/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Ein Lob, das nachwirkt
Gedanken von Elke Drossmann zum Bibeltext Psalm 66,16.
Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.
Nicht nur am Sonntag Kantate, dem 4. Sonntag nach Ostern, lobt meine Gemeinde Gott aus vollem Herzen im Gottesdienst. Und ich singe lauthals mit. Der volle Klang der Stimmen begeistert mich so, dass ich zuhause weiter singe. Während ich ein Lied nach dem anderen trällere, wächst der Dank in meinem Herzen. Vom Lied steige ich um in den gesprochenen Dank: „Vater im Himmel, danke für den ausgefallenen Termin, der mir am Mittwoch Zeit vor dir und mit dir geschenkt hat. Du, Herr, hilfst. Du hast mich bewahrt, als ich beim Autofahren einen Moment unaufmerksam war. Du hast mich bereits Jahrzehnte in deiner Nähe gehalten. Du schenkst mir Ideen, wie ich von dir reden kann, wenn andere mich nach dir fragen. Danke für unerwartete Überraschungen, wie den Anruf, der so gut passte. Ein Telefongespräch, in dem du deine Akzente gesetzt hast. Du hilfst, dass die Zeit des Friedens in Deutschland seit 81 Jahren anhält. Dafür bin ich dir so dankbar.“ Irgendwann sage ich Amen und beschließe vorerst das Gespräch mit Gott.
Das Lob mit anderen ist nachhaltig, stelle ich fest. Ich erlebe in der Kirche und in meiner Wohnung, was den Psalm 66 auszeichnet. Vom gemeinsamen Lob wechselt ein einzelner Beter zum Dank für die Rettung, die Gott ihm geschenkt hat. Beides mitten im Gottesdienst. Plötzlich ruft der Beter aus: „Kommt her, hört zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat.“ (Psalm 66,16) Im Unterschied zu mir dankt der Psalmbeter nicht nur Gott, sondern er lädt alle anderen ein, mitzuhören, wofür er Gott von Herzen dankbar ist.
So wie Sie meinem Gebet zugehört haben.
© Ruth Schneider / ERF
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