17.11.2025 / Andacht

Wenn ich doch einfach glauben könnte

Gibt es bestimmte Voraussetzungen für Gottvertrauen? Wahrer Glaube entsteht, wenn wir zu Jesus gehen. Eine Andacht.

Internationale Filmschaffende werden einmal im Jahr mit der goldenen Trophäe für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Bewertung ist: Hat der Film berührt? Ragt die Qualität aus der Vielzahl der Filme heraus?

Die Bibel berichtet von einer Auszeichnung in der Kategorie „bester Glaube“. Drehort ist Kapernaum in Israel. Das Drehbuch hat Matthäus vor knapp 2.000 Jahren geschrieben, nachzulesen in Kapitel 8 seines Evangeliums. Die Szene berührt mich. Preisträger ist ein römischer Offizier und seine Qualität lässt ihn aus der Volksmenge herausstechen.

Die Laudatio kommt von Jesus selbst: „Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem anderen gefunden“ (Matthäus 8,10). Wie hat der Mann es geschafft, mit seinem Glauben an Jesus Christus so zu glänzen und zu punkten, dass er dafür belobigt wird?

Kann ich einen solchen Glauben lernen wie eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument, oder ist die Messlatte dafür einfach zu hoch? Eine junge Frau schreibt: „Ich würde ja gerne glauben, aber ich schaffe das einfach nicht! Welche Schritte muss ich unternehmen, um glauben zu können?“

Voraussetzungen für den Glauben

Als der Offizier zu ihm kommt, ist Jesus schon in Kapernaum. Das ist die Voraussetzung des Glaubens: Wo Jesus ist, wird Glaube möglich. Erst dann kann ein Mensch zu ihm kommen; kann feststellen: Jesus ist schon da! Er wartet auf mich. Wartet auf eine Begegnung, ein Gespräch mit mir. Egal, wo ich herkomme und was ich mitbringe. Bevor ich einen Schritt auf Jesus zugehe, hat Jesus bereits den ersten Schritt getan.

Bevor der Hauptmann zu Jesus geht, hat er sich kein Basiswissen über den Glauben angeeignet. Er hat keine Synagoge besucht und keine religiöse Erziehung genossen. Um glauben zu können, kommt es nicht darauf an, was ich vorweisen und leisten kann. Nicht darauf, was ich empfinde und fühle, nicht auf den Grund, aus dem ich zu Jesus komme. Ob es meine Ratlosigkeit ist, oder ob er für mich der letzte Strohhalm meiner Hoffnung ist.

Nur eines ist nötig: dass ich zu Jesus komme und ihm sage, was ich auf dem Herzen habe.

Glaube beginnt damit, dass mich irgendetwas oder irgendjemand zu Jesus führt.

Bei dem Offizier ist es die Krankheit seines Mitarbeiters.

Jesus das Wort übergeben

„Sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht gesund“, bittet der römische Befehlshaber. Er, der es gewohnt ist, selbst zu kommandieren, gibt Jesus das Wort. Er bringt damit zum Ausdruck: Dein Wort hat Autorität, dein Wort hat Kraft, dein Wort genügt. 

Glauben heißt anerkennen, dass Jesus Christus in meinem Leben zu Wort kommt; dass er das Sagen hat. Über mich, meine Lebensverhältnisse, über die Konflikte in meinem Leben und in dieser Welt.

Jesus vertrauen

Es ist das beharrliche Vertrauen auf das Wort Jesu, das den Glauben des Offiziers auszeichnet. Mit diesem Zertifikat ist er weder zum Anführer der Jesusnachfolger geworden, noch hat er ein Lehrbuch über perfekten Glauben geschrieben, oder widmet sich fortan einer besonderen Aufgabe. Stattdessen geht er nach Hause. Er nimmt seinen Glauben an Jesus Christus mit in seine Lebenswelt. Da erst erlebt er, was er geglaubt hat: „Sein Knecht wurde gesund zur selben Stunde.“

Glaube geschieht da, wo ich Jesus mit hineinnehme in meine täglichen Herausforderungen. Hier will ich auch heute Jesus aufsuchen, ihn zu Wort kommen lassen und beim Wort nehmen.

Das ist ein Glaube, der nicht auf eigene Leistung setzt, sondern auf Gottes Gnade hofft. Der nicht vom eigenen Können abhängt, sondern sich an Jesus hängt. Der empfängt, was Jesus schenkt. Genau das zeichnet ihn aus und lässt ihn herausragen.

Mit diesem Glauben habe ich keine goldene Trophäe in der Hand, aber die nötige Portion Vertrauen im Herzen – Vertrauen auf die herausragenden Möglichkeiten Gottes in meinem Leben. Und das genügt. 

Autor/-in: Ellen Hörder-Knop

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