/ Wort zum Tag
2. Korinther 3,17
Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.
Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.
„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Bei diesem Satz aus der Bibel fällt mir ein Wort sofort auf: Freiheit. Das ist wohl seit Urzeiten der größte Traum, die größte Sehnsucht der Menschen. Frei zu sein!
Wahrscheinlich ist auf dieser Welt um nichts häufiger und leidenschaftlicher und auch brutaler gekämpft worden, als um Freiheit. Und dieser Kampf hört auch in unserer Zeit nicht auf. Ganze Völker ringen, manchmal gewaltsam, um ihre Unabhängigkeit. In anderen Staaten stellen sich die Menschen mit Demonstrationen und Protesten gegen bestechliche und egoistische Machtapparate.
„Wir sind das Volk“. Vor etlichen Wochen haben wir Deutsche uns an unsere wunderbare Erfahrung erinnert: Vor 25 Jahren durchbrach der Freiheitswille der Menschen in der ehemaligen DDR die Berliner Mauer und politische Freiheit konnte sich entwickeln.
Aber sind wir nun deshalb frei? Freiheit hat ja nicht nur etwas mit politischen Systemen zu tun. Die Menschen wollen frei sein von allem, was sie einschränkt in ihrem Leben. Sie wollen unabhängig sein von moralischen Werten und den Ansprüchen anderer. Sie wollen eigenständig ihren Alltag bestimmen, losgelöst von allen äußeren Beeinflussungen. Sie wollen selbst bestimmen, was sie denken und tun. Der Mensch will einfach frei sein, auch oder gerade von Gott.
Nur, wer genau hinschaut, der stellt fest: Je mehr der Mensch um seine eigene, ganz persönliche Freiheit kämpft, umso mehr gerät er in Abhängigkeiten. Leben ist wohl nur möglich, indem wir Impulsen und Anreizen folgen, die von außen auf uns zu kommen. Und genau in diese Feststellung hinein formuliert Paulus im Brief an die Korinther diesen Satz:
„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“
Wo wir uns an Gott hängen, wo wir den Impulsen und Anreizen des Heiligen Geistes folgen, da ist Freiheit. Das will uns Paulus ans Herz legen. Und was verbirgt sich hinter der Freiheit, an die Paulus denkt?
Jesus hatte schon in der Synagoge von Nazareth über die Freiheit gesprochen, als er den Menschen erklärte, welchen Auftrag er hat. Er sagte: „Der Geist des Herrn hat von mir Besitz ergriffen, weil der Herr mich gesalbt und bevollmächtigt hat. Er hat mich gesandt, den Armen gute Nachricht zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden. Den Misshandelten soll ich die Freiheit bringen.“ (Lk. 4,18)
Jesus redet von dem, was Menschen im Innersten unfrei macht. Zum Beispiel quälende Gedanken, ausgelöst durch elende Einsamkeit. Oder die Hoffnungslosigkeit, die Menschen gefangen hält, vielleicht durch eine Krankheit oder eine Not. Das Gefühl der Bedeutungslosigkeit, das blind macht für jeden neuen Schritt. Die deprimierende Erfahrung, missachtet und ausgenutzt zu werden von anderen und ihren Interessen.
Jesus kämpft gegen diese Unfreiheit in uns drin. Er verspricht, uns festzuhalten in allem, was uns belastet. Er schenkt liebevolle Wertschätzung, die ermutigt im Alltag. Er hört zu und ist einfach für uns da. Und Jesus lädt ein, darauf zu vertrauen, dass er genau das tut. Das macht frei. Frei von den Bindungen. Frei, sich mit dem ganzen Leben an Gott zu hängen. Frei um uns einzusetzen für die Welt, in der wir leben.
© Ruth Schneider / ERF
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Vielen Dank Pastor Ortmann für Ihren wundervollen Artikel über das Thema Freiheit. Ich bin (Schein) Selbstständig, als IT Berater bzw. Coach. Ich fühle mich in diesem Job nicht frei, da ich durch … mehrDruck und Kontrollzwang von Menschen sehr oft weite Strecken fahren muss, um einfach nur beim Kunden zu sein - für nichts. Der Herr gab mir Galater 5.1. Ich bewegte das und fragte mich wie die Apostel ihre Entscheidung trafen bzgl. der Beschneidung. Knechtschaft oder Freiheit. Genauso ging es mir: Treffe ich die Entscheidung oder werde ich fremd bestimmt. Mir streubt sich alles in mir, mich weiter fremdbestimmen zu lassen. Dann googled ich nach Jesus und Freiheit und bekam ihren Artikel. Danke Jesus. In ihrem Herzen ist das selbe wie in meinem. Ihr Geist und meiner ist der Gleiche. Sie schreiben: "Die Menschen wollen frei sein von allem, was sie einschränkt in ihrem Leben."
Dieser Satz trifft es auf den Punkt. Ich spüre diese Beengung und bin nur Frei, wenn ich dem nicht nachgebe. Versuche ich zu diskutieren, zu kämpfen, verliere ich. Denn nur durch Gott bin ich frei. Ich vertraue ihm, das er mich fängt und versorgt. Nur wenn ich das Bedingungslos glaube und folge und loslasse, werde ich durch ihm die Freiheit bekommen. D. h. als Diensleister nehme ich es in Kauf, das der Kunde mit mir nicht mehr arbeiten will. Aber folge ich nur deswegen, bin ich ein Sklave und nicht frei.