ihr sagt es zu Recht, denn ich bin es. Wenn nun ich als Herr und Meister euch die Füße gewaschen habe, dann seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen.
Mit diesem eindrücklichen Beispiel zeigt Jesus seinen Jüngern, dass sie sich anders verhalten sollen, als es in der Gesellschaft üblich ist. Und damit es auch keine Missverständnisse gibt, fügt er hinzu: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr und ein Bote nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
Das gilt bis heute. Deshalb tue ich gut daran, Jesu Beispiel zu folgen, auch wenn ich sein Handeln nicht sofort verstehe.
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