11.04.2024 / Andacht

Winter ade!

Der Frühling tut der Seele gut – und hilft, ein geistliches Geheimnis zu verstehen.

Eigentlich mag ich den Winter, aber manchmal dauerte er selbst mir zu lange. Wenn die trüben Tage überhaupt kein Ende nehmen und es selbst im März noch kalt und ungemütlich bleibt, wenn ein paar verzagte Schneeglöckchen und vereinzeltes Vogelgezwischter die einzigen Vorboten für wärmere Zeiten sind, dann sehne auch ich mich so richtig nach Frühling. 

Immer wieder erstaunt es mich selbst in solch kalten Wintern, wie schnell der Frühling mit aller Macht kommt, wenn die Gegebenheiten dafür nur stimmen: Einige warme Sonnentage reichen und alles fängt an zu blühen.

Fast über Nacht verwandeln sich die Gärten in ein Meer von Tulpen und Osterglocken. Das Auge kann sich nach dem grauen Einerlei des langen Winters an der gelben, rosafarbenen und weißen Blütenpracht kaum sattsehen. Auch die Vögel scheinen nicht mehr an sich halten zu können und veranstalten das reinste Konzert.

An einen solchen Wetterumschwung zwischen Eis und pulsierendem Leben erinnere ich mich noch besonders, weil ich ein kleines Aha-Erlebnis damit verbinde: In der kleinen Straße, in der ich damals wohnte, war die frische Farbenpracht und das fröhliche Gezwitscher nämlich nicht zu übersehen und -hören.

Der Kontrast zu den vorhergegangenen, trüben Wochen war überwältigend. Obwohl ich es versuchte, konnte ich mir die braunen Vorgärten und den grauen Himmel der letzten Tage angesichts des strahlenden Frühlingswetters nicht mehr vorstellen. Es ging einfach nicht.

Warten auf Gottes Frühling

In diesem Moment fiel mir folgender Vers aus der Bibel ein: „Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte“ (Römer 8,18).

„Genauso wird es also sein, wenn wir einmal bei Gott sind“, dachte ich. „So wie der Frühling den Winter schließlich vertrieben hat und ich mich nur vage an ihn erinnern kann, werden auch alle ungelösten Fragen und trüben Tage unseres Lebens eines Tages keine Rolle mehr spielen. Gottes Größe, seine Herrlichkeit und Liebe werden dann so greifbar und nahe sein, dass alle leidvollen Erfahrungen dagegen verblassen werden.“

Auch wenn diese Geschichte schon einige Jahre zurück liegt, bleibt sie für mich ein ausdrucksstarkes, zeitloses Symbol:

Der Winter dieser Welt mit seinen Konflikten, Kriegen, Krankheiten und ungelösten Fragen wird nicht ewig dauern. Eines Tages wird Gottes Frühling – sein neuer Himmel und die neue Erde –mit aller Macht kommen!

Daran wollen uns die blühenden Bäume und Blumen auch in diesem Jahr wieder neu erinnern.
 

Autor/-in: Hanna Willhelm

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